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Plastikmüll - wie geht ihr damit um?

Erstellt 19.01.2024, von lizhan. Kategorie: Umwelt & Klima. 20 Antworten.

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lizhan
21.01.2024
Danke für die interessanten Antworten.


Mir fällt auf, dass die Argumentation, dass es aufs große Ganze gesehen nichts bringt, Plastik zu vermeiden, weil es ja weltweit ein Problem ist oder woanders noch schlimmer ist oder der Einzelne da nichts ausrichten kann (etwas salopp zusammengefasst, wie ich es verstanden habe), von manchen Skeptiker*innen des Veganismus ähnlich vorgebracht wird nur eben in Bezug auf Konsum tierischer Produkte.


Das ist ja auch ein "Totschlagargument", mit der man die Wirkung jedes Engagements und jeder Verhaltensänderung im persönlichen Bereich in Frage stellen kann.


Vielleicht ist ja das Thema "Plastikvermeidung" zu weit weg für viele, um daraus ein persönliches Bedürfnis zu machen.


Wahrscheinlich wäre es auch anders, wenn man sich Filme angucken würde über den Zustand des Meeres oder wie es auf den riesigen Mülldeponien zugeht oder dass das Plastik auch im menschlichen Körper nachweisbar ist oder etwas in der Art...

Ich glaube, dass das persönliche Handeln eine Wirkung hat - auf mich und mein Umfeld und damit auch letztlich auf das große Ganze - wenn ich versuche, die Dinge im Kleinen anders zu machen, die ich im Großen als schädigend empfinde.

Benutzerbild von Libio
vegan1.180 PostsweiblichBERLINLevel 4
21.01.2024
Es gibt auch zu dem Thema - Müllvermeidung und Bereicherung der Welt durch kompostierbare Materialien - unermüdliche Aktivisten, wie zb Prof. Michael Braungart (Cradle 2 Cradle)
Es sind nicht immer nur Einzelne, die was bewirken, sondern es gibt auch Menschen, die das größer anpacken seit vielen Jahren und die mühselige Forschung und Überzeugungsarbeit in die Politik tragen

Tolle Vorträge, hier unten nur einer als Beispiel. Plastik nur noch aus CO2, das aus der Atmosphäre geholt wurde. Noch Zukunftsmusik, aber sowas wird erforscht.
Bis dahin kann jeder einzelne soweit er kann und weiß , sein Schärflein dazu beitragen, Müll zu vermeiden.


Wer es nicht weiß oder kann, na gut, da geht es eben nicht, trotzdem ist die Lage nicht aussichtslos.


https://youtu.be/NxcYz85R_6o?si=YCfL9wO-_BSJO7o8

4x bearbeitet

Benutzerbild von METTA
vegan4.640 Postsweiblich ObertshausenLevel 4Supporter
21.01.2024
Habe gestern bei ZDF einen interessanten Film dazu gesehen, da ging es auch um Vermeidung von Müll u.a. bei Möbeln, die ja oft weggeworfen werden, wenn sie nichts mehr taugen- habe hier auch schon beim Sperrmüll vieles gesehen, was man noch gebrauchen könnte- eine Firma ( Lyght Living in Deutschland) vermietet Möbel kurzfristig, wenn man z.B. nicht lange in einer Stadt wohnt. Die andere Firma in DK, baut Möbel aus allem möglichen Plastik.

https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-nachhaltige-moebel-100.html

Benutzerbild von Herbivor
vegan24 PostsmännlichLevel 3
21.01.2024
Ich habe, seit ich ausgezogen bin, sehr penibel darauf geachtet Plastik so viel es geht zu vermeiden, genauso wie ich auch "nur" regionale Produkte gekauft habe. Das hat mich aber sehr eingeschränkt. Inzwischen bin ich da sehr viel lockerer geworden.
Ich habe festgestellt, dass es mir mehr schadet, als es nutzt. Weil ich mich sehr darüber ärgere, dass es sonst niemand schert, mich aber gleichzeitig so sehr einschränkt. Als ich dann immer "veganer" wurde, habe ich entschieden, meine einengenden Prinzipien über den Haufen zu werfen. Ich verursache jetzt wieder mehr (Plastik)-müll, kann dafür aber mit einem guten Gefühl vegan leben. Und hierbei ärgere ich mich nicht über andere, die es mir nicht gleich tun, weil vegan zu leben auch Vorzüge für mich hat, es also nicht einfach nur eine Last ist, die ich mir auflege.
Ich denke es kam auch dazu, dass die Preise so viel teurer wurden und plastikfrei oder ganz verpackungsfrei zu kaufen, kostete oft das 3-5fache, das ist einfach abartig.
Besonders schockiert hat mich auch, als ich erfahren habe, dass unter anderem zum Beispiel vom NaBu empfohlen wird, eher zu Plastikverpackungen zu greifen als zu Einwegglas- oder dosen.
Also zusammenfassend: Es beschäftigt mich durchaus und ich versuche Müll zu vermeiden so gut es geht, aber ich "übertreibe" es nicht mehr. Und ja, die Aussage, dass das als Einzelner nichts bringt, finde ich auch witzlos, wenn man auf der anderen Seite für einen veganen Lebensstil plädiert.

Benutzerbild von Sunjo
vegan2.847 PostsweiblichLinzLevel 4Supporter
21.01.2024
Für den Fall, dass das so verstanden wurde: ich bin nicht der Meinung, dass es nichts bringt, wenn ein Einzelner nach bestem Wissen und Gewissen versucht in einem gewissen Bereich des Lebens etwas zu ändern. Ich sehe aber, wie viel Zeit und Mehrkosten manche gerade bei Plastikvermeidung investieren, und ich persönlich glaube, dass ich dieses Geld und diese Zeit anderweitig effektiver einsetzen kann. Für mich ist es keine Option, alles selbst zu machen.

Benutzerbild von VeggieMatze
vegan299 PostsmännlichRhein/MainLevel 4
21.01.2024
Ich finde es schon sehr wichtig, Plastik, soweit es geht, zu vermeiden. Ich habe mal gelesen, dass in 2050 mehr Plastik als Fisch im Meer ist, das ist absolut erschreckend. Abgesehen vom Mikroplastik, was jeder täglich aufnimmt, die gesundheitlichen Auswirkungen sind noch gar nicht absehbar. Plus Tiere, die Plastik versehentlich fressen und dann qualvoll sterben oder schlicht verhungern, weil sie dann keine Nahrung mehr aufnehmen können.
Es ist leider Fakt, dass man/frau fast gar nicht drum herum kommt. Aber jeder kann seinen Teil dazu beitragen. Festes Shampoo, feste Seife, Bambuszahnbürste, selbst machen statt fertig kaufen, Unverpacktläden, eigene Trinkflasche/Becher, keine Plastikflasche mehr kaufen usw. Wenn man schon mal ein Drittel oder sogar noch mehr einsparen kann ist das schon mal ein sehr großer Erfolg. Jedes bisschen hilft.

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lizhan
22.01.2024
Deine Erzählung, herbivor, verdeutlicht auch, warum es "einfacher" ist, vegan zu leben als plastikvermeidend: der Effekt ist deutlicher direkt spürbar am eigenen Körper, weil man sich i.d.R. meistens sehr rasch deutlich besser fühlt. Das macht es einfacher, dabei zu bleiben. Beim Plastik hat man so einen Effekt nicht (so stark) und das macht es schwerer. Ich merk nur manchmal, dass ich es haptisch und optisch angenehmer finde, wenn ich meine Vorräte in Gläser packe als in Plastikdosen. Aber andere direkte Auswirkungen gibt es kaum für mich. So ist das ein rein kognitives Bedürfnis und sowas hat es immer schwerer in der Durchsetzung.


ich versuch halt zu vermeiden wo es geht und find aber Dogmatismus bzw. 100% Ansprüche für mich auch ungesund, egal bei was, das möchte ich nicht. Wenns mal eine Ausnahme braucht oder mal halt nicht geht, dann ist es so und ich leb damit. Und wenns zu oft passiert, regt sich mein schlechtes Gewissen und das ist ja auch gut so und hilfreich letztlich, um wieder in die Spur zu kommen. :)

es gab auch mal eine Reihe in der Mediathek zu Umweltschutzthemen, da war auch ein Film dabei zur Kreislaufwirtschaft, da haben sie gezeigt, dass man Häuser mit PET-Flaschen bauen kann und noch andere abgefahrene Sachen, wie man den ganzen Müll nutzen kann, dass es eben alles im Kreislauf verwertet wird. Auch z.B. dass Unternehmen besser zusammen arbeiten könnten, weil der eine den Abfallstoff des anderen gut verwenden könnte. Zukunftsmusik - aber es ist vieles jetzt schon möglich, wird halt leider nur ein Einzelfällen umgesetzt (der beitrag ist leider nicht mehr online, aber es gibt ganz viele andere zu dem Stichwort wo es um die Wiederverwendung von Plastik, Kleidung usw geht)

1x bearbeitet

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.992 Postsmännlich35708 HaigerLevel 4Supporter
22.01.2024
Nun ja, der Plastikmüll ist sicher dem geschuldet, dass nicht jeder zu Hause sich vegane Salamischeiben oder Mortadella, Tee- Lebervurst oder Väse herstellen kann.


Als Problem dabei sehe ich allerdings nicht das Bestreben, die Ware hygienisch und langanhaltend geschützt zu verpacken, sondern die Wahl der in der Industrie nach wie vor verwendeten Materialien.


Die sind nur schwer zu recyclen, wandern deshalb in aller Regel in die Müllverbrennung also "thermische Verwertung", wo sie, da aus Erdöl hergestellt, mit relativ gutem Erfolg für Wärmeerzeugung genutzt werden. Problematisch allerdings sind dabei die teils giftigen Rückstände in den Filtern, die dauerhaft irgendwo - zumeist in alten Salzstöcken- dauerhaft bewacht gelagert werden müssen. Warum es da nicht wirklich weiter geht, ist eines der Themen, bei denen ich nur ahne, welcher politische Druck von welcher Seite da Änderungen verhindert. Da ist es doch viel leichter, den Konsumenten der so verpackten Lebensmittel ein schlechtes Gewissen zu machen.

Aber auch hier dachte ich oft falsch: Die größte Belastung mit Plastikrückständen in den Meeren sind nicht Verpackungen, Kunststofflöffel, Strohhalme oder Plastikflaschen - die werden in aller Regel in D gut getrennt und entsorgt -, sondern die Netze aus der Fischerei.

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lizhan
22.01.2024
Zitat Vegbudsd:
Nun ja, der Plastikmüll ist sicher dem geschuldet, dass nicht jeder zu Hause sich vegane Salamischeiben oder Mortadella, Tee- Lebervurst oder Väse herstellen kann.

wenn nur das in Plastikverpackung daher käme, hätten wir vermutlich kaum ein Problem damit. Wie kommst du darauf, dass vor allem das schuld wäre? Das geht doch viel weiter..

Zitat Vegbudsd:

Als Problem dabei sehe ich allerdings nicht das Bestreben, die Ware hygienisch und langanhaltend geschützt zu verpacken, sondern die Wahl der in der Industrie nach wie vor verwendeten Materialien.

ja, das Thema kriege ichauch immer wieder mit. Aber auch dass es ja wohl mittlerweile eine Industrie dafür geben muss, umweltfreundlicheres Plastik herzustellen. Im Bio-Versandhandel kriegt man auch immer wieder mal z.b. Folien, die kompostierbar sind u.ä. und da frag ich mich auch jedesmal, warum die nicht häufiger verwendet werden und warum sich das nicht breiter durchsetzt, wenn die doch den Zweck erfüllen.


Zitat Vegbudsd:

Die sind nur schwer zu recyclen, wandern deshalb in aller Regel in die Müllverbrennung also "thermische Verwertung", wo sie, da aus Erdöl hergestellt, mit relativ gutem Erfolg für Wärmeerzeugung genutzt werden. Problematisch allerdings sind dabei die teils giftigen Rückstände in den Filtern, die dauerhaft irgendwo - zumeist in alten Salzstöcken- dauerhaft bewacht gelagert werden müssen. Warum es da nicht wirklich weiter geht, ist eines der Themen, bei denen ich nur ahne, welcher politische Druck von welcher Seite da Änderungen verhindert. Da ist es doch viel leichter, den Konsumenten der so verpackten Lebensmittel ein schlechtes Gewissen zu machen.

Wer meinst du, macht Konsumenten ein schlechtes Gewissen? Ich versteh nicht, was du damit sagen willst? Das wäre doch unlogisch, wenn Politik und Unternehmen nichts ändern wollen an der giftigen Herstellung, den Konsumenten ein schlechtes Gewissen zu machen, weil sie es verwenden.


Zitat Vegbudsd:

Aber auch hier dachte ich oft falsch: Die größte Belastung mit Plastikrückständen in den Meeren sind nicht Verpackungen, Kunststofflöffel, Strohhalme oder Plastikflaschen - die werden in aller Regel in D gut getrennt und entsorgt -, sondern die Netze aus der Fischerei.

Das klingt für mich kaum vorstellbar, in dieser Masse in der das Plastik im Meer rumschwimmt - das sind doch nicht nur Netze würde ich vermuten. Hast du zu deiner aussage eine Quelle?

2x bearbeitet

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.992 Postsmännlich35708 HaigerLevel 4Supporter
22.01.2024
Das klingt für mich kaum vorstellbar, in dieser Masse in der das Plastik im Meer rumschwimmt - das sind doch nicht nur Netze würde ich vermuten. Hast du zu deiner aussage eine Quelle?
Nein, du hast recht, es sind nicht nur Netze, aber vor allem.

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/umweltverschmutzung

Habe es vorgestern in einem Vortrag anlässlich unserer BAG-Tierschutzpolitik Sitzung in Berlin gehört, die Folien dazu bekomme ich noch.

Tierleidproduktion geht immer mit massiver Umweltzerstörung einher. Deshalb nutze ich gerne hygienisch verpackte vegane Lebensmittel, die ich ohne Gesundheitsbedenken nutzen kann. Die Entscheidung über umweltfreundliche Verpackung habe ich dabei nur dann, wenn ich eine Auswahl treffen kann zwischen zwei oder mehr gleichwertigen Alternativen (merke gerade, wie vebrannt das Wort "Alternative" ist).

Nun ja, die "Unverpackt-Mode" kam gerade da auf, als sich vegane Produkte im Einzelhandel gerade bei der Zielgruppe breit machten, die für auch dieses Thema empfänglich waren. Unterschwellig wurde ihnen der Vorwurf gemacht, sie seien ja gar nicht soo umweltbewusst, es sei denn, sie würden ihre Lebensmittel ab sofort im Unverpackt-Laden kaufen.

Das ist wohl gründlich in die Hose gegangen. Nicht "unverpackt" ist die Lösung, sondern hygienisch, haltbar UND nicht umweltbelastend wäre meine Forderung an die Industrie und Politik.


Dazu müsste man entsprechend wählen, aber bei bis zu dreißig Prozent für antidemokratische Parteien und der Rest der Parteien eher nur teilweise dafür zu haben...

1x bearbeitet

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