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Wer ernährt seine Haustiere vegan?

Erstellt 15.04.2023, von Libio. Kategorie: Tierschutz & Tierrechte. 139 Antworten.

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Benutzerbild von Kiebitz22
vegan247 PostsmännlichMarina Alta SpanienLevel 3
24.06.2025
Hier hat man Katzen fast eliminiert. So weit so gut. Unser Kater ist zu alt und faul zum jagen. Ideal? Viele Ratten und Mäuse. Und Eichhörnchen. Und die räubern in den Vogelnestern. Die Katzen wurden angeblich zur Kastration eingesammelt und sind nicht mehr aufgetaucht. Mit Katzen trainiert man hier auch Jagdhunde.

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Birke
24.06.2025
Eigentlich wollte ich mich hier komplett raushalten, aber dieses Thema und der in manchen Beiträgen mitschwingende Hass auf Katzen regt mich einfach furchtbar auf. Darum nur ganz kurz: Letztes Jahr musste unsere Katze im Alter von 19 Jahren und 4 Monaten eingeschläfert werden, weil der Weg für sie zu schwer wurde. Sie wurde in einem verwilderten Garten geboren und hat ihr ganzes Leben bei uns verbracht.Ich habe sie sehr lieb gehabt und ihr Tod hat mich schwer mitgenommen. Und nein, sie wurde nicht vegan ernährt. Im Gegenteil: Als Freigängerin hat sie in jungen Jahren viel gejagt, und ich war immer stinkwütend, wenn sie wieder eine Maus oder Vogel angeschleppt hat. Später hat das dann aufgehört und sie hat nur noch konventionelles Katzenfutter gefressen. Ich weiß nicht, ob ich nochmal eine Katze aufnehmen möchte, weil das letzten Endes auch wieder diese schlimme Trauer bedeutet. Falls doch, würde ich auch dieses Tier wieder nicht vegan ernähren und als Freigänger halten. Mit diesem Widerspruch kann ich gut leben. Mein Mann oder sonst jemand, den ich persönlich kenne, ernährt sich im übrigen auch nicht vegan und ich nur, so gut es eben geht.

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Phoebs
24.06.2025
Ich würde auch das Thema Katzenfutter vom Hundefutter trennen.
Da sind zwei komplett verschiedene Themen

Benutzerbild von Libio
Themen-Startervegan2.336 PostsweiblichBERLINLevel 4
24.06.2025
Ich liebe Katzen auch sehr.

Meine Kinder haben unsere Katze in einer Mülltonne, übergossen mit Formalin, gefunden. Ein Kind musste noch zum Arzt, weil er arge Probleme wegen der Dämpfe bekam.
Die Katze war sehr jung, hatte noch geschlossene Augen. Ich hab sie mit der Flasche aufgezogen, nach telefonischer Beratung durch den Tierschutz.


Wir hatten sie 4 Jahre in der Wohnung, dann hatten wir Haus und Garten. Jagen konnte sie nicht gut, sie wuchs ja nicht mit ihrer Mutter auf, und mit 4 Jahren war es vielleicht auch zu spät, da fit zu werden.

Sie war eng an mich gebunden, die bewachte mich wie ein Hund. Das war wohl eine Verhaltensstörung. Wenn ein Fremder mir zu nahe kam, bekam er ihre Krallen in das Schienbein.

Sie wurde über 18 Jahre alt, und wurde nicht vegan ernährt, ich lebte auch nicht vegan, war beim Fund ja sogar noch Geflügelzüchterin.

Als sie starb, weinte ich tagelang und mir kommen ab und zu, wenn jemand von ihr spricht, die Tränen. Damals sagte ich auch, dass ich noch einen solchen Abschied nicht mehr ertrage.


Dass ich inzwischen vegan lebe, ist ein noch stärkerer Grund, dass ich nie wieder ein Haustier will und auch keins als Urlaubsvertretung in Pflege nehme, was ich früher oft gemacht habe, und gern gemacht habe.

Auch von anderen Schreibern habe ich hier keinen Hass gelesen, nur die Diskussion, welche Tiere mehr wert sind und welche für was oder wen ethisch sterben sollen.

Bei mir ist die Kuh, das Schwein, das Huhn gleichwertig mit Katze.



3x bearbeitet

Benutzerbild von Salma
vegan3.050 PostsweiblichBerlinLevel 4
24.06.2025
gehört halt auch zur blanken warheit von freigängerkatzen:
Tod durch Katze: Die 232 Opfer eines Jahres
Mit seinem preisgekrönten Foto illustriert Jak Wonderly ein Problem für die Artenvielfalt: Mehr als zwei Milliarden Tiere werden in den USA jährlich von Hauskatzen erlegt.

https://www.nationalgeographic.de/tiere/2020/09/tod-durch-katze-die-232-opfer-eines-jahres

"In den USA werden jedes Jahr zwischen 6,9 und 20,7 Milliarden kleine Säugetiere von Katzen getötet. Eine neue Studie zeigt: Hauskatzen sind zehnmal gefährlicher für ihre Beutetiere als die wilden Artgenossen."

und hier sind noch nicht die vögel mitgezählt.
https://www.mdr.de/wissen/umwelt-klima/hauskatzen-fressen-mehr-voegel-als-wildkatzen-102.html

Freilaufende Katzen zählten damit zu den problematischsten invasiven Arten der Welt. Bereits jetzt werden Katzen mit dem Aussterben zahlreicher Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten in Verbindung gebracht. So würden allein 347 (17 Prozent) der für die Meta-Studie erfassten Arten in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN aufgeführt.

https://www.mdr.de/wissen/news/freilaufende-katzen-gefahr-artenvielfalt-100.html

2x bearbeitet

Benutzerbild von Libio
Themen-Startervegan2.336 PostsweiblichBERLINLevel 4
25.06.2025
Ach du je, ich habe nicht gewusst, wie viel Wildtiere durch Katzen sterben, und dass sie als invasive Art bezeichnet werden. Danke für die Infos.

Benutzerbild von Fussel
111 PostsweiblichpflanzösLevel 3
25.06.2025
Ok, wir haben festgestellt: Es gibt die eigene Idealvorstellung und eine sehr komplexe Realität in der manche Menschen gerne zusammen mit einer Katze/einem Haustier leben wollen und manche es kategorisch ablehnen. Das ist eine individuelle Entscheidung und sollte ok sein.

Zum Thema Katzen:
Mir fehlt ein wenig der konstruktive Teil, in dem gesammelt wird, worauf ein Katzenhaushalt achten kann, um die negativen Auswirkungen bestmöglich zu minimieren (Stichwort: Pareto-Prinzip).

Vorab: Ich kenne mich kaum mit Katzen aus. Aber ich habe mir ein paar verschiedene Katzenfuttersorten angesehen und eine ganz kurze und oberflächliche Recherche vorgenommen. Mich hat z.B. Interessiert, wie hoch der Fleisch- und Fischanteil in herkömmlichem Futter ist oder wie es mit den erwähnten Insekten aussieht.

Es gibt
- Futter aus Säugetieren/Fischen (welche in Gänze genutzt/extra gezüchtet werden)
- Futter aus Schlachtabfällen
- ?
- Futter mit Insektenanteil (Ich habe bei meiner mini-Recherche gelesen, dass reine insektenbasierte Ernährung bei Katzen auch nicht gut zu sein scheint, empfohlen wird ein Anteil.)
- ?
- veganes Futter (Vorsicht - dabei driften die Meinungen, ob es der Katze schadet, stark auseinander)

Anscheinend steht das Wort “-protein” in den Zutaten von herkömmlichem Katzenfutter oft oder immer für Schlachtabfälle aus der Kategorie 3. Manche Anbieter dröseln die Fleischprodukte in der Liste mehr auf (z.B. “Huhn (17%, einschließlich Knochen, Fleisch, Haut) “, wobei unklar ist, ob alles aus Fleisch besteht, welches sonst weggeworfen werden würde.

Einen einzigen Anbieter habe ich bisher gefunden, der einen interessanten “Mittelweg” zu gehen scheint: Green Petfood. (Die haben übrigens auch veganes & vegetarisches Futter für Hunde.)
An alle, die von einer Katze besessen werden (😁): Was ist eure Meinung über die Zusammensetzung, Nährstoffe etc.?

Als Beispiel: Green Petfood - FairCat Safe (Trockenfutter)

Zusammensetzung
Getrocknetes Hühnchenprotein aus artgerechterer Haltung (21,0%), Reis, getrocknete Kartoffel, Hühnchenfett aus artgerechterer Haltung (11,2%), Kartoffeleiweiß, Insekten (6,0%), Rübenfaser, teilweise hydrolysierte Hefe, Mineralstoffe, Kräuter, Früchte (Petersilie, Hagebutten, Aronia, Blaubeere, Ringelblumen), gemahlene Chicorée-Wurzel (natürliche Quelle von Inulin).

Und zum Thema Draußen-Katzen: Es gibt immerhin Glöckchen/Halsbänder mit Glöckchen, die das Wildern erschweren können. Sicherlich kann man auch dazu mehr Ideen sammeln.

Über konstruktive Ergänzungen von Menschen, die sich mehr mit Katzen auskennen freuen sich sicherlich zukünftige Leser, die in diesem Dilemma stecken.

@Libio Auch ich kenne diesen Schmerz, bin mit einem Hund aufgewachsen und vermisse ihn sehr... Fühl dich umarmt, bitte!

Benutzerbild von Kiebitz22
vegan247 PostsmännlichMarina Alta SpanienLevel 3
25.06.2025
Kann ich nicht mit helfen. Aufgrund von gesundheitlichen Problemen nur noch Virbac U2. Die Katze trinkt dadurch viel, was generell gut ist, besonders für Nieren und Blase. Dialix als Zugabe. Seit dem ich den Garten übersichtlich gestaltet habe, fängt er auch keine Tiere mehr. In den letzten 12 Monaten wollte er nur eine lebende Schlange ins Haus bringen. Habe ich retten können. Ansonsten ist der Mensch die gefährlichste und destruktivste invasive Art.

Kein Benutzerbild
232 PostsLevel 2
27.06.2025
Das Buch von Hans-Ulrich Grimm; "Katzen würden Mäuse kaufen" öffnet einem schon die Augen über industrielles Futter.
Zu den Katzen und Vögeln: wie viele Vögel werden immer noch in den südlichen Ländern gefangen und gegessen? Wie viele Vögel verhungern, weil es nicht mehr genug Insekten gibt? Ja, Kiebitz, der Mensch ist die gefährlichste und destruktivste invasive Art! Ein Beispiel, was mich immer fassungslos macht: der Feldhase steht auf der Roten Liste, darf aber bejagt werden...
Mein Kater müsste sich eigentlich nur im Hühnerstall mit geöffneten Mund hinsetzten....
Ich ernähre nämlich mit gutem Bio-Weizen ein ganzes Mäusevolk, welches unter meinem Hühnerstall lebt (irgendwann, wenn ich den Stall betrete, sackt der Boden einen halben Meter tiefer - ich warte drauf!)

Benutzerbild von Salma
vegan3.050 PostsweiblichBerlinLevel 4
29.06.2025
Zitat Thueringerin:
...
Zu den Katzen und Vögeln: wie viele Vögel werden immer noch in den südlichen Ländern gefangen und gegessen? Wie viele Vögel verhungern, weil es nicht mehr genug Insekten gibt? ...

liebe thüringerin, liebe zustimmende katzenfans,
so ein scheinbar das problemverlagernder hinweis auf andere, schlimmere "übeltäter" in dieser sehr konkreten diskussion über all die aspekte von katzenhaltung fällt meiner meinung nach in den bereich whataboutism. https://vegpool.de/magazin/whataboutism.html
ich glaub doch eher nicht, dass damit das gesagt werden soll, was aber aus dieser äusserung entnommen werden kann:
solange menschen vögel essen und vögel wegen menschengemachtem insektenmangel eh nicht genug nahrung finden und menschen tiere auf jagdlisten "freigeben" ist es also nachrangig oder gar egal, dass menschengemachte hauskatzen als invasive art am auslöschen von ganzen tierarten beteiligt sind?

also ich denke, ein minimum an "muss" ist das von fussel erwähnte halsbandglöckchen sowie die sterilisation von freigängern. und da hörte ich aber schon oft genug von katzenfans, dass sie DAS ja nicht ihrem liebling antun würden.

wie hier im forum auch schon geäussert sei die pure inhouse-haltung von katzen nicht artgerecht und deshalb indiskutabel. darüber denke ich sollte jeder katzenretter jedoch mal zumindest nachdenken. denn so würde er im laufe des katzenlebens ne menge (tausende!!) zusätzlichen lebens retten, und der katze geht es immer noch viel viel besser als im tierheim, bzw. in der tötungsstation. wir menschen haben halt nicht nur den geretteten tieren im tierheim ggü verantwortung, sondern auch ggü. den freilebenden.

es gibt ja wenigstens weltweit engagierte organisationen, die streuner einsammeln und sterilisieren (und teilweise auch wieder zuruckbringen, da die tierheime überfüllt sind). eine m.m. nach unterstützenswerte aktion. aber ob das reicht, die invasive art "hauskatze" ausreichend einzudämmen bezweifle ich dann doch ein wenig.


grüblerischer gruss an alle diskutierenden hier ...

2x bearbeitet

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