vegan2.385 PostsweiblichBERLINLevel 4
14.12.2024Guck ich mir demnächst gleich an.
19.12.2024Mich hat der Film ein Stück weit enttäuscht. Er deutet an, Jesus, Mohammed und Buddha hätten sich gegen das Töten von Tieren ausgesprochen und die religiösen Autoritäten würden das seither vertuschen. Und das ist, sagen wir mal, weit hergeholt.
Die Art, wie Religionen das Töten von Tieren "heiligen", ist durchaus ein interessantes Thema für Kritik, und der Film spricht es auch stellenweise gut an, aber insgesamt hätte er besser sein können.
vegan7 PostsweiblichBonnLevel 1
19.12.2024Ja, es ist in der Tat "weit hergeholt". Ich persönlich finde es allerdings total plausibel und einleuchtend, dass dem so war. Für mich macht das absolut Sinn.
vegan5.374 Postsweiblich ObertshausenLevel 3
19.12.2024Ich habe nur den Anfang gesehen, aber da er in Englisch ist, nicht so viel verstanden und deshalb aufgehört.
20.12.2024Ich gebe mal ein Beispiel für das, was ich meine. Im Film wird die Geschichte erwähnt, wie Jesus die Geldwechsler aus dem Tempel vertrieben hat.
Zunächst einmal muss man wissen: Das kann so, wie in der Bibel geschildert, nicht passiert sein. Im Tempelbereich waren überall bewaffnete Wachen, die genau solche Vorfälle unterbinden sollten. Jesus wäre auf der Stelle verhaftet worden.
Ein Historiker (ich weiß den Namen nicht mehr) hat vorgeschlagen, dass Jesus und seine fanatischsten Anhänger vielleicht selbst bewaffnet da aufgetaucht sind und die Wachen überwältigt haben. Dagegen spricht aber, dass ein so denkwürdiges Ereignis höchstwahrscheinlich von Flavius Josephus und anderen Historikern erwähnt worden wäre.
Was genau da passiert ist, lässt sich heute nicht mehr sicher sagen, und auch, dass die Geschichte frei erfunden ist, ist im Bereich des Möglichen. Aber unabhängig davon steht die Geschichte in der Bibel um eine Botschaft zu transportieren und um diese Botschaft zu verstehen, muss man den Zustand des damaligen Judentums kennen.
Es gab ein "offizielles" Judentum, das auf den Tempel in Jerusalem zentralisiert war. Gläubige Juden mussten dort bestimmte Tiere opfern lassen um sich von ihren Sünden reinzuwaschen. Und das ging nur dort, man musste dafür extra nach Jerusalem pilgern.
Es gab aber auch abweichende Strömungen, denen es ein Dorn im Auge war, dass die Priesterschaft im Tempel die Religion derart monopolisierte. Sie hielten die Priester für korrupt und glaubten, das sei auch der Grund warum Gott zuließ, dass die Römer über das Land herrschen.
Das frühe Christentum muss sich aus einer dieser Strömungen entwickelt haben oder zumindest davon beeinflusst worden sein. Im Christentum gilt daher heute noch, dass Jesus das ultimative Opfer war, das alle anderen Opfer überflüssig gemacht habe. Man muss dazu auch wissen, dass die Evangelien erst nach der Zerstörung des Tempels aufgeschrieben wurden, ein Ereignis, dass aus christlicher Sicht wie eine Bestätigung des eigenen Glaubens gewirkt haben muss.
Das Entscheidende ist aber: Es geht nicht um die Tiere oder Veganismus, das interpretiert der Film da rein. Es war ein politisch-theologischer Machtkampf gegen das Tempelpriestertum.
Vielleicht bringe ich später noch ein Beispiel, das im Film nicht erwähnt wird, wo die Annahme des Films aber besser passt. Denn wie gesagt, der Film spricht durchaus ein interessantes Thema an und es lohnt sich, das mal genauer zu betrachten.
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