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Meine Anfrage zum Stallbrand in Bad Fallingbostel

Erstellt 18.07.2025, von kilian. Kategorie: Tierschutz & Tierrechte. 6 Antworten.

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Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.546 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
Meine Anfrage zum Stallbrand in Bad Fallingbostel
18.07.2025
Nach einem Stallbrand in Bad Fallingbostel (Niedersachsen) sollen auch Wochen später noch überlebende Tiere durch die abgebrannte Halle laufen - zwischen ihren verbrannten Artgenossen...

Hier meine Anfrage an die zuständige Behörde:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite als Journalist u.a. für vegpool.de, meinen Presseausweis finden Sie anbei.

Mit Bezug auf den Stallbrand in einem Geflügelstall in Bad Fallingbostel (Niedersachsen) bitte ich um Auskunft auf meine Fragen. Es geht um den hier genannten Betrieb: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/feuer-bei-bad-fallingbostel-vernichtet-stall-mit-14000-huehnern-brand,aktuelllueneburg-136.html

Wegen der Aktualität bitte ich um Rückmeldung bis Dienstag, 22.7.2025, 12 Uhr.

Ich bitte freundlich darum, auf jede einzelne Frage konkret zu antworten.

• Nach dem Stallbrand liefen offenbar mehrere Tage lang Hühner in den Ruinen der Halle herum, zwischen ihren toten Artgenossen. Aus welchen Gründen wurden die Tiere nicht umgehend geborgen und versorgt?

• Falls Einsturzgefahr o.ä. bestanden hat: Wurden Fallen, Lockmittel o.ä. eingesetzt, um Tiere zu retten, ohne Menschen in Gefahr zu bringen? Falls nicht: Warum nicht?

• Wurde die Beschlagnahmung der Tiere behördlich angeordnet? Falls nicht: Warum nicht?

• Aus welchen Gründen liegen auch über drei Wochen nach dem Brand noch tote Tiere in der Halle herum, trotz des teilweise sehr warmen Wetters?

• Wie stellen sie sicher, dass kein Kontakt zu Wildtieren besteht (z. B. wegen Seuchengefahr)?

• Wurden gegenüber dem Betreiber der Anlage Auflagen bzgl. der Versorgung der Tiere erlassen? Wie lauten diese konkret und wann wurden sie erlassen? Bitte senden Sie mir die entsprechenden Unterlagen zur Einsichtnahme.

• Welche konkreten Maßnahmen sind geplant, um die verbleibenden Tiere zu bergen? Wie viele Tiere sind es ungefähr? Wie werden diese versorgt?

• Was geschieht mit den verbleibenden Tieren? Werden die Tiere (Fleisch, Eier) für den menschlichen Verzehr genutzt?

• Ich habe erfahren, dass Tierschützer angeboten haben, die Tiere in Obhut zu nehmen bzw. an geeignete Orte (Lebenshöfe) zu vermitteln. Dies soll durch Ihre Behörde untersagt worden sein. Wie nehmen Sie dazu Stellung?

Vielen Dank vorab!

Mit freundlichen Grüßen

Kilian Dreißig

1x bearbeitet

Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.546 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
18.07.2025
Der NDR hat einen weiteren Artikel zu dem Fall veröffentlicht, der für meinen Geschmack eindeutig tendenziös ist, weil er erstens dem Gegenüber keine Meinung einräumt und zweitens die Aussagen des Veterinäramtes unhinterfragt übernimmt:

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/tierleid-nach-stallbrand-landkreis-und-halter-weisen-vorwuerfe-zurueck,feuerhuehnerstall-100.html

Benutzerbild von METTA
vegan5.382 Postsweiblich ObertshausenLevel 3
18.07.2025
Na hoffentlich gibt es da nicht solche Gerichtsverhandlungen wie beim Schlachthof-Prozess- nur jetzt halt gegen ANINOVA und wegen Diebstahl.😡

Kein Benutzerbild
AnjaW
18.07.2025
Das stand auch im Abendblatt, mit Foto! Ich dachte, ich sehe nicht richtig 😱

https://www.abendblatt.de/niedersachsen/landkreis-harburg/article409541451/tierschuetzer-entsetzt-huehner-verwahrlosen-in-brandruine.html

Auf dem Foto sieht das garnicht so aus als könnte einem da viel auf den Kopf fallen…

1x bearbeitet

Kein Benutzerbild
maximilian
19.07.2025
Wenn Mitglieder der Tierrechtsorganisation ANINOVA das Grundsück gegen den Willen der Eigentümer betreten haben, steht der Vorwurf des Hausfriedensbruchs im Raum. Wenn sie sich Hühner unerlaubt angeeignet haben, so kann das als Diebstahl ausgelegt werden. Entscheidend ist, ob die Stallbesitzer Strafanzeige wegen des Hausfriedensbruchs und des Diebstahls der Hühner erstatten.

Gesperrt:
Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.546 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
22.07.2025
Antwort ist da:


• Nach dem Stallbrand liefen offenbar mehrere Tage lang Hühner in den
Ruinen der Halle herum, zwischen ihren toten Artgenossen. Aus welchen
Gründen wurden die Tiere nicht umgehend geborgen und versorgt?

Ein menschliches Betreten der Brandruine war nach Einschätzung eines
Baugutachters aus Standsicherheitsgründen zunächst nicht möglich. Zudem
bestand anfangs die Gefahr, dass Teile der metallischen Konstruktion des
Gebäudes unter Strom stehen könnten, da nicht ausgeschlossenen werden
konnte, dass auf dem Dach befindliche PV-Module auch weiterhin Strom
erzeugen. Ein Betreten des Gebäudes war somit erst nach fortgeschrittenen
Abbruch- und Sicherungsarbeiten ab dem 17.07.2025 möglich. Der Beginn der
Abbrucharbeiten wurde zunächst durch die kriminaltechnische Freigabe
verzögert.

• Falls Einsturzgefahr o.ä. bestanden hat: Wurden Fallen, Lockmittel
o.ä. eingesetzt, um Tiere zu retten, ohne Menschen in Gefahr zu bringen?
Falls nicht: Warum nicht?

Da ein Betreten der Brandruine und damit ein manuelles Herausholen sowohl
der lebenden, wie auch der verstorbenen Tiere aus o.g. Gründen zunächst
nicht möglich war, wurde den Haltern amtlich angeordnet, die Tiere mittels
Anlocklichtern, Tränkung und Fütterung aus dem Gebäude herauszulocken. Die
Anlockstelle wurde unmittelbar neben der Brandruine errichtet. Die
herausgelockten Tiere wurden tierschutzkonform separat aufgestallt und
adäquat versorgt. Das Gebäude war jederzeit offen und ermöglichte den
darin befindlichen Tieren den Zugang ins Freiland.


• Wurde die Beschlagnahmung der Tiere behördlich angeordnet? Falls
nicht: Warum nicht?

Eine tierschutzrechtliche Fortnahme war nicht angezeigt. Die gefangenen
Hennen wurden durch die Tierhalter den tierschutzrechtlichen Vorgaben
genügend aufgestallt.

• Aus welchen Gründen liegen auch über drei Wochen nach dem Brand noch
tote Tiere in der Halle herum, trotz des teilweise sehr warmen Wetters?

Die in der Halle verbliebenen Tierkörper können nur mitsamt der
Hallenkonstruktion entsprechend des Abbruchfortschrittes entsorgt werden.
Ein vorheriges Herausholen wäre aus Gründen der Personengefährdung nicht
vorstellbar und ein Separieren aus den sonstigen Brandtrümmern auch
praktisch gar nicht umsetzbar gewesen.

• Wie stellen sie sicher, dass kein Kontakt zu Wildtieren besteht (z. B.
wegen Seuchengefahr)?

Als Freilandbetrieb ist das Gelände eingezäunt. Die allseitige Intaktheit
der Gebäudehülle kann aber durch keine andere denkbare Sicherungsmaßnahme
kompensiert werden.


• Wurden gegenüber dem Betreiber der Anlage Auflagen bzgl. der
Versorgung der Tiere erlassen? Wie lauten diese konkret und wann wurden
sie erlassen? Bitte senden Sie mir die entsprechenden Unterlagen zur
Einsichtnahme.

Im Rahmen einer Krisenbesprechung am Tage nach dem Brandgeschehen wurde
den Tierhaltern die Einrichtung mindestens einer Stelle zur Versorgung
(Fütterung und Tränkung) und zum Anlocken (nächtliches Locklicht mit
Aufbaummöglichkeit) der in der Brandruine verbliebenen Legehennen mündlich
angeordnet.

• Welche konkreten Maßnahmen sind geplant, um die verbleibenden Tiere zu
bergen? Wie viele Tiere sind es ungefähr? Wie werden diese versorgt?

Nachdem die einsturzgefährdeten Dachteilen abgetragen wurden, konnte das
Gebäude ab dem 17.07. betreten und die dort verbliebenen Hennen dann
letztlich zügig gefangen werden. Die Hühner wurden zunächst in einem
benachbarten Stall tierschutzkonform aufgestallt und letzten Endes von den
Haltern an den Verein "Rettet das Huhn" abgetreten. Dies waren zuletzt
etwa 190 Hennen. Mittlerweile sind keine Legehennen mehr vor Ort
befindlich.

• Was geschieht mit den verbleibenden Tieren? Werden die Tiere (Fleisch,
Eier) für den menschlichen Verzehr genutzt?

Diese Frage ist an die neuen Halter zu richten. Zuvor sollte jedoch die
lebensmittelhygienische Unbedenklichkeit überprüft werden.

• Ich habe erfahren, dass Tierschützer angeboten haben, die Tiere in
Obhut zu nehmen bzw. an geeignete Orte (Lebenshöfe) zu vermitteln. Dies
soll durch Ihre Behörde untersagt worden sein. Wie nehmen Sie dazu
Stellung?

Dies entspricht nicht der Tatsache. Vielmehr wurde den Haltern geraten,
entsprechende Angebote anzunehmen.

Kein Benutzerbild
AnjaW
22.07.2025
Rettet das Huhn! Super! Damit hat sich die Frage nach dem Verzehr ja auch erledigt. Glück im Unglück für die Hühnchen ❤️🐓

Klingt für mich alles nachvollziehbar. Ich lese da jetzt kein behördliches „Herum-eiern“ 🥚heraus.

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