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Nach "Clean-Meat" Laborfleisch nun auch noch Gen-Milch

Erstellt 20.02.2023, von Vegbudsd. Kategorie: Allgemein vegan. 8 Antworten.

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Benutzerbild von Vegbudsd
Themen-Startervegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
Nach "Clean-Meat" Laborfleisch nun auch noch Gen-Milch
20.02.2023
https://bnn.de/nachrichten/wirtschaft/milliardenmarkt-vor-einer-revolution-was-kann-kuenstliche-milch?utm_medium=Social&utm_source=Facebook#Echobox=1676804370

Nun kommt nach dem Laborfleisch auch noch gentechnisch hergestellte Milch auf uns zu.

Dann wird es für die Hersteller von tierleidfreien Milchalternativen noch schwieriger. Der Markt wird "aufgeräumt", dann kommen wieder die Ökos und brüllen: "lieber das Original als Gentechnik" und wuppdich sind wir wieder weg von den tierleidfreien Milchalternativen und alles bleibt wie früher...


So würde ich strategisch vorgehen, wenn ich die alte Tierleidproduktion bei Milch und Fleisch um jeden Preis erhalten wollte. Kann aber natürlich auch sein, dass die wirklich aus dem Tierleid aussteigen wollen...

Benutzerbild von METTA
vegan4.794 Postsweiblich ObertshausenLevel 4Supporter
20.02.2023
Hallo Vegbudsd
es gibt ja nicht " die Ökos" die alle einer Meinung sind, oder ? Es wird auch unter den Ökos Veganer geben, denen eine Milchalternative immer noch lieber ist, als irgendeine Milch von Kühen , die ausgebeutet werden oder deren Milch genverändert ist. Denn die Ausbeutung ist ja dann immer noch vorhanden!

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lizhan
20.02.2023
Ich find die Theorie ziemlich weit hergeholt und auch nicht schlüssig. Wieso sollten "ökos" nach echter Milch rufen? Wen meinst du denn mit "Ökos"? und seitwann machen Fleischkonzerne und Ökos gemeinsame Sache? Das wär mir neu. Es sei denn du meinst mit Ökos grüne Spitzenpolitiker*innen, dann könnt ich da noch einen Zusammenhang vorstellen ..
Wieso sollten Konzerne, die an der Milch- und Fleischindustrie festhalten wollen, künstliche Milch ins Spiel bringen, um dann hinterher wieder zurück zu rudern? das macht das überhaupt keinen Sinn bei den extremen hohen Entwicklungskosten.


Dass künstliches Fleisch ein Zukunftsmarkt ist, hat doch eher was damit zu tun, dass die Fleischindustrie aus verschiedenen wirtschaftlichen Gründen auf Dauer keine so große Zukunft mehr hat und bei der künstlichen Milch ist es genauso wie mit dem Kunstfleisch bzw. hängt ja beides zusammen und ist gegenseitig abhängig voneinander. Von dem her ist es nur eine logische Konsequenz, dass nun auch versucht wird, Milch künstlich herzustellen. Ich glaub allerdings nicht, dass da die Motivation "Tierelend verhindern" dabei eine große Rolle spielt, sondern es mehr um einen zukunftsträchtigen und lukrativen neuen Markt geht, weil der alte auf lange Sicht wirtschaftlich schrumpfen wird.

4x bearbeitet

Benutzerbild von Vegbudsd
Themen-Startervegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
20.02.2023
Wen meinst du denn mit "Ökos"? und seit wann machen Fleischkonzerne und Ökos gemeinsame Sache?


Erinnere mich noch ganz gut an den Aufschrei, als seinerzeit über "Analogläse" ohne Kuhmilchanteil geschimpft wurde. Dass Gentechnik nicht nur bei "grünen Spitzenpolitikerinnen" schlecht angesehen ist, sondern durchaus in im Bereich der ökologisch interessierten Menschheit keinen guten Stand hat, ist sicher nicht nur mir aufgefallen.


Das hat weniger was mit "gemeinsame Sache machen" zu tun, als mit durch die Tierleidkonzerne hinters Licht geführt und missbraucht werden.

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lizhan
20.02.2023
ich versteh deine Argumentation trotzdem immer noch nicht und find dass da unterschiedliche Motivationen durcheinander gewürfelt und komisch vermischt werden. Ökologisch interessierte Menschen kommen wohl auch nicht um hin, die Tierindustrie kritisch zu beurteilen. Ich kenne zumindest viele ökologisch interessierte Menschen, von denen niemand die Massentierhaltung gut heißt und gleichzeitig sind sie kritisch gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln.


Ich denk aber immer noch, dass das ziemlich verquer ist anzunehmen, dass die Fleischindustriekonzerne so einen Weg gehen sollten, da sind Milliarden an Investitionen nötig und das alles, um nachher zu einer Industrie zurück zu kehren, von der klar ist, dass sie auf einem absteigenden Ast ist, weil sich gar nicht mehr genug Ressourcen da sind, soviel Energie in die natürliche "Fleischproduktion" zu stecken?


Wirtschaftlich sicherlich viel "sinnvoller" so wie Rügenwalder es macht: Zweigleisig fahren und somit gleich dafür sorgen, dass man auch im künstlichen Fleisch- und Milchmarkt einen Fuß in der Tür hat und so gut und so lang wie es geht aus beiden Sektoren Geld abschöpfen. Ob da ein paar "Ökos" gegen Gentechnik argumentieren, geht denen doch ziemlich am A* vorbei... Da gehts ums große Geld und nichts weiter... Denen ist letztlich ziemlich wurscht, ob sie aus einem Rind Wurst machen oder auch irgendwelchem laborgezüchteten Fleisch, Hauptsache die Gewinnspanne stimmt. Für die Milch gilt garantiert das gleiche.

Benutzerbild von Sunjo
vegan2.922 PostsweiblichLinzLevel 4Supporter
20.02.2023
Ich bin mir auch sehr sicher, dass die Genkraftgegner nicht in der Industrie sitzen. Ich glaube, eine gewisse Wissenschaftsferne/Unaufgeklärtheit/Fehlinformiertheit der Bevölkerung (vor allen an letzteren hat auch die Partei "Die Grünen" keinen unwesentlichen Anteil und tritt außerdem auch heute noch überwiegend gentechnikfeindlich auf - es ist eher eine Minderheit, die da auf die Wissenschaft hört und nicht auf Stimmenfang bei der unaufgeklärten Bevölkerung setzt) ist hier eher das Problem. Wären nämlich nicht so viele grundsätzlich dagegen, könnte besser und kontrollierter daran geforscht werden und vor allem die positiven Errungenschaften, die schon vorhanden sind, auch leichter eingesetzt werden.

Stichwort: naturalistischer Fehlschluss
Dazu lesenswert (ein Artikel einer Veganerin über das unnatürliche Supplementieren bei veganer Ernährung): https://vegped.com/fehlschluss/

2x bearbeitet

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Heinzi
09.04.2023
Gerade auf VGT gelesen:
Agrar-Lobby setzt sich durch: Italien will Zell-Fleisch verbieten
https://vgt.at/presse/news/2023/news20230405mn.php

Benutzerbild von Vegbudsd
Themen-Startervegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
10.04.2023
Ich bin mir auch sehr sicher, dass die Genkraftgegner nicht in der Industrie sitzen.


Da hast Du sicher Recht! Auch ich teile nicht die Ansicht, dass unsere Heil in den Eingriffen in die "natürlichen" Prozesse auf Gentechnikbasis der Königsweg sind. Das Problem bei fast allen Techniken, die zunächst hochgelobt werden, später dann mehr oder weniger deutlich in Ungnade fallen ist doch erfahrungsgemäß, dass die negativen Folgen von den häufig auch von rein wirtschaftlichen Interessen getriebenen "Erfindungen" erst Jahre später zu Tage treten, dan aber oft mit ziemlich bösen Folgen. Guck Dir einfach mal an, was in den Böden, dem Grundwasser und den Meeren los ist. Glyphosat ist ebenfalls ein Beispiel für diese Entwicklung, zwar keine Gentechnik, aber eben eines der Beispiele für erst Jahre nach dr Einführung festgestellten Schäden bei Mensch und Tier.

Selbst die Erfinderinnen (und Nobelpreisträgerinnen) der "Genschere" https://de.wikipedia.org/wiki/CRISPR/Cas-Methode warnten in Interviews vor dem unreflektierten und massenhaften Einsatz dieser Technik und schlugen Ethikkommissionen vor.

Misstrauisch macht mich übrigens der Euphemismus "Genkraft", der sich hoffentlich nie als ähnlicher Trugschluss herausstellt wie die inzwischen als "Atommüllproduktion" für dauerhaft unter Kontrolle zu haltendem, nicht endlagerfähiger Problemmüllproduzentin herausgestellte "Kernkraft" eindrücklich gezeigt hat - abgesehen von den Unfällen, von denen wir vermutlich im Militärbereich nur einen Bruchteil erfahren haben.

Stell Dir vor, es werden gentechnisch veränderte Organismen freigesetzt, deren tatsächliche Gefahren erst Jahre später, wenn der Geist nie mehr zurück in die Flasche geht, heftigste Schäden anrichten.

Wie ja so oft in der Vergangenheit bei anderen tollen Erfindungen geschehen.

Die Erfinder sind dann oft schon tot, die Firmen, die verantwortlich für die Freisetzung entweder nicht mehr haftbar zu machen, pleite oder dichtgemacht, die Opfer oft jahrzehntelang auf zumeist schlechte staatliche Unterstützung angewiesen, die sie sich erst jahrelang in unwürdigen Prozessen erstreiten müssen, usw. usw.

Das dahinterstehende Bedenkenpotenzial der als "Genkraftgegner" (schade, dass diese oft bestens informierten Leute dergestalt diffamiert werden) hat also weniger mit irgendeiner vor allem bei "Grünen" gepflegten, ideologisierten "German Angst" zu tun, sondern basiert auf inzwischen jahrzehntelangen Erfahrungen mit solchermaßen unters Volk gebrachten "Errungenschaften" der modernen Technik und Wissenschaft insgesamt und der Erkenntnis, dass dann, wenn die Probleme sichtbar werden, die selbe Wissenschaft nur noch schulterzuckend daneben steht, statt tatsächlich sinnvolle Lösungen anzubieten.

Dazu kommt die Trägheit, oft sogar Unwilligkeit der politischen Systeme, auf solche Problemlagen adäquat zu reagieren.

Wie war das noch mit dem Klimawandel durch jahrzehntelange ungebremste Emissionen aus der tollen Nutzung fossiler Brennstoffe statt umweltfreundlicher Energielieferanten (jetzt bloß nicht Atommüllproduktion als umweltfreundlich bezeichnen!).

Stele mir besser nicht die katastrophalen Spätfolgen vor, die "Genkraft" noch so hervorbringen wird. Das Potenzial dafür ist allemal vorhanden.

Benutzerbild von Sillium
vegan80 PostsKrefeldLevel 3
17.04.2023
Ich finde das hier das Gewicht Chancen - Risiko hier stark auf der Seite der der Chancen liegt.
Wenn es wirklich Invitro Fleisch und Milch in ausreichendem Maße gäbe und diese zu realistischen Preisen verfügbar ist, können schlagartig ca. 30% der Treibhausemissionen eingespart werden. 1/3 der Landfläche würde frei werden, unsere Nutztierarten können endlich aussterben oder zumindest können die Bestände drastisch reduziert werden, kein Antibiotikamissbrauch in der Landwirtschaft mehr, keine Fleischabfallverkäufe nach Afrika, kein Milliardenfacher Mord mehr....

Und wieso sollten Milchalternativen etc. aussterben? Hier besteht immer noch ein gesundheitlicher Vorteil gegenüber tierischen Fetten. Da das Gesundheitsbewusstsein allgemein steigt wird es diese Produkte sicher weiter geben. Auch wenn die In Vitro Produkte weit weniger belastet und gesünder sein werden als die Folterprodukte die es derzeit gibt, bleiben es gesättigte Fette / Östrogenbomben usw.
Ich bin sicher du wirst weiterhin wählen können was du isst/trinkst. Und die die sich für In Vitro entscheiden oder beides nutzen möchten schaden zumindest im schlimmsten Fall nur noch sich selbst.

1x bearbeitet

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