Aninova hat erschütternde Aufnahmen aus einem Geflügelschlachthof bei Potsdam veröffentlicht (Nähe Berlin).
Dokumente, die ich einsehen konnte, zeigen, dass offenbar auch das Ökodorf Brodowin dort Tiere töten ließ. Brodowin ist ein in Berlin recht bekanntes Öko-Projekt, dessen Tierprodukte in vielen Biomärkten verkauft werden.
Guten Tag,
ich arbeite als Redakteur für vegpool.de. Mein Presseausweis ist anbei.
Wir haben heute von Aninova e. V. Aufnahmen erhalten, die aus dem Schlachthof Lorenz Marken Geflügel GmbH & Co. KG kommen sollen.
Die Pressemitteilung hierzu finden Sie hier:
https://www.presseportal.de/pm/115581/6180087
Wir haben zudem Unterlagen erhalten, aus denen hervorgeht, dass das Ökodorf Brodowin Tiere dort töten ließ.
Darüber wollen wir zeitnah berichten und Ihnen die Möglichkeit zur Stellungnahme geben. Wegen der laufenden Berichterstattung bitte ich um baldige Rückmeldung, spätestens bis morgen um 14 Uhr.
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Aninova hat nach eigenen Angaben im Zeitraum der Recherche von ca. einem Monat mehr als 100 einzelne Übergriffe gegen Tiere dokumentiert, darunter Schläge, Würgen, Federn ausreißen, Werfen usw.
• Was sagen Sie zu den Vorwürfen von Aninova?
• Wann hat Brodowin begonnen, dort schlachten zu lassen, und warum haben Sie sich für diesen Betrieb entschieden?
• Werden bei Ihnen im Betrieb ebenfalls Tiere für die Fleischproduktion getötet?
• Haben die Vorwürfe gegen den Schlachthof Auswirkungen auf Ihre Geschäftsbeziehung? Welche?
• Haben Sie die Geschäftsbeziehung beendet oder ist dies geplant (wann?)?
• Auf Ihrer Website verkaufen Sie auch Produkte, die aus anderen Betrieben / Schlachthöfen kommen. Welche sind das und wie ist es dort um den Tierschutz bestellt? Wie kontrollieren Sie dies ggf.?
Viele Hersteller haben in der Vergangenheit mit Tierschutz geworben, wurden jedoch durch Undercover-Ermittlungen bei Tierquälerei ertappt.
Verbraucher haben also ein berechtigtes Misstrauen.
Dabei gäbe es wirksame Maßnahmen, um Tierschutz beweispflichtig zu machen, statt bloß zu versprechen. Erste Schritte wären etwa eine öffentlich einsehbare und unabhängig kontrollierte Videoüberwachung in sensiblen Bereichen in Kombination mit wirksamen Vertragsstrafen bei Verstößen.
• Unterstützen Sie solche oder ähnliche Maßnahmen? Falls ja: Wie konkret? Falls nicht: Was spricht dagegen?
• Sie werben auf Ihrer Website mit "glücklichen Tieren". Werden Sie diese Beschreibung nach Bekanntwerden der Vorwürfe aktualisieren? Falls ja: Wie?
• Werden Sie Ihre Kunden darüber informieren, dass gegen den Schlachthof Ermittlungen laufen, in dem Sie Tiere haben töten lassen?
• Bieten Sie ein Rückgaberecht, wenn Produkte nicht der Werbung entsprechen (etwa, weil mit "glücklichen Tieren" geworben wird, während Tiere im Schlachthof geworfen, geschlagen und gewürgt wurden)? Falls ja: Wo finde ich entsprechende Informationen? Bitte senden Sie mir ggf. eine Kopie eines entsprechenden Rundschreibens zu!
• Auf Ihrer Website werben Sie mit "Transparenz bis ins Detail" und laden zum Besuch ein. Wie viel Vorlaufzeit brauchen Sie, damit ich mir als Journalist während eines normalen Arbeitstags einen ungehinderten alltäglichen Einblick rund um Verladung, Transport, Haltung und Tötung von Tieren auf Ihrem Betrieb und in entsprechenden Partnerbetrieben verschaffen und darüber berichten kann (Bild + Ton)? Es müsste sichergestellt sein, dass die Partnerbetriebe ebenfalls zustimmen, damit es "Transparenz bis ins Detail" ist.
Zum Hintergrund: Tierschutz ist ein Allgemeininteresse und betrifft auch Menschen, die kein Fleisch essen bzw. dies kritisch sehen. Gleichwohl bin ich an einem sachlichen und respektvollen Austausch interessiert und würde ihnen nach Auswertung der Aufnahmen die Möglichkeit geben, Stellung zu nehmen. Ich bin als Journalist einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung verpflichtet.
Beste Grüße
Kilian Dreißig