Tipps auf taube Ohren?

Erstellt 14.06.2017, von Miera. Kategorie: Allgemein vegan. 23 Antworten.

Tipps auf taube Ohren?
14.06.2017
Hallo in die Runde,
manchmal gerate ich in ein kleines, inneres Dilemma. Ich bin mit meiner Lebensweise, ob Veganismus oder ein anderer Bereich, nicht missionarisch unterwegs. Das kostet mich bei Anderen, die ihr Umfeld hartnäckig bekehren wollen, auch nur Nerven. Ich habe bisher sooo unglaublich viel länger nicht-vegan gelebt, als vegan, dass ich mir gar nichts anmaßen mag und noch sehr gut weiß, wie es ist, der festen Überzeugung zu sein, dass mein Körper ein Frühstücksei aber wirklich braucht... Und in aller Regel lebt es sich ganz fein als jemand, die man mit Fragen löchern darf, die das alles aus der totalen Anfängerperspektive, aber doch auch mit Rückblick auf diverse Ernährungserfahrungen beantworten mag. Doch manchmal entstehen Situationen, in denen ich wirklich gerne mal einen Tipp geben würde, in Richtung „ich könnte mir vorstellen, dass es dir mit deiner Erkrankung viel besser geht, wenn du keine MoPros mehr isst“. Interessanter Weise erlebe ich genau an der Stelle den massivsten Widerstand. Wenn ich einer bestimmten Freundin oder meinem Vater sage „womöglich wird das mit deinem Asthma besser, wenn du das Rauchen aufgibst?“ dann kommt oft einfach nur ein „ach, ich weiß ja, eigentlich hast du ja Recht“ (und mein Vater schraubt gerade nach Jahrzehnten des Ketterauchens sogar tatsächlich seinen Konsum so extrem runter, dass es mich fast aus den Latschen haut!)
Oder ich sage in einer Anderen Situation „dann richte dir doch im Winter nach Möglichkeit ein, früher ins Bett zu gehen?“, da kommt auch nur ein „ja, haste Recht“.
Mir geht es nicht darum „Recht“ zu haben, das sei noch erwähnt! ;) Es kann ja auch sein, dass das Asthma von einer Allergie kommt und die Müdigkeit ein Vit. D Mangel ist, es sind einfach Versuche, eine hilfreiche Idee einzubringen. Aber sobald es um’s Essen geht, wird protestiert: „Nein, Milch ist gesund/ich brauche das, sonst werde ich nicht satt/ warum sollte mir das denn helfen, das ist doch alles gar nicht bewiesen!“ Auf solche Diskussionen habe ich schon gar keine Lust und hilfreich ist das weder für mich, noch für denjenigen, der dann ganz besonders dichtmacht.
Kennt ihr das? Wie handhabt ihr das? Lernen, das einfach für sich zu behalten, oder eine Formulierung finden, die dem Anderen nichts „weg zu nehmen“ droht?


Am besten könnte ich mir noch vorstellen, ein Beispiel aus der eigenen Erfahrung zu geben, aber ich habe ja, zum Glück, nicht alle Probleme meines sozialen Umfelds (gehabt).


Ich bin echt gespannt auf eure Erfahrungen. :)

1x bearbeitet

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14.06.2017
Hallo Miera,

ja, es ist schwer zu akzeptieren, dass andere Menschen sich nicht helfen lassen wollen oder zumindest Tipps annehmen möchten, mit denen es Ihnen ventuell besser gehen könnte.
Ich gehe davon aus, dass die meisten Omnivoren, sich noch nicht eingehender über eine Ernährung ohne tierisches Protein beschäftigt haben. Um solche Tipps annehmen zu können, müsste man wissen, wieso tierisches Protein nicht gesund für uns ist, und da die meisten Omnis dies nicht wissen, fehlt auch das Verständniss, dass es Ihnen ohne tierisches besser gehen könnte.
Und natürlich gibt es Erkentnisse, dass man ohne tierische "Lebensmittel" gesünder lebt.
(Wenn Vollwertig.)
Missionarisch sein, bringt gar nichts, dass merkt man ziemlich schnell. ;)
Das aller beste ist, laut meiner Erfahrung einfach Vorleben!!! Irgendwann findet ein Umdenken statt.
Ich sehe es in meiner Familie, jetzt gibt es an Feierlichkeiten auch mal einen veganen Kuchen oder Muffins, dass war vor 2 Jahren noch undenkbar. (Außer bei meiner Mutter, die auch vegan lebt.)
Letzt habe ich erfahren, dass meine Schwägerin nur noch wenig fleisch kauft und wenn, dann Bio Fleisch. Ich weiß, das ist nicht das Optimum aber hey, ein rießen Vortschritt gegebüber fast täglich "normalen" Fleisch essens. Wer weiß, vielleicht gibt es dort irgendwann kein Fleisch mehr. Wichtig ist, dass ein Umdenken statt findet. :thumbup:
Das tut uns gut, den Tieren, Pflanzen und dem ganzen Planet. Und dabei zählt jeder noch so kleine Schritt! :) :thumbup:

lg.
LiveVegan

2x bearbeitet

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14.06.2017
Solche Situationen finde ich auch ganz schwierig. Meist sage ich nur noch, ich möchte nicht näher drauf eingehen, bin aber gespannt ob jemand eine bessere Idee hat :lol:
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14.06.2017
Also unabhängig davon, ob es um Essen oder Rauchen o. ä. geht, ich persönlich finde es wichtig, NIE ungefragt einen Ratschlag zu geben.
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14.06.2017
Also meine Bekannten, Verwandten und auch viele Arbeitskollegen wissen ja noch, wie beschissen es mir noch vor fünf Jahren ging, als ich noch omnivor, mit dicken, entzündeten Gelenken und Schuppenflechte lebte. Viele sprechen mich darauf an,was ich gemacht hätte um jetzt schmerzfrei und mit einem gesunden Hautbild zu sein. Ich spreche dann die Arachidonsäure in allen tierischen Lebensmitteln an und das diese extrem entzündungsfördernt ist. Dann erzähle ich von basischer Ernährung, die mir geholfen hat, dann werden sie hellhörig. Und dann schwenke ich langsam auf das Thema der Tierquälerei und Ausbeutung. Irgendwie leuchtet das vielen dann ein und ein paar Kollegen haben es auch schon geschafft, etwas zu ändern und fühlen sich auch schon besser.
Aber ich erzähl es auch nur denen die mich ansprechen und auch ehrliches Interesse zeigen.
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14.06.2017
@ LiveVegan :thumbup:
So fing es bei mir auch an, dann sollte es regionales Bio-Fleisch sein und dann wollte ich das Fleisch am liebsten noch lebend sehen und die Gewissheit haben, dass das Tier es gut hatte und an diesem Punkt bin ich fleischfrei geworden.

@ Kerstin - das beste Argument :thumbup:
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14.06.2017
@Hinterfrager, :clap: :thumbup:
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15.06.2017
Wirklich Dana, Nienichtniemals? Also ich finde es grundsätzlich auch friedlicher, Tipps für sich zu behalten, wenn man nicht danach gefragt wurde, aber in manchen Situationen finde ich es auch einfach schön, mal auf den Anderen zuzugehen und die Initiative zu ergreifen. Eine große Rolle spielt bestimmt, in welchem Verhältnis man zueinander steht und: der Ton macht vermutlich wiedermal die Musik, würde ich meinen. ;)
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15.06.2017
Guten Morgen Miera,

ich habe da so meine Erfahrungen gemacht. Selbst in der engsten Familie. Natürlich "rutscht" auch mir ein Ratschlag mal raus, aber ich durfte mir dann auch schon anhören, warum ich denn kein Arzt geworden bin, wenn ich alles besser wüsste. Seitdem versuche ich mich mit ungefragten Ratschlägen zurück zu halten.
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15.06.2017
Ich halte jetzt meistes meine Klappe. Als ich bei einer Teambesprechung mal so nebenbei erwähnte, dass ich finde, dass unsere Bewohner zu viel Fleisch essen (nämlich jeden Tag) kam so ein Gegenwind von meinen Kollegen dass ich da echt keine Lust mehr habe, mit denen noch darüber zu reden. Besonders meine Chefin meinte, nur weil ich Veganerin bin, könnte ich so eine Entscheidung doch nicht für unsere Bewohner fällen (was ich auch gar nicht getan habe) und dass ich das als Nachtwache ja gar nicht beurteilen könnte. Dabei hängen die Pläne fürs Mittagessen für mehrere Wochen in jeden Gruppenraum.

lg Aubergina
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