Diskriminierung: Wie geht ihr damit um?

Erstellt 23.05.2021, von Doro. Kategorie: Allgemein vegan. 23 Antworten.

14.06.2021
Ist ja ein Thema, welches uns Veganer/Vegetarier immer wieder beschäftigen wird. Deshalb will ich mich nochmal zu Wort melden, weil es mir wichtig ist, dass niemand wegen seiner eigentlich sehr positiven und ethischen unangreifbaren Einstellung diffamiert wird. Und dann noch oft von Menschen, die sich einen feuchten Dreck um ihre Umwelt kümmern. Meistens sind aber genau diese Menschen die lautesten von allen und finden deshalb Gehör. Ganz nach dem Motto: der lauteste Löwe wird wohl der wichtigste sein.
Für mich unterscheiden sich die Kritiker der veganen/vegetarischen Lebensweise in verschiedene Gruppen:
Gruppe 1:
man könnte sich durchaus vorstellen, mal das Lager zu wechseln. Ist aber vielleicht noch nicht so weit, Veganer/Vegetarier zu werden. Entsprechend harmlos (für uns) fallen aber die Fragen aus. Mit Leuten der Gruppe 1 sind natürlich die angenehmsten Gespräche zu führen, weil ja keine Provokationen zu erwarten sind.
Gruppe 2:
Die spaßigen Frotzler. Eigentlich meinen sie es ja nicht böse und eigentlich tut es ihnen ja auch ein wenig leid, sich lustig über den Vegetarier/Veganer. Weil man den ja eigentlich ganz nett findet, aber er hat halt so einen komischen Ernährungsplan - so ganz ohne Fisch und Fleisch. Das kann doch nicht gesund sein.
Meistens enden die Gespräche über die Ernährung mit Leuten der Gruppe 2 damit "Ich denke, es sollte jeder essen und trinken, was er möchte."
Gruppe 3:
Die Stänkerer. Man fühlt sich selbst einfach stärker, indem man eine (starke) Minderheit versucht, schwach zu reden. Da kommen dann so Schenkelklopfer wie "ihr esst meinem Futter das Futter weg".
Lösung: einfach locker bleiben. Da sind vor allem harmlose Provokationen. Entweder sind dir diese Menschen eh nicht wichtig, dann muss es dich eh nicht jucken, was er/sie von dir denkt. Oder er/sie ist dir wichtig, dann gibts auch andere Themen, über die man sich unterhalten kann.
Gruppe 4:
Die Weltverschlechterer. Die haben tatsächlich Angst davor, dass so Menschen wie wir ihnen was wegnehmen. Nach dem Motto: "Du bist schuld, wenn die Metzgerei bei uns im Dorf zumacht." Oder: "Das kann doch nicht normal sein, der Mensch muss Fleisch essen. Erst Fleisch hat in der Steinzeit das Gehirn zum Wachsen gebracht."
Bei ihnen hilft tatsächlich nur noch eine verstärkte Form des "Coolbleibens", vielleicht gespickt mit einer spaßiger Antwort, dass z. B. "die größten und schlausten Tiere auf dem Planeten sind Vegetarierer" oder "ich habe nur wegen meinen Aggressionsanfällen mit dem Fleischkonsum aufgehört (früher hätte ich so Leuten wie dir ein paar auf die Nase gegeben :D - okay das muss man natürlich nicht unbedingt sagen, außer man sit stärker als das Gegenüber :happy: )."


Also kurzum, meiner Meinung nach leben wir am besten damit, Streitereien aus dem Weg zu gehen. Wir werden einen eingefleischten Vegan-Verweigerer mit ellenlangen Diskussionen nie umstimmen können. Am Ende regen wir uns nur über das Gespräch auf. Gruppe 1 und 2 sind jedoch nicht "verloren". Wer dazu gehört, merkt man ja schnell beim Gespräch. Oft kommen ernstgemeinte Fragen oder Aussagen wie "ich esse ja selbst auch immer weniger Fleisch."

Tatsächlich waren wir selbst aber auch schon mal "Opfer" einer Kampfveganerin. Ich kann also nachvollziehen, wie ein ständiges Überredenwollen zu einem anderen Lebensstil nerven kann:
Wir waren im Urlaub in einem veganen Hotel in der Schweiz (wie erwähnt, wir sind Vegetarierer mit starken vegangen Einflüssen). An unserem Tisch war ein veganes Pärchen und wir unterhielten uns zunächst angenehm über dies und das und auch über die Ernährung. Danach wurde es aber immer unangenehmer. Er war ja recht nett, aber sie hat uns ab dem zweiten Tag nur noch sehr progressiv überreden wollen, sofort und ganz auf vegan umzusteigen. Am Ende sind wir ihr nur noch aus dem Weg gegangen.

Aber wie erwähnt - alles nur meine Meinung. :wink:
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14.06.2021
Zitat tomx:
Gruppe 4:
Die Weltverschlechterer. Die haben tatsächlich Angst davor, dass so Menschen wie wir ihnen was wegnehmen.

Ein schöner Begriff, der sicher auf die betreffenden Personen nicht in der persönlichen Diskussion angewandt werden sollte ;-)
Bei denen sehe ich allerdings die Lösung darin, ihre egoistischen Motive zu ignorieren und sie tatsächlich in ihren Freiheiten, die sie auf Kosten anderer ausleben (damit meine ich nicht nur den Konsum tierischer Produkte), zu beschränken. Ja, durch Verbote. Ja, ich weiß - soweit sind wir in der Gesellschaft noch nicht. Aber man kann ja darauf hinarbeiten :-)
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15.06.2021
Also kurzum, meiner Meinung nach leben wir am besten damit, Streitereien aus dem Weg zu gehen. Wir werden einen eingefleischten Vegan-Verweigerer mit ellenlangen Diskussionen nie umstimmen können.


Äh, ich widerspreche ja nur ungern, zumal Deine Einteilung ja durchaus zutrifft.

Für meine Teil gehe ich keiner Diskussion aus dem Weg. Ich muss nicht andere überreden, aber wehe dem, der sich versucht, auf meine Kosten zu erhöhen oder sich über Veganer*innen ungebührlich und vor allem einseitig lustig zu machen, oder sich abfällig oder gar beleidigend äußert. Macht in meiner Gegenwart im Freundeskreis niemand mehr :green: :green: :green:

Diese Versuche sind vollständig erloschen. Merke nur, dass sich die Diskussionen deutlich versachlicht haben und die Leute kaum noch über ein leises "so ganz ohne Fleisch, das könnte ich nicht" hinaus kommen.

Manch einer wünscht sich hinterher, nie mit diesem Thema in dieser Form vor mir angefanen zu haben...

Wie schon erwähnt, ich gebe mir alle Mühe, Fleischisten und Milchfanatiker usw. nicht zu diskriminieren, aber es fällt mir doch oft sehr, sehr schwer.

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15.06.2021
Verstehe ich und finde das auch gut, die eigene Meinung vehement zu vertreten - vor allem, wenn man für eine sehr nachvollziehbare Sache eintritt.
Nur - nicht jeder (und bestimmt auch Mitglieder hier im Forum) - haben die Kraft, sich ständig gegen Pseudoargumentationen und reinen Provokationen unterhalb der Gürtellinie durchsetzen zu wollen/können. Und bevor es dann eskaliert und es einen zu sehr innerlich belastet, lieber aus dem Weg gehen und durch versuchen, durch Gelassenheit die Gegenseite zu überzeugen oder zumindest zum Schweigen zu bringen.

Ich für meinen Teil bin gerne ironisch/sarkastisch.
Beispiel letztens: Kollege hatte mal wieder mit Gicht zu tun. Aber ihr kennt das ja bestimmt - da ist dann alles Schuld, nur nicht das Essen. ;)
Ich: "Da haste wohl die Petersilie auf deinem Schnitzel nicht vertragen." :D
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