Betrachtungen

Erstellt 02.10.2019, von Penedo. Kategorie: Allgemein vegan. 5 Antworten.

Betrachtungen
02.10.2019
moin,

will mal auf die Veränderungen der letzten Monate schauen, ich dürfte bei ca vier Monaten veganer Ernährung liegen.

Augenfällig ist für mich als erstes dass ich ca. 7 - 8 kg an Masse verloren habe, was mir natürlich sehr gut gefällt, bin vom Typ her athletisch - aber..*hüstl* darüber befand sich schon seit Jahrzehnten ein zentimeterdicker Raumanzug aus Fett...nach Dahinschwinden desselben habe ich das Empfinden dass darunter 'ich' so langsam wieder zum Vorschein komme... :wink:

Zum Essen habe ich eine ganz andere Haltung bekommen - ich esse insgesamt weniger ohne deswegen hungrig zu sein. Liegt wohl daran dass ich satt-sein mit vollgestopft-sein gleichgesetzt habe. Mit pflanzlicher Ernährung war ich seit Beginn nicht wieder so typisch 'schwer beladen' was ja tatsächlich ein Unwohlsein darstellt, wo ich einem langsames Nachlassen dieser Trägheit und Müdigkeit ausgesetzt bin.

Und ich bemerke auch dass ich viel 'einfacher' esse, will sagen dass mir beispielsweise im Gegensatz zu früher, wo ich ein Schinken-Sandwich mit reichlich Belag als selbstverständlich verzehrt habe - nun ein einfaches Brot mit Gurkenscheiben - wirklich voll befriedigt und viel besser bekommt. So geht's mit allen Gerichten - weniger und einfacher ist oft mehr.

Oder z.B. sonntags - wo dann am Nachmittag gewohnheitsmäßig die Frage nach Kuchen aufkommt - tut's bei mir jetzt auch eine Portion Haferflocken mit Dattelsirup.

Auch wenn das von einem Teil meines bewertenden Verstandes als 'ersatzmäßig' oder 'ärmlich' bewertet wird - isses nicht - ich bin danach sehr froh dass ich auf die neu erwachte 'Stimme' gehört habe.

Vegane Käsescheiben, Aufstriche, seltener vegane Wurstscheiben gehören mit zum Speiseplan, jedoch soja-basierender Fleischersatz kaum. Außer bei einem Gericht: ich liebe ja den in Österreich verbreiteten Top-Seller auf den Speisekarten - Backhendl-Salat.
Da hab ich das Geflügel-Geschnetzelte einer bekannten Marke entdeckt und ich muss sagen: für mich als Alpenländer bleiben keine Wünsche offen. :lol:

Ob ich mich irgendwann entschließen werde, mehr in die vielfältige vegane Küche einzusteigen kann ich nicht sagen. Noch deckt das Gemüse - Obst - Getreideangebot alles ab was mein Organismus gerne mag.

Thema Tierleid: - was war ich doch für ein arroganter Ar....!!!
Bei der Entscheidung zur veganen Ernährung stand meine Rheumaerkrankung im Vordergrund, sonst nichts. Tierleid war als bloße Information im Gedächtnisspeicher. Nun schob sich in letzter Zeit diese wahrlich monströse Tatsache so langsam ins Bewusstsein. Und ich frage mich ernstlich wie ich das NICHT wahrnehmen konnte!!

All in all - mir behagt die pflanzliche Ernährung ungemein. Es ist mir ein Vergnügen, damit weiter zu machen.

Schöne Woche

Penedo



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02.10.2019
Lieber Penedo,

das ist ein wunderbarer Bericht, der vieles beschreibt, was ich auch erlebe, z.B. die Tendenz zur Einfachheit und das Bedauern, nicht schon viel früher, vor 30 Jahren oder so, vegan geworden zu sein. Ich freue mich sehr mit Dir und für Dich, dass das alles so tolle gute Auswirkungen hat. Wirklich toll!
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02.10.2019
Hallo Penedo
schön, dass es Dir mit Deiner neuen Lebensweise rundum besser geht. Es trägt ja auch dazu bei, dass Du sicher auch wieder mehr Freude an der Bewegung hast, sei es laufen, Rad fahren, schwimmen, klettern, wandern ( da Du ja in den Alpen lebst ! :D ) etc. und sich das eben auch wiederum auf die Gesundheit auswirkt.
Wegen des Tierleides, ja da ging es Dir wahrscheinlich wie vielen Anderen, dass es eben einfach verdrängt wurde und viele Entschuldigungen, wie :" ich esse ja nur wenig Fleisch" etc. verwendet wurden. Du hast ja geschrieben, dass es schon informativ in Deinem Gedächtnisspeicher war, da hat es sicher auch angefangen in Dir zu arbeiten , bis Du eben jetzt wirklich erkennst, was Du früher dazu beigetragen hast.
Es gibt ein Spruch von einer berühmten deutschen buddhistischen Nonne Ayya Khema:
Erkennen, nicht tadeln, ändern! .
lieben Gruß
METTA

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02.10.2019
hallo Metta,

Alpen stimmt nicht ganz, lebe schon seit 30 Jahren in D, aktuell ist es die Oberpfalz. Da sind auch schon ein paar Hügel :green: und davor war ich lange Jahre in NRW und musste mich mit der Ebene arrangieren...

Bewegung: ja sicher. Ich hab ja die Diagnose Rheuma bekommen und soll grade deswegen auf Sport setzen.
Da ist ein wenig Vorsicht angebracht. Hier gilt: nicht übertreiben. Ich bin ja viele Jahre gejoggt und wenn ich jetzt in den Wald gehe will ich gewohnheitsmäßig loslegen. Da muss ich Maß halten.

Tatsächlich ist es so, seit der Diagnose & vegan - habe ich spürbar ein anderes Verhältnis zu meinem Körper bekommen. Viele Empfindungen, über die ich vorher gewissermaßen hinweggegangen bin erfordern jetzt meine Aufmerksamkeit. Hineinhören halt. Auch Yoga erlebe ich anders, ich erkenne da viele Abstufungen von Spannung/Entspannung.

Es geht von Sport-Action in Richtung Achtsamkeit für Bewegung.

Wünsch dir was
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02.10.2019
Hallo Pedo,
was du beschreibst ist wohl normal. Rückblickend habe ich mich auch gefragt, wie ich so egoistisch sein konnte. Man nennt das kognitive Dissonanz. Wenn unsere Werte nicht mit dem im Einklang stehen, wie wir handeln, sind wir sehr geschickt darin uns so zubelügen, dass es wieder passt. Wichtig ist, wie du jetzt handelst.
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03.10.2019
Ich habe hier noch was interessantes von den Netzfrauen, auch wenn der ein oder andere dazu rät diese "getrost zu ignorieren". Aber diesen Artikel muss ich mir immer mal wieder verinnerlichen:
https://netzfrauen.org/2016/04/25/tacheles/
Er ist von der "Netzfrau" Petra Bezen und rüttelt mich wieder auf und regt zum mich Nachdenken an.
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