Ekelempfinden bei Ei- und Fleischgerüchen

Erstellt 07.07.2021, von Vegbudsd. Kategorie: Allgemein vegan. 13 Antworten.

Ekelempfinden bei Ei- und Fleischgerüchen
07.07.2021
Seit langem beobachte ich bei meiner Frau und mir eine neben der schon bekannten Tierleidallergie ein immer stärker auftretendes Ekelgefühl bei Gerüchen, die beim Fleischbraten oder Grillen der Nachbarn zu uns herüberwehen, oder dem Geruch von Eiern oder Eierspeisen. Das gemeine daran ist der "pawlowsche Effekt", der dazu führt, dass das ausgeprägte Ekelgefühl bereits dann auftritt, wenn solche Sachen in den widerlichen Fleischistenpornos der örtlichen Einzelhändler und Sterbensmittelketten gezeigt werden, oder gar beim Anblick entsprechender Darstellungen in Reklamen oder in Fernsehsendungen. Auch beim Radiohören tauchen entsprechend negative Assotiationen auf, wenn über die "Grillfreuden" durch die Moderatorlinge fröhlich locker vom Hocker mitten im schönsten Sommerfeeling einem die Leichenteilbraterei in den Kopf geknallt werden, ohne dass man die Chance hat, schnell genug den Sender zu wechseln.
Neben den direkten Ekelgefùhlen bis hin zum Brechreiz, die dadurch hervorgerufen werden, werde ich ständig mit dem durch den Verzehr tierleidbasierter Produkte wie Eier, Milchprodukten oder Fleisch und Fleischprodukten unweigerlich verbundenen massiven Tierrechtsverletzungen und dem unendlichen Leid der Tiere konfrontiert, ohne, dass mich irgendein Emissionsschutzgesetz gegen solche unentrinnbaren "Vergewaltigungen" schùtzen würde, oder ich mich sonst wie gegen solche Übergriffe faktisch in zumutbarer Weise wehren könnte.
Ich bemerke eine schleichende, aber deutlich spùrbar wachsende Abneigung
gegen diese Dinge.


Schade, dass dagegen nicht wirklich bisher deutlicher Widerstand gewachsen ist. Kein Infraschallgeblubber, kein "Nasenlandschaftsverschandelungsgelaber", all das gibt es nur, wenn wirklich was verbessert werden soll, mit dem nicht nur ein paar wenige Leute Geld verdienen. Der Schutz vor ständigen Fleischistenùbergriffen auf das persönliche Ekelzentrum hingegen interessiert scheinbar niemanden.

Ich finds einfach nur ekelhaft
1x bearbeitet

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07.07.2021
hey Vegbudsd, das kann ich alles sehr gut nachvollziehen!


Habe auch schon überlegt, ob man diese Metzgereien, nach denen dann ganze Straßenzüge stinken (toll! Wir schlachten selber!), nicht irgendwie wegen Geruchsbelästigung verklagen kann?


Ich arbeite paar Häuser weiter von einer solchen Metzgerei, und ich muss jedesmal die Strassenseite wechseln, weil mir bei dem Geruch auch total übel wird - man weiss jetzt einfach, wie "Tot" riecht. Vermutlich genau das, was die Tiere riechen, wenn sie im Schlachthof ihren Artgenossen folgen müssen...


So war das schon immer bei Fleischtheken, und ja, wenn man im Supermarkt auf seinem Weg gezwungen ist, an der Fischtheke vorbei zu laufen, dann ist alles noch mal so ekelhaft - in der Metro kommt man ja z.B. nicht anders daran vorbei zu den Kassen, oder nur mit 2 km Umweg. Zu Nordsee kann ich wegen des ekelhaften Geruchs auch gar nicht rein, auch wenn sie bereits vegane Alternativen anbieten.


Und stimmt, in Berlin haben viele Menschen früher in der S-Bahn hartgekochte Eier gepult und gegessen, oioioi, das war auch eine wahnsinns Geruchsbelästigung, oder Eiersalat :wtf: . Heute sind es leider die Döner, die den gesamten Waggon übelst verpesten, ich muss dann ebenfalls in ein anderes Abteil wechseln.

Man riecht einfach den Tot, und das ganze Gegrille um einen herum kann einem Veganer schonmal wie Geruch aus einem Krematorium vorkommen....


Das Problem ist, dass wir mit den Omnivoren irgendwie auch auskommen müssen, um was zu verändern. Wir machen keine Fortschritte, stecken niemanden an damit, dass wir doch mit dem Veganismus eine gute friedliche Idee in die Welt tragen wollen, wenn wir ihnen nur immer wieder massiv vor den Kopf stoßen (was auch ich gerne tue)... Das andere will geübt werden, das Vermitteln, das Brückenbauen, das Alternativen-Aufzeigen, die Masse erreichen. So ähnlich musst Du das ja bei den Grünen auch machen, gell? Wenn Frau Baerbock meint, Grillen mit totem Tier gehört dazu: https://www.peta.de/presse/gruenen-chefin-baerbock-grillt-klimakiller-peta-appelliert-an-kanzlerkandidatin-der-umwelt-zuliebe-an-veganstart-programm-teilzunehmen/
Danke Peta! :clap:
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07.07.2021
Hallo Salma
ich fürchte die Grünen haben seit dem Ankündigen des Veggietages , bei der sie dann heftig verloren haben , jetzt Angst durch eine Ansage von Frau Baerbock über veganes Essen das nochmal durch zu machen , wenn sie das wieder anpreisen. Und Frau Baerbock wird sowieso im Moment von allen Seiten angegriffen, wegen angeblichen Plagiatsvorfällen in ihrem neuen Buch und wegen ihrer Biografie.
Die C Parteien und auch AfD wollen wahrscheinlich mit aller Macht verhindern, dass eine Grüne zur Bundeskanzlerin erkoren wird.
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07.07.2021
Auf der politischen Ebene von Baerbock und Kollegen, ist vegan noch nicht wirklich angekommen. Die sind stolz darauf, dass sie das Wort Klimawandel inzwischen unfallfrei buchstabieren können. Die "Zukunftskommission" für die Landwirtschaft Merkel bringt in Bezug auf Tierschutz tatsächlich um die Ecke rum viel mehr. Fünfzig Prozent Reduktiin von Fleischkonsum, massive Güllereduktion nach niederländischem Vorbild, Ausstieg aus der Tier"produktion" für den Export sind die Dinge, die mit Unterschrift der Landwirte für die zukünftigen Regierungen ins Stammbuch geschrieben wurden.

@Salma, ich sag das ja nur hier unter uns. Ich werde nicht zu meinem Nachbarn rennen, und mit ihm rumstressen.
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09.07.2021
Ganz so schlimm ist es bei mir noch nicht, mit dem Ekel. Das kommt vielleicht noch mit den veganen Jahren. Wenn ich an einem Bratwurststand vorbeigehe finde ich das ehrlich gesagt sogar manchmal lecker… bis mir dann die Tiere einfallen.
Was aber gar nicht geht ist der Nachbar unter uns mit seinem Grill. Jedes Wochenende knallt er das Ding mit massenhaft Fleisch von der billigsten Sorte voll. Sicher 4kg jeweils für 3 Personen. Das ekelt mich dann wirklich an. Mein Mann hat da auch immer seine Idee, wie er den Grill gerne löschen würde… :lol:
Besonders wenn ich Wäsche aufgehängt habe nervt es mich, weil ich dann alles rechtzeitig von der Leine nehmen muss, damit nicht alles nach Grill stinkt.

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09.07.2021
Ich mag keinen Grillgeruch, empfinde aber nicht grundsätzlich Ekel bei dem Geruch von Fleisch und Wurst. Ersatzprodukte riechen ja vergleichbar. Ekelst du dich vor denen dann auch, Vegbudsd? Das wäre ja extrem schade.
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09.07.2021
Nein, natürlich nicht. Aber es gibt einen bestimmten Gestank bei Eiern oder Fleisch, sowohl gekocht als auch grbraten, da wird mir anders. Röstaromen, die man ja auch bekommt, wenn man Sojaschnetzel ader Bratkartoffeln anbrät oder so finde ich nicht störend. Aber es ist oft so, wie Bianca berichtet, dass gerade der ekehafteste Geruch nach widerlichem Billigfleisch einem zum Feierabend oder am Wochenende in die Nase steigt - mit dem geschilderten Effekt.
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26.07.2021
Selbst wenn in meiner Partnerschaft keinerlei Verständnis für meine Entscheidung bestehen würde, könnte mich niemand zwingen, für mich ekelhafte oder unmoralische Dinge zu tun oder solcherlei hergestelltes Zeug zu essen. Die Vorstellung, dass ein Kindd an den Beziehungsproblemen der Eltern zerbricht, stimmt in den seltensten Fällen. Es wird sich nach der Trennung der Eltern wegen der dann nicht mehr so deutlich zu Tage tretenden Spannungen und dauernden Auseinandersetzungen eher erholen. Im Zweifel empfehle ich ganz ausdrücklich auch hier die Beratung durch ProFamilia oder ähnlichen (gerne auch kirchlichen) Organisationen, die einem bei solchen Problemen sicher sehr hilfreich zur Seite stehen.

Mich in einer Partnerschaft erpressen zu lassen ist ein No Go und würde für mich definitiv zur Beendigung dieser Beziehung führen. WO so wenig Respekt vor mir und meinen Einstellungen herrscht, will ich nicht länger mein Engagement und meine Fürsorge hineingeben.


Das wird sich sicher auch dann nicht ändenr, wenn ich die mir wichtigen Punkte aufgebe um mich um des lieben Friedens Willen anzupassen in der Hoffnung, dass damit ein friedliches, für die ganze Familie gutes Zusammenleben wiederhergestellt werden könnte - das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht passieren, eher das Gegenteil, denn damit signalisiere ich lediglich, dass ich erpressbar bin und Menschen, die so drauf sind, sich nur etwas anstrengen müssen um mit mir tun und lassen zu können was sie nur wollen.

Daran wäre mein Kind zerbrochen. Und es hätte noch dazu jeden Respekt vor mir verloren und eine Erziehungslektion bekommen, die ganz sicher nicht dem entspricht, was gute Erziehung erreichen sollte.
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27.07.2021
Also: Ich finde deinen Beitrag, Vegbudsd, insgesamt sehr gut, ich empfinde oft gleiches. Ich bin natürlich diesbezüglich auf deiner Seite, finde es jedoch immer wieder schade, wie manche Leute sich in unserer Bewegung ausdrücken: Du hast dich, wie ich finde, etwas zu extrem ausgedrückt: Wörter wie ,,Fleischistenpornos", ,,tierleidbasierte Produkte" oder ,,unentrinnbare ,,Vergewaltigungen"", kommen nicht gut, und so wird man, ich habe die Erfahrung gemacht, bei Omnis generell keinen Erfolg haben, auch wenn es Produkte sind, welche mit großem Tierleid in Verbindung stehen, und dich der Geruch ekelt, finde ich, sollte man so etwas nicht so radikal und angreifend formulieren, denn genau so, genau so reagieren viele Omnis, wenn sie das Wort vegan hören; radikal und angreifend. Wenn ich ein Ominös wäre, mich gerade frisch mit dem Thema befasst hätte, vielleicht nur noch zweimal die Woche Fleisch essen würde, also schon mal (stolz) einen Anfang gemacht hätte, auf dieses Forum und diesen Beitrag gestoßen wäre und die Wörter ,,Fleischistenpornos" und ,,Sterbensmittelketten" hören würde, würde ich mir denken ,,was sind Veganer denn für radikale Menschen, die beschimpfen uns Omnis ja schon fast, das ist ja fast schon wie das ,,du isst Fleisch, du bist ein Mörder" Ding. Ich glaub, ich lass das ma mit dem Veganismus". Insgesamt sind deine Worte völlig richtig, nur die Ausdrucksweise empfinde ich, und das als Veganer, als etwas radikal und extremistisch, und damit möchte ich natürlich dich und unsere Bewegung keineswegs angreifen.
LG
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28.07.2021
Überzeugen kann ich sowieso niemanden. Höchstens auf unterschiedliche Arten versuchen, zum Nachdenken anzuregen. Die Ausdrücke die Du kritisierst sind der Versuch, schlimme Dinge eben nicht mit beschönigenden Begriffen zu belegen, sondern sie als das zu benennen, als das ich sie ansehe.
Es ist ein Teil der Masche der Massentierzerstörungsindustrie, mit beschönigenden Bildern und Begriffen von den entsetzlichen Dingen abzulenken, die tagtäglich geschehen. Du hast aber selbstverständlich Recht, wenn ich mit Leuten zu tun habe, die sich bisher nicht damit auseinandergesetzt haben, knalle ich ihnen auch nich als erstes diese Ausdrücke um die Ohren. Wir jedoch der Eindruck erweckt, es ginge dabei lediglich um eine x-beliebige andere Meinung, bei der es letztlich gleichgültig ist, welche Entscheidung man trifft, werde ich auch deutlicher.

Wer sich mit Tierleid und den Möglichkeiten auseinandersetzt, dieses zu vermeiden, wird sich sicher auch durch solche Formulierungen nicht davon abhalten lassen. Und wer nicht selbst davon überzeugt ist, dass etwas geändert werden sollte, wird sich auch durch mit Engelszungen vorgetragenen Beschönigungen nicht in seinem Verhalten beeinflussen lassen.

Es creut mich jedenfalls, dass Du Dir offensichtlich ehrlich Gedanken dazu machst, wie Menschen erfolgreich fùr die vegane Lebensweise begeistert werden können.

Ich finde immer die Aussage ganz hilfreich, dass jedes nichtgegessenes Stück Fleisch, jede nichtverzehrte Scheibe Wurst, Käse, jeder nichtgegessene Becher Joghurt oder Quark (und sei er noch so lecker mit süßen Früchten zubereitet) oder jeder nicht getrunkene Becher Milch letztlich ein ganzes Tierleben rettet und entsprechendes Leid vermeidet.
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