Externalisierte Kosten der Milch- und Fleischindustrie

Erstellt 19.05.2022, von Sunjo. Kategorie: Umwelt & Klima. 11 Antworten.

Externalisierte Kosten der Milch- und Fleischindustrie
19.05.2022
Bei der Erzeugung von tierischen Produkten kommt es zu Folgeschäden für Umwelt und Klima, die derzeit nicht vom Verursacher und damit auch nicht über die preisliche Umlage von den Verbrauchern dieser Produkte bezahlt werden, sondern stattdessen von der Allgemeinheit

Bei Milchprodukten sind das 7-11 Milliarden Euro jährlich: https://correctiv.org/top-stories/2021/09/21/die-milchlobby-wie-unsere-milch-klima-und-umwelt-schadet/
Ein sehr ausführlicher Artikel aus September 2021

Bei Rind- und Schweinefleisch sind es ca. 6 Milliarden Euro jährlich: https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/oekonomie/6-milliarden-euro-externe-kosten-durch-fleischkonsum-in-deutschland-13375843
Artikel aus Februar 2022

Würde man diese Kosten internalisieren, d.h. Verursachern direkt aufdrücken, würden sich die Preise für tierische Produkte deutlich erhöhen (ungefähr aufs Doppelte). Da es sich um keine lebensnotwendigen Produkte handelt, ist es nicht schlimm, wenn sich diese Produkte nicht mehr jeder ständig leisten kann oder will - es würde zu einer geringeren Nachfrage kommen, was in der Folge wahrscheinlich zu einer geringeren Produktion und damit zu weniger Schäden führen würde.
Erfolgt die Internalisierung durch eine Steuer, könnten die staatlichen Mehreinnahmen dann zusätzlich auch noch nützlicher, z.B. für Umweltschutz, Förderung nachhaltiger Landwirtschaft und die soziale Abfederung von Umweltkosten verwendet werden.



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19.05.2022
Hallo Sunjo
danke für den Beitrag. Ich denke , es müsste dann zusätzlich eine bewusste Aufklärung auch in den Kitas und Schulen stattfinden- und eben auch keine Schulmilch mehr geben- wenn es die noch gibt.
Die Kinder müssten von der Kita an z.B. in Ganztagsschulen lernen, wie man vollwertig pflanzlich und auch preiswert ( denn das ist ja oft auch ein Argument der Antiveganer) kochen und auch Gemüse etc. anbauen kann. Und auch wie eben diese Zusammenhänge von Milch, Eier , Fleisch , Fisch etc und Ausbeutung der Tiere aussehen.
Es sieht jetzt vielleicht ein bischen weit hergeholt aus, aber wenn die Kinder von heute das lernen werden sie hoffentlich morgen eine andere Ernährung bevorzugen!
1x bearbeitet

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19.05.2022
Bei uns gibt es einige Kitas, die inzwischen selbst kochen und die Kinder daran beteiligen. Viele haben sich zumindest Vollwertkost auf die Fahnen geschrieben, es wird auch selbst Brot gebacken. Allerdings musste man erst mal die Eltern davon überzeugen, dass Vollkornnudeln nicht eklig-pappig sind, sondern gut schmecken, wenn man sie richtig zubereitet. :wallbang:

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19.05.2022
Vielleicht sollten die Eltern auch noch einen Kochkurs in der Kita machen, damit sie - wenn die Kinder das zu Hause dann auch wollen- es nachkochen können. ;)
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20.05.2022
vielen dank sunjo für diese sehr informativen links!
ich frage mich, ob irgendwo auch externalisierte kosten der pflanzlichen landwirtschaft zu finden sind (z. b. auch pestizide (insektensterben, austrocknung der böden, folgen von monokulturen etc) ? das wird doch ein vegan-gegner gleich nachfragen, da willman gewappnet sein...

was ich auch sehr gut finde ist die kritik mit hintergrundinfo über milch-lobbyismus in der dge und ihren empfehlungen.
"... Klar ist, dass die DGE nicht frei von Interessenskonflikten ist. In den Beiräten und Arbeitskreisen ihrer hessischen, thüringischen und niedersächsischen Vereinigungen sitzen Abgesandte von Molkereien... Bei ihren Empfehlungen berücksichtige sie aber auch die „vorherrschenden Verzehrgewohnheiten“.... "

1x bearbeitet

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20.05.2022
Zitat Salma:
ich frage mich, ob irgendwo auch externalisierte kosten der pflanzlichen landwirtschaft zu finden sind (z. b. auch pestizide (insektensterben, austrocknung der böden, folgen von monokulturen etc) ? das wird doch ein vegan-gegner gleich nachfragen, da willman gewappnet sein...

Hm, pflanzliche Landwirtschaft ist ja Bestandteil der tierischen Landwirtschaft (Tiere fressen auch das Zeug vom Acker). Daher dürften alle Nachteile (oder aber auch Vorteile) pflanzlicher Landwirtschaft in die Betrachtung der Tierhaltungskosten mit einfließen müssen.
Hier wäre dann wohl eher die Unterscheidung in konventionelle und biologische Landwirtschaft sinnvoll. Bei der Tierproduktindustrie kann man aber davon ausgehen, dass dort das Futter überwiegend aus konventioneller Landwirtschaft stammt.

Ein megaausführlicher Artikel von Katapult, der pflanzlich/tierisch und konventionell/bio gegenüberstellt, ist dieser hier (besonders ein Blick auf die zweite Grafik lohnt sich): https://katapult-magazin.de/de/artikel/der-groesste-rechenfehler-der-branche

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20.05.2022
Zitat Isalabella: Allerdings musste man erst mal die Eltern davon überzeugen, dass Vollkornnudeln nicht eklig-pappig sind, sondern gut schmecken, wenn man sie richtig zubereitet. :wallbang:

Das gilt für sehr viele vegane Gerichte, eigentlich für alle:

Wer kochen kann, ist klar im Vorteil...
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30.05.2022
Soeben gelesen:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/deutsche-trinken-so-wenig-kuhmilch-wie-noch-nie-seit-statistikbeginn-a-2f28df82-f97d-4593-955f-12317adca934
Ich finde finde eine gute Nachricht für Tiere, Umwelt und viele Menschen dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Am 1.Juni ist "Tag der Milch" - Tag des Elends wäre wohl passender !!!
1x bearbeitet

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30.05.2022
Oh da muss ich an dem Tag noch ein paar Milchaufkleber verteilen von Fjodorr: "Für Milch sterben Kälber"
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30.05.2022
Die Sendung NANO zeigt in der heutigen Ausgabe, wie es auch gehen kann. Mich hat insbesondere die Aussage des Altbauern über seine Kälber und Milchkühe beeindruckt, mit der er seine Abkehr von der Milchviehhaltung und die Umstellung seines Hofes auf eine andere Landwirtschaft begründete:

https://srf-vod-amd.akamaized.net/world/hls/nano/2022/05/nano_20220530_110156_10390735_v_webcast_h264_,q40,q10,q20,q30,q50,q60,.mp4.csmil/index-f6-v1-a1.m3u8
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