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BLE framed steigenden Käseverbrauch als "gute Nachricht" - meine Anfrage

Erstellt 30.05.2026, von kilian. Kategorie: Allgemein vegan. 3 Antworten.

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Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.513 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
BLE framed steigenden Käseverbrauch als "gute Nachricht" - meine Anfrage
30.05.2026
Das BLE berichtet in einer Mitteilung über sinkenden Verbrauch von Konsummilch. Gleichzeitig framed es den steigenden Verbrauch von Käse und Co. als "gute Nachricht".

Wie kann das sein, wo das BLE schließlich eine staatliche Einrichtung ist?

Meine Anfrage:

Guten Tag,

ich arbeite als Redakteur für Vegpool.de. Mein Presseausweis anbei.

Bei der Durchsicht Ihrer Mitteilung über den gefallenen Verbrauch von Konsummilch unter https://www.ble.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/260529_Tag_der_Milch.html ist mir aufgefallen, dass der steigende Verbrauch verarbeiteter Milcherzeugnisse von Ihnen als "gute Nachricht" dargestellt wird (Screenshot anbei).

Das überrascht mich, weil ich die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung als öffentliche Einrichtung wahrgenommen hatte, die sich der Wissenschaft verpflichtet sieht, statt ein werbliches Branchen-Framing zu übernehmen.

Aus Sicht vieler Experten ist ein erhöhter Verbrauch stark konzentrierter Milchprodukte jedenfalls keineswegs ein gutes Zeichen, u.a. wegen der damit verbundenen Veredelungsverluste, der Nahrungskonkurrenz zum Menschen, dem Wasserbedarf, der Bodenüberlastung mit Nährstoffen aus Gülle, der Abhängigkeit von ausländischen Futtermitteln und den Klimafolgen.

Woher kommt das Framing und wer bestimmt, was das BLE als "gut" oder "schlecht" darstellt?

Ich möchte das in einem Kommentar aufgreifen und bitte daher um Stellungnahme bis 2.6. um 12 Uhr.

Beste Grüße

Kilian Dreißig

1x bearbeitet

Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.513 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
01.06.2026
Antwort ist da:

Sehr geehrter Herr Dreißig,

vielen Dank für Ihre E-Mail an die BLE.

Die in der Pressemeldung vom 29. Mai 2026 genannten Daten und Entwicklungen basieren auf der Versorgungsbilanz Milch, die sich unter anderem aus Daten der Marktordnungswaren-Meldeverordnung, des Statistischen Bundesamtes sowie Berechnungen unseres Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) speist. Diese Daten sind somit neutral und spiegeln Realitäten wider. Einen entsprechenden Ansatz verfolgt die BLE in ihrer Kommunikation wie beispielsweise in Pressemeldungen.

Wir gehen davon aus, dass Sie sich in Ihrer Kritik auf den Satz im letzten Abschnitt beziehen („Die gute Nachricht ist: Statt Trinkmilch werden mehr Milchprodukte, wie beispielsweise Käse, verbraucht.“). Absicht war hier keinesfalls eine Wertung oder Bewertung vorzunehmen, sondern eher die marktwirtschaftliche Entwicklung darzustellen: weniger Kuhmilch fließt in Konsummilch, dafür können aus dieser (Kuh)milch andere Produkte, wie eben Käse, Joghurt oder Milchmischgetränke erzeugt und die bestehende Nachfrage mit heimischen Produkten bedient werden.


Wir hoffen, dass Ihnen unsere Einordnung hierzu weiterhilft.


Findet ihr die Antwort zufriedenstellend?

1x bearbeitet

Benutzerbild von Friedhelm
vegan538 PostsmännlichBad Münstereifel Level 4
01.06.2026
Sagen wir mal so: Ich habe von denen nicht mehr erwartet.
Der Satz: "(Die gute Nachricht ist: Statt Trinkmilch...)" ist natürlich entlarfend, denn er ist wertend.
Das DLE ist ja nicht ausschließlich für die Viehwirtschaft da, sondern für alle Landwirtschaft und Ernährung.
Da könnte irgendwer einsteigen. Aber ob das was bringt?

Benutzerbild von Sunjo
vegan3.240 PostsweiblichLinzLevel 4
01.06.2026
Ich finde die Antwort lustig. "Die gute Nachricht" sei nicht wertend. 😄
Neutral wäre - "aus kurzfristiger wirtschaftlicher Perspektive ist die gute Nachricht" um dann ganz neutral darauf hinweisen, dass sowohl aus ökologischer und ernährungswissenschaftlicher Sicht als auch aus langfristiger wirtschaftlicher Sicht eine dauerhafte und deutliche Reduzierung tierischer Produkte einschließlich aller Milchprodukte eine wünschenswerte Entwicklung wäre

Begründung zur langfristigen wirtschaftlichen Sicht: industrielle Massentierhaltung ist nicht nur Opfer, sondern auch ein relevanter Treiber des Klimawandels - da gräbt sich der Milchbauer also selbst die Grube, in die er dann fällt. Möge sie voll mit Gülle sein.

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