Vegpool Logo

Schächten verbieten - jetzt! Und Schlachten auch.

Erstellt 11.07.2025, von kilian. Kategorie: Tierschutz & Tierrechte. 33 Antworten.

Vorherige Posts laden
Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.551 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
Schächten verbieten - jetzt! Und Schlachten auch.
11.07.2025
Sind wir eigentlich auch gegen das Schächten? Oder nehmen wir radikale Juden und Muslime vom Tierschutz aus? *

Solche und ähnliche Fragen erreichen uns immer mal wieder.

Hier die Antwort:
https://vegpool.de/magazin/schaechten-verbieten-kommentar.html

* Nicht alle Juden und Muslime essen übrigens koscher bzw. halal, genauso wenig wie Christen jeden Sonntag in die Kirche gehen und vor Ostern fasten. Daher schreibe ich hier von "Radikalen".

Benutzerbild von Salma
vegan3.084 PostsweiblichBerlinLevel 3
11.07.2025
dazu meine frage:
boykottiert jemand döner-buden (oder andere anbieter), die mit "halal" in bezug auf tierische produkte werben?
mich durchzuckt es bei dem aufkleber jedes mal... und ich bin hin und hergerissen, dort dann einen veganen döner zu kaufen oder nicht ...

1x bearbeitet

Benutzerbild von Sunjo
vegan3.242 PostsweiblichLinzLevel 3
11.07.2025
Leiden Tiere beim Schächten mehr als beim normalen Schlachten? Ich glaube nicht. Ich glaube aus kulturellen Gründen kommt uns das nur grausamer vor. Also entweder alle Läden boykottieren, die Fleisch im Angebot haben, oder gar keine.


Und diese dumme Nazifrage braucht man meiner Meinung nach gar nicht beantworten: wenn man für die vegane Lebensweise ist, ist man gegen jedes unnütze Töten und dann stellt sich doch die Frage nach dem "Wie" des Tötens überhaupt nicht.

Würde ich vor die Frage gestellt werden, ob mir Tierschutz oder Religionsfreiheit wichtiger ist (in meinem Fall "Freiheit von Religion), wüsste ich übrigens keine Antwort. Zum Glück schließt sich beides überhaupt nicht aus. Es gibt keine religiöse Pflicht zum Fleischessen.

Benutzerbild von Fussel
111 PostsweiblichpflanzösLevel 3
11.07.2025
Ähm... Konstruktiv gemeinte Schilderung der Fragen, die ich mir beim Lesen dieses Posts gestellt habe: Dient das Wort “radikal” hier als Taktik zur Diskussionsanregung? Oder ist es lediglich flapsig formuliert und/oder rein aus der Tierrechtsaktivistenposition betrachtet gemeint? Oder wird hier gar zu sehr “die Ecke, aus der die Frage kommt” zitiert?

Für Personen, die sich viel mit Menschenrechten, Kriegen und Konflikten, demzufolge zwangsläufig auch mit Extremisten/Radikalen beschäftigen, klingt das Wort “radikaler Jude/radikaler Muslim” in dem Zusammenhang etwas fehl am Platz und lenkt etwas vom eigentlich intendierten Inhalt ab.

Gut, dass es im Magazin-Artikel so nicht vorkommt. 😄

Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.551 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
11.07.2025
Nicht alle Juden/Muslime essen Fleisch von geschächteten Tieren.

Selbst streng Gläubige müssen es nicht essen (weder im Islam, noch im Judentum gibt es eine Pflicht, Fleisch zu essen).

Wer es trotzdem tut, ist sozusagen auf einer dritten Ebene, die ich hier als radikal bezeichne, weil sie ohne Not und Pflicht erfolgt und unnötige Gewalt zusätzlich aufwertet.

Genauso radikal wie die alltägliche Fleischesserei, die absurd rechtfertigt wird, statt sie mit der nötigen Selbstreflexion (Angewohnheit, sozialer Druck, Selbstidentifikation, ...) zu hinterfragen.

1x bearbeitet

Benutzerbild von Libio
vegan2.487 PostsweiblichBERLINLevel 4
11.07.2025
Es gibt keine religiöse Pflicht zum Fleischessen


Nein, aber in der von Menschen geschriebenen Bibel sind die Auffassungen der Menschen zur jeweiligen Zeit eingeflossen.

Es gibt da Menschen- und Tieropfer, um dem aggressiven kleinen Berggott Jahve gnädig zu stimmen. Nur durch seine in den Geschichten erdachte Eifersucht, Blutlust und Strenge konnte er zum großen Christengott für viele religiöse Strömungen werden.
Schon der erste Mord zwischen zwei Brüdern wurde durch das Erwecken von Neid verursacht, weil dem Gott Fleisch besser gefiel als Feldfrüchte.
Wäre dieser Gott allwissend, würde ich ihm große Bosheit bescheinigen. Die Schreiber dieser fiesen Geschichten wussten aber noch nicht, was heute normale Psychologen wissen, also empfanden sie dies als gute Geschichte.

Sozusagen von den Anfängen an wurde Fleisch und Töten als besonders wertvoll dargestellt. Die Meinung der damaligen Menschen, als diese Sagen nieder geschrieben wurden.

Dies ist sozusagen in der DNA unserer religiös geprägten Gesellschaft verwoben. Wenn es heute auch mehr Atheisten gibt, die nicht nur Zeus und dem Sonnengott Ra oder einem der anderen Millionen Göttern atheistisch sind, sondern noch einen hinzugefügt haben, so ist das geschichtlich eine kurze Zeit, die religöse Tradition oder auch Wunderglauben sind nicht nur bei religiösen Menschen zu finden.

Das betrifft auch die Eistellung zu Fleisch, die einerseits auf Tradition beruht, andererseits ftüher in hungrigeren Zeiten einen großen Überlebensvorteil bot.


Ich kenne persönich einfn Christen, der mir erklärte, dass Gott die Tiere zum Essen gemacht hat, denn er sagte, der Mensch doll sich die Erde untertan machen.
Ich war nicht fix genug mit dem Denken. Zu Hause fiel mir ein, dass da nicht steht, der Mensch soll die göttliche Kreatur bestialisch quälen.
(Schlagfertigkeit ist das, was einem auf dem Heimweg einfällt soll Mark Twain gesagt haben)

Die Einstellung zur Tierhaltung in den Köpfen zu verändern wird dauern. Der Veganismus entwickelt sich im Vergleich zu anderen Änderungen aber erstaunlich schnell, historisch gesehen.



5x bearbeitet

Benutzerbild von Salma
vegan3.084 PostsweiblichBerlinLevel 3
11.07.2025
Zitat Sunjo:
Leiden Tiere beim Schächten mehr als beim normalen Schlachten? Ich glaube nicht. Ich glaube aus kulturellen Gründen kommt uns das nur grausamer vor. Also entweder alle Läden boykottieren, die Fleisch im Angebot haben, oder gar keine.....

meine einschätzung ist anders:
wenn den tieren erst die augen ausgestochen, dann die sehnen durchtrennt werden, ganz ohne betäubung, um ihnen dann im dritten schritt die kehle durchzuschneiden damit sie ausbluten, dann bin ich doch der auffassung, dass diese methode im vergleich zu den nicht religiösen methoden wie bolzenschuss, stromschlag oder co2 erstickung NOCH grausamer ist. leiden tun sie alle, aber ich gehe davon aus, dass das leiden beim schächten grausamer und längeranhaltend ist. 😭💔

edit: ja libio, kann ich bestätigen, dass die christen gepredigt bekommen, sich die welt untertan zu machen, was sie auch auf den konsum von tierprodukten beziehen...

1x bearbeitet

Benutzerbild von Libio
vegan2.487 PostsweiblichBERLINLevel 4
11.07.2025
Im Übrigen werden beim Schächten die religösen Vorgaben meist nicht eingehalten.

Es gab Undercover-Aufnahmen unter anderem aus einem der größten Schlachthöfe in den USA, in dem geschächtet werden darf, und man glich es ab mit den religiösen Vorgaben. Sie wurden selbst dort nicht erfüllt.


Von den privaten Schächtunge in Privatwohnungen (neulich wurden einem Schäfer zu diesem Zweck Schafe geklaut und in einer Privatwohnung aufgefunden, wegen religiösem Brauch von Zuwanderern) oder heimlich nach Feierabend im Schlachhof mal ganz abgesehen.

Benutzerbild von Sunjo
vegan3.242 PostsweiblichLinzLevel 3
11.07.2025
Zitat Salma:

wenn den tieren erst die augen ausgestochen, dann die sehnen durchtrennt werden, ganz ohne betäubung

die Tiere dürfen nicht betäubt werden, da die Betäubung als Verletzung gilt, und das Fleisch dadurch zum Verzehr unbrauchbar wird. Augenausstechen und Sehnen durchtrennen dürfte in die gleiche Kategorie fallen. Bist du sicher, dass das genauso stattfinden muss?


Wenn es um den reinen Kehlenschnitt geht, glaube ich durchaus, dass das qualvoll ist. Aber unser "normales" Schlachten ja mindestens ebenso, weil schon die Betäubung qualvoll oder, noch schlimmer, nicht wirksam ist

Benutzerbild von Salma
vegan3.084 PostsweiblichBerlinLevel 3
11.07.2025
https://www.gruene-bw.de/wp-content/uploads/2020/01/2019-07-13-Stellungnahme-Tiertransporte_mit-Briefkopf.pdf

hier steht das auch mit den augen und den sehnen, und dass es keine seltenheit ist...

und im vergleich ist dann ein gwisser Prozentsatz "unserer" schlachtungen, bei denen die betäubung nicht gelimgt, dann doch geringer als grundsätzliche betäubungsloses ausblutenlassen...

1x bearbeitet

Folgende Posts laden
Antworten

Forensuche

Werde Teil der Community

Jetzt anmelden und dabei sein. Kostenlos!

Jetzt registrieren

Leitlinien

Entdecke die Leitlinien für die Vegpool-Community.

→ Leitlinien

Nächster Thread:

Tierwohllabel

Weitere Themen:

Titel
zuletzt
kilian
kilian

10. Jul.
» Beitrag
Cassava2
Cassava2

12. Jun.
» Beitrag
kilian
kilian

12. Jun.
» Beitrag
Friedhelm
Friedhelm

02. Jun.
» Beitrag
Crissie
Crissie

22. Mai.
» Beitrag