Tipps auf taube Ohren?

Erstellt 14.06.2017, von Miera. Kategorie: Allgemein vegan. 23 Antworten.

23.07.2017
Mit Gesundheit kenne ich mich nicht aus, ethisch werde ich immer auf der Seite der Leidenden stehen und deshalb nicht immer die Klappe halten. Auch dann nicht, wenn mir Leute meinen, sagen zu müssen, sie seien tierlieb, Tierfreund/-in und sich parallel Produkte aus der Massentierqualhaltung reinziehen. Vielleicht braucht es da Anmerkungen, um den Nochkonsumenten/-konsumentinnen überhaupt eine Abwägung vieler Aspekte (die vorher nicht so im Bewusstsein waren) zu ermöglichen.

Wenn jemand meint, er/sie bräuchte tierische Produkte, weil die so gesund sind, gehe ich auf die Gesundheit der "Nutz"tiere ein, verweise auf die Artikel der Albert Schweitzer Stiftung, in denen das sachlich geschildert wird.

Mittlerweile kam noch Ökologie dazu, von Gesundheit halte ich mich argumentativ fern, wäre das Hirn des Menschen das gesündeste auf der Welt, wäre es trotzdem nicht ok, den Schädel der Nachbarn einzuschlagen. Bei Ökologie sehe ich das ähnlich, selbst wenn zur Gewinnung tierischer Produkte nur 3/4 der Ressourcen notwendig wären gegenüber direkter pflanzlicher Ernährung, fände ich Massentierhaltung nicht ok.

Neulich kam ich außerdem darauf, dass Tiere nicht deshalb andere Bedürfnisse haben, weil man sie in eine Kategorie Nutztiere steckt, dass man Kühe, Schweine, Hühner schlechter behandelt als Katzen, Hunde und andere Haustiere ist also gravierend ungerecht. Das bekommen alle Menschen, die meinen, Massentierhaltung weiter unterstützen zu wollen/müssen, zu hören.
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24.07.2017
Ich finde das tierethische missionieren einfach unnütz. Es gibt komplett unempathische Menschen, die es nicht juckt, wenn ein Tier leidet. Mir persönlich geht es nur um die Sache an sich und da sind bei der vorgenannten Klientel eher anthropozentrische Argumente hilfreich. Frei nach dem Motto: "das Ziel ist das Ziel". Ich verweise gerne auf die beiden Filme "What the Health" und "Gabel statt Skalpell".

Den Tieren ist Wurscht, warum jemand vegan lebt.

Grundsätzlich ist aber auch das Belehren schwierig. Sicherlich gibt es einen Haufen Krankheiten, die mit veganer Ernährung geheilt oder verbessert werden. Wenn ich aber meinen Mitmenschen erkläre, dass Rheuma oder Allergien aufgrund ihres Milchproduktekonsums passieren, kommt man schnell an den Punkt: "Du bist Schuld an Deiner Krankheit." Und das ist eine sehr unangenehme Situation, weil Krankheit und Schuld (oder noch schlimmer eigene Blödheit) für mein Empfinden einfach nicht zusammengehören. Ich war (und bin) selbst viele Jahre sehr krank gewesen und das kann sehr zermürbend sein, wenn man schon 15 Ärzte und 30 Therapieansätze hinter sich hat und es einfach nicht besser wird. Ich kenne alle Foren, Selbsthilfegruppen, Fachblätter, Journals zu meinen Krankheiten und wenn dann jemand um die Ecke kommt und als heißen Tipp den Veganismus anpreist, fühlt man sich leicht nicht ernst genommen. Wenn ich etwas bei jemand anderen durchsetzen will, versuche ich das immer so zu gestalten, dass mein Gegenüber denkt selbst die Idee gehabt zu haben ;) Da ist Manipulation ein probates Mittel.

Meine Kopfhautschuppenflechte ist übrigens nicht vom Veganismus weggegangen, aber sofort nachdem ich Kaffee aufgegeben habe - und der ist ganz sicher vegan.
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25.07.2017
Ich lass die Leute machen. Der ständige Widerstand und die Uneinsichtigkeit einiger meiner Bekannten ist nervenaufreibend und bringt am Ende eh nichts. Alles was ich tun kann, ist ein Vorbild sein. Mittlerweile halte ich mich mit meiner Meinung auch sehr zurück. Wenn jemand eine Frage hat oder was wissen will, kann er fragen. Ansonsten ist er halt für sich selbst verantwortlich. Aber ich sage ausdrücklich, dass die mich dann nicht volljammern sollen, wenn es dann doch mal Probleme gibt.


Ich verstehe durchaus, dass viele nicht dazu bereit sind oder es sehr schwer ist so eine starke Umstellung zu vollziehen und jahrelange gewohnte Nahrung zu verändern. Dass viele gesundheitlichen Probleme dann auch damit zusammenhängen können, dass die Ernährung eben so schlecht ist, wollen sie dann aber nicht einsehen. Ich sag dann ja nicht mal, dass es so ist, sondern dass es ein möglicher Faktor sein kann. Aber die Leute meinen dann immer sie wissen es besser und betreiben Cherrypicking.


Ich Lenke meine Energien dann lieber in Bereiche, wo ich auch viel bewirken kann als mich ständig diesen kläglichen Diskussionen hinzugeben. Wenn sie dann irgendwann totkrank sind aufgrund ihrer Ignoranz, fällt es mir dann aber sicher nicht mehr ganz leicht dann noch Mitleid zu haben. Je nachdem wie sich die Person vorher mir gegenüber verhalten hat, tut es mir dann nicht mal wirklich leid. Gerade dann nicht, wenn man immer gleich verneint und hysterisch wird.

Ich konzentriere mich hier eher auf mich selbst und darauf, gejammere zu ignorieren und meine Meinung zurückzubehalten. Wenn mich jemand explizit fragt, antworte ich ihm aber dann offen und ehrlich. Schließlich wollte er es wissen. Ich denke so kann man am besten damit umgehen.

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25.07.2017
Mit dem Betrieb der Tierfabriken bin ich nicht einverstanden, drum störe ich gerne dieses "das wird schon irgendwie ok sein". Eigentlich sind die meisten ja auch für Gerechtigkeit, Frauen wie Männer behandeln, Homosexuelle nicht schlechter stellen, behinderten ein schönes Leben ermöglichen, etc., schätze vielen ist diese Ungleichbehandlung von Haustieren (kulturell nicht essbaren) und Nutztieren (kulturell essbaren) nur nicht bewusst genug. Welche ethischen Ansätze überzeugen, ist verschieden.

Wäre ich nicht auf diverse Informationen gestoßen, wäre mir Massentierhaltung/Tierquälerei egal, außer die gegenüber Haustieren. Diese Chance, zu reflektieren, das geht nur, wenn man die Zustände kennt und sich darüber im Klaren ist, dass es keine wohlüberlegte/ethisch überdachte Entscheidung war, als man Fleisch serviert bekam, möchte ich anderen auch geben. Daher informiere und kläre ich auf, wo es geht.

Einstein meinte mal irgendwas bezüglich, dass nicht das Böse die Welt bedroht, sondern die, welche das Böse zulassen.

Das kann man auch auf geringere Dimensionen anwenden und sein Nichteinverstandensein mitteilen.
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