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Bin ratlos

Erstellt 27.08.2023, von Juergen22. Kategorie: Umwelt & Klima. 54 Antworten.

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Benutzerbild von Pee-Bee
vegan615 PostsmännlichOstbayernLevel 3Supporter
30.08.2023
Zitat Juergen22:
Danke Pee-Bee für die aufmunternden Worte. Für Optimisten mag meine Sichtweise pessimistich erscheinen, doch ich betrachte mich als Realist, sozusagen als einer mit offenen Augen, in der Mitte des Geschehens.


Ich glaube, unsere Sichtweisen sind da einander sehr nahe.

Benutzerbild von Libio
vegan1.046 PostsweiblichBERLINLevel 4
30.08.2023
viel mehr habe ich das Gefühl, dass Pessimisten, zu denen ich nun mal seit meiner frühen Kindheit dank "wunderbarer" Erfahrungen durch die Spezies Homo Sapiens gehöre, beim ersten Pieps durch "positives Denken" geheilt werden sollen


So genanntes "positives Denken" ist schlimmer Humbug und kann schon gar nicht Pessimismus heilen.
Ich sehe nicht, dass das hier jemand probiert.

Du hast Recht, finde ich, dass Pessimisten wichtig sind, denn das sind die, die am schnellsten die Finger in die Wunde legen. Ich persönlich finde den Vergleich, dass jeder in seiner Blase ist, die irgendwann platzt, nicht korrekt. Denn manche Denkmuster platzen nicht wie Blasen sondern verfestigen sich immer weiter. Und bei den Platzen den Blasen denkt ja der Sprecher, die des Anderen platzt zuerst, die eigene Blase nicht. Das ist nicht real.
Ich empfinde also nicht verschiedene gegensätzliche Blasen, sondern eine Welt. Wir haben zum Beispiel gleiche Interessen, indem keine Tiere gequält werden, oder die Menschen wohlwollend miteinander umgehen uvm. Das ist doch gut, finde ich.
Die "Blase" des Anderen als unrealistisch anzusehen, oder eine "positive Blase" gar als Therapie Versuch, mit dem Pessimisten vermeintlich geheilt werden sollen, also dass drauf herab geschaut wird, was andere fühlen, das ist schwierig. Schließlich haben auch diese handfeste Zahlenwerk als Grund für ihre etwas hoffnungsvolle Sicht auf die Welt zur Grundlage.


Es ist auch ein Unterschied, ob man auf persönliche schlimme Erlebnisse schaut oder auf die Gesamtentwicklung global. Das scheint mir bei dieser Diskussion hier nicht sauber unterschieden.
Heute wissen wir, wir sind nicht zu viele, es könnten sogar 10 Milliarden satt werden. Die theoretischen Voraussetzungen sind da (pflanzliche Nahrung, Gentechnologie, Klima abkühlen nachdem der Scheitelpunkt überschritten ist, Frieden, gewaltfreie Erziehung uvm), bloß das Umsetzen geht noch sehr langsam.


Das muss nicht so bleiben, viele arbeiten dran.



1x bearbeitet

Benutzerbild von Sunjo
vegan2.791 PostsweiblichLinzLevel 4Supporter
30.08.2023
Zitat Libio:

Kennst du die Forschungen von Rosling und Pinker?


Libio, ich habe Bücher von beiden auf der Leseliste, aber inzwischen immer weniger Lust, sie zu lesen. Grund: aus meiner Sicht geht es bei diesen "Unsere Welt wird immer besser"-Themen um Probleme, die tatsächlich verkleinert wurden (wenn auch nicht gelöst, obwohl das wohl relativ leicht möglich gewesen wäre). Was vermutlich nicht enthalten ist: Bedrohung durch Klimawandel - anders als bei Hunger und Armut gibt es beim Klimawandel Kipppunkte, so dass es eben nicht egal ist, ob man das Problem mit geringstmöglichem Aufwand spätmöglichst in Angriff nimmt. Irre ich mich da oder können diese Bücher auch in Bezug auf neue Themen Mut für die Zukunft machen (ein weiteres wäre KI)?

2x bearbeitet

Benutzerbild von kilian
vegan6.924 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
30.08.2023
Ich wollte gerade schreiben, dass Pessimisten eine pessimistisch verzerrte Weltsicht haben und dass sie zudem auch nie gewinnen können (denn wenn sie gewinnen, ist ja alles verloren). So gesehen sollten Pessimisten sich den Pessimismus abtrainieren, denn niemand hat was davon, stets nur das Schlimmste kommen zu sehen.

WENN alles schlimm wird, sollte man es wenigstens verdrängen.

Aber ich glaube eher, dass es so etwas wie Pessimisten und Optimisten gar nicht gibt. Das ist einfach keine präzise Beschreibung einer Persönlichkeit. Ich bin jedenfalls sowohl als auch.

1x bearbeitet

Benutzerbild von Libio
vegan1.046 PostsweiblichBERLINLevel 4
31.08.2023
Zitat kilian:


Aber ich glaube eher, dass es so etwas wie Pessimisten und Optimisten gar nicht gibt. Das ist einfach keine präzise Beschreibung einer Persönlichkeit. Ich bin jedenfalls sowohl als auch.


Ich glaube auch, dass diese Einordnung nichts sagt. Ich bin auch sowohl als auch.

Sunjo, schau in die Bücher rein, und guck ob du da Interessantes für dich findest, ich kann das nicht einschätzen. Wenn sie mir gefallen wegen der Erkenntnis, wie verzerrt wir so manches wahr nehmen, so sagt das ja nicht, ob dir das auch etwas gibt.
Hast du die Links von den Videos angesehen? Da könntest du einen Vorgeschmack bekommen, wobei Bücher natürlich anders wirken als Filme.

Benutzerbild von Sunjo
vegan2.791 PostsweiblichLinzLevel 4Supporter
31.08.2023
Den Vorgeschmack hatte ich schon, sonst wären die Bücher nicht (vor Jahren) auf meiner Leseliste gelandet. Aber denen, die angesichts des bevorstehenden Klimawandels nicht hoffnungsfroh in die Zukunft blicken, Bücher über verzerrte Wahrnehmung zu empfehlen, finde ich doch arg unpassend.

Benutzerbild von Pee-Bee
vegan615 PostsmännlichOstbayernLevel 3Supporter
31.08.2023
Zitat kilian:

Aber ich glaube eher, dass es so etwas wie Pessimisten und Optimisten gar nicht gibt. Das ist einfach keine präzise Beschreibung einer Persönlichkeit. Ich bin jedenfalls sowohl als auch.


Wenn in mir nicht wenigstens noch ein Funken Hoffnung wäre, würde ich hier nicht schreiben.


Ob jemand ein halbgefülltes Glas als "halbvoll" oder "halbleer" betrachtet, hat mit der Weltsicht, und die schließlich mit den Erfahrungen desjenigen zu tun, der das aussagt. Das sollte man respektieren und solche Menschen nicht auffordern, sich zu "ändern". Dahinter steht eine ganze Lebensgeschichte. Und man kann seine Welt- und Lebenssicht nicht "auf Befehl" ändern. Ich jedenfalls kann es nicht. Und wenn er (ich) Erfahrungen mache, die seiner/meiner Einstellung widersprechen, werde ich oder er gern bereit sein, das zu modifizieren.

1x bearbeitet

Benutzerbild von Juergen22
Themen-Startervegan186 PostsmännlichLevel 3
31.08.2023
Sehr guter Kommentar Pee-Bee, so sehe ich das auch. Die individuelle Lebenserfahrung eines Menschen prägt sein Verhalten und da ist jeder Versuch der Manipulation fehl am Platz. Bei vielen Menschen bestärkt das nur deren Standpunkt.

Benutzerbild von Libio
vegan1.046 PostsweiblichBERLINLevel 4
31.08.2023
Zitat Sunjo:
Den Vorgeschmack hatte ich schon, sonst wären die Bücher nicht (vor Jahren) auf meiner Leseliste gelandet. Aber denen, die angesichts des bevorstehenden Klimawandels nicht hoffnungsfroh in die Zukunft blicken, Bücher über verzerrte Wahrnehmung zu empfehlen, finde ich doch arg unpassend.


Du sollst doch nicht hoffnungsfroh in die Zukunft blicken, sondern Fakten erforschen. Die Ängste haben Gründe und ich habe die auch.
Mir hilft es damit umzugehen, wenn ich wahr nehmen kann, wie viel von vielen Menschen und Organisationen getan wird, und sich in realen Zahlen anzuschauen wo Wirkung erzielt wird. Damit man sieht, man ist nicht allein, sowohl mit den Ängsten als auch damit, dass die Welt besser werden kann.
Wir Veganer sind ja nicht die einzigen, die was gegen Klimaverschlimmerung, Krankheit, Krieg usw tun, die Leid jeglicher Art für Tier incl. Mensch vermindern wollen.


Es geht um die Vorurteile, um verschobene Wahrnehmung, die leicht zu korrigieren sind. Es geht ums Hinterfragen traditionell überlieferter oder durch Medien erzeugte Irrtümer.
Es geht nicht darum, plötzlich angstfrei durchs Leben zu gehen. Dazu ist Angst ein viel zu wichtiger Wegweiser. Sondern es geht um Hinterfragen des eigenen Glaubens.


Das ist eines der schwersten Sachen überhaupt, denn man definiert sich ja selber unter anderem über seinen Glauben. Es ist, als ob man etwas hergeben muss, aber nicht kann.


Wenn man dich fragt, was müsste sein, um eine bestimmte Ansicht aufzugeben, und man gibt sich die Antwort Nichts, dann handelt es sich oft um Glauben und nicht um Meinung. Eine Meinung ist bei Kenntnis neuer Fakten änderbar, ein Glaube wird trotz widerlegender Erkenntnisse stark geschützt und oft sogar verstärkt.


Daher möchte ich deutlich machen, dass ich nichts gegen einen Glauben tun kann oder will, sondern einfach nur ermutigen, Fakten oder aktuelle Forschung anzuschauen, gern hinterfragen und prüfen.


Dass Pessimisten wichtig sind, und man ihnen zuhören muss und nicht abwehren, denn sie sind die ersten, die die Finger in die Wunde legen, habe ich ja auch schon geschrieben.


Außerdem ist natürlich niemand verpflichtet, sich in seiner Freizeit mit Hinterfragen von allem Möglichen zu befassen, das ist mir ja auch klar.


Jürgen sagt klar, diese Bücher oder Videos sind nichts für ihn und niemand hat dann was daran kritisiert. Ist doch alles gut. Niemand muss das Leben der Anderen leben, immer auf das Eigene aufpassen. Finde ich richtig. Und es darf sogar ganz egal sein, wie ich das finde.


---

Zitat Juergen22:
... und da ist jeder Versuch der Manipulation fehl am Platz. Bei vielen Menschen bestärkt das nur deren Standpunkt.


Genau so sehe ich es auch.
Es ist auch gut, zu hinterfragen, wann es überhaupt Manipulation ist. Ich gebe zu, da habe ich auch Empfindlichkeiten, denn ich bin im Leben oft um Manipulationen hereingefallen. Daher bin ich so aufs Hinterfragen aus. Damit mir nicht jeder jeden Quatsch erzählen kann. Und ich notfalls meine Meinung ändern kann, wenn sich etwas als überholt darstellt. Aber es ist anstrengend.



7x bearbeitet

Benutzerbild von kilian
vegan6.924 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
31.08.2023
Und man kann seine Welt- und Lebenssicht nicht "auf Befehl" ändern.


Ich schreib ja auch von "trainieren". Druck und Denkverbote machen es nur schlimmer.

Ich sehe aus erklärten Gründen keinen Sinn in einer pessimistischen Weltsicht (selbst wenn sie teilweise realistisch ist). Wenn das als Manipulation empfunden wird, ist es mir nicht gelungen, es besser zu erklären.

Eine Bekannte meinte mal scherzhaft, Meditation sei ein Modewort für Langweilen. Sie hat es nie ausprobiert.

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