Freunde

Erstellt 23.11.2016, von LILIE-72-. Kategorie: Allgemein vegan. 17 Antworten.

25.11.2016
Da bin ich ganz bei Jogi. Eine Freundschaft verbindet mehr als nur die Essgewohnheiten.
Das kann nicht das entscheidende sein. Wenn eine Freundschaft daran zerbricht, dann stimmen noch andere Dinge nicht. Alle meine Freunde sind Fleischesser und meine Freundschaften leiden darunter nicht. Man muss auch nicht ständig seine vegane Lebensweise im Freundeskreis thematisieren. Ich tue es jedenfalls nicht.
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25.11.2016
Hallo Henk,

Zitat Henk:Eine Freundschaft verbindet mehr als nur die Essgewohnheiten..

Um mal für die "extreme" Ecke zu sprechen, dir aber gleichzeitig Recht zu geben:
Vegan ist für mich mehr als eine Essgewohnheit.

Vegan bedeutet für mich uneingeschränkten Respekt vor jeglichem Leben, empfindenden Lebewesen keinen unnötigen Schmerz zuzufügen und nicht zuletzt ein möglichst nachhaltiges Leben.

Diese Grundsätze sind natürlich sehr individuell und "Fleischesser" ist ein sehr dehnbarer Begriff!

Wenn diese Grundsätze jedoch bei anderen Menschen nicht im Ansatz vorhanden sind (unabhängig davon, ob ich diese bereits kenne, mit ihnen befreundet bin oder sie gerade erste kennen lerne), ist eine Freundschaft, zumindest für mich, ausgeschlossen.

Ich habe z.B. auch egozentrierte Veganer kennengelernt, die aus gesundheitlichen Gründen vegan wurden und denen die Tiere und unsere Umwelt vollkommen egal sind.
Hier finde ich - trotz gemeinsamer Essgewohnheiten - keine Berührungspunkte.

Soll nicht heißen, dass ich diese Motivation vegan zu leben nicht anerkennen oder unterstützen würde, jedoch kann "Freundschaft" für mich nur auf geistiger Ebene existieren - und hier wären die Rahmenbedingungen denkbar ungünstig.

Grüße,
Falk
4x bearbeitet

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26.11.2016
Meine Freunde sind auch allesamt Nicht-Veganer. Viele essen vegetarisch, aber einige auch Fleisch. Bei mir sind aber alle ganz offen und essen immer vegan mit oder sind neugierig es auszuprobieren. Bin noch nie in meinem Freundeskreis auf Abwehr gestoßen.

Ich fänd es toll, wenn mehr Leute vegan essen würden, aber ich verurteile auch niemanden, der es nicht tut. Für mich ist es auch mehr als eine Essgewohnheit, aber dennoch ist es mir tatsächlich fast gleich, was andere Leute essen. Ich musste auch erst dahin kommen, wo ich jetzt bin. Ich wünsche mir für andere, dass es ihnen irgendwann auch mal so geht.

Viele Grüße
Jonna
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27.11.2016
Hallo Falk,


mit Deiner Definition von „vegan“ gehe ich völlig konform. Natürlich ist auch für mich eine vegane Lebensweise mehr als eine Essgewohnheit.

Zitat Nefasu:
Vegan bedeutet für mich uneingeschränkten Respekt vor jeglichem Leben, empfindenden Lebewesen keinen unnötigen Schmerz zuzufügen und nicht zuletzt ein möglichst nachhaltiges Leben.


Gewisse Grundsätze im Rahmen einer Freundschaft sind auch bei mir unabdingbar. Aber Deine Aussage, dass Freundschaft für Dich nur auf geistiger Ebene existieren kann, kann ich für mich so nicht übernehmen. Das ist mir zu wenig. Neben gemeinsamen und unterschiedlichen Einstellungen zum Leben, ist mir Emotionalität im Zusammenhang mit Freundschaft ganz wichtig. Mit Freundschaft verbinde ich auch Empathie, Spaß und Freude miteinander teilen, miteinander lachen und weinen können, Lust am Leben, Trauer und Leid. Die intellektuelle Ebene ist nur ein Baustein.

Gruß
Henk
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27.11.2016
@ Falk und Henk:
Ich denke die Kernaussage (so verstehe ich das zumindest) ist: meist ändern sich mit der Entscheidung, vegan zu essen, auch viele weitere Dinge/Einstellungen wie Interessen, bewusster Umgang mit Resourcen, Hinterfragen von dies und das... und diese Entwicklung kann jemanden natürlich "weiter weg" von seinen bisherigen Bekanntschaften bringen und dazu führen, dass es "nicht mehr passt". Der Mensch ist für gewöhnlich einfach eher unter "seinesgleichen", also anderen Menschen, die ähnliche Werte und Moralvorstellungen vertreten.

Bei mir beobachte ich, dass einige der früheren "Bekannten" auch nicht mehr da sind (passt nicht mehr), die festen Freundschaften weiter halten (weil sie meine Entwicklung auch intensiver begleiten - und ich ihre Entwicklung im Gegenzug auch) und was an neuen Bekannten/Freunden hinzukommt, kommt dann natürlich aus der "aktuellen Entwicklungsrichtung", hat also irgendwas mit bewusstem Umgang, Nachhaltigkeit, veganem Essen usw. zu tun.

Denke das ist ein logischer Prozess.
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27.11.2016
Hallo Jogi,

Das ist bei mir nicht so.
Ich will Dir ein Beispiel geben. Ich bin seit einiger Zeit in der Flüchtlingshilfe tätig, und das ist noch nicht so lange. Seit dieser Zeit habe ich Menschen kennengelernt, ich würde sie noch nicht als Freunde bezeichnen, sie sind aber für mich mehr als nur Bekannte geworden. Hier habe ich einige ins Herz geschlossen und keiner von denen ist Veganer. Dies ist hier absolut sekundär und mir erst mal völlig gleichgültig, wie deren Einstellung zu einer veganen Lebensweise ist. Hier geht es um ganz andere Dinge. Ich will damit sagen, auch wenn man sich in eine bestimmte positive Richtung entwickelt und diese weiter verfolgt, sollte man sich den Blick nach links und rechts bewahren, der gleichzeitig weitere Richtungen eröffnen kann, von denen Du und andere profitieren können.


Gruß
Henk
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28.11.2016
Also meine Freund haben ganz locker reagiert, ziehen mich zwar ab und zu auf damit aber ich weiß ja wie Sie es meinen.
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29.11.2016
Hallo Henk,

dein genanntes Beispiel ist natürlich ein bisschen komplexer, weil es auf unterschiedlichen Ebenen (Bedürfnispyramide Maslow) ruht: während es bei Flüchtlingen um die Befriedigung von Grundbedürfnissen geht (Nahrung, wohnen, Heimat...), ist dein gelebter Veganismus sicherlich auf einer anderen Ebene einzordnen. So haben diese erstmal nicht viel miteinander zu tun.

Natürlich entstehen Freundschaften durch weit mehr Verbundenheit als die des Essens. Grundsätzlich (und das ist eben das, worauf ich hinaus will) findet man einen Veganer halt eher in der Flüchtlingshilfe als bei Nazis. Man findet Veganer eher in Umweltschutzgruppen als in der Ölindustrie und und und... Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel; die Tendenz ist denke ich aber schon klar.
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