Haustiere vegan ernähren

Erstellt 28.04.2018, von Miray07. Kategorie: Tierschutz & Tierrechte. 32 Antworten.

01.05.2018
Ich denke ich stimme da Thor zu. Auf jeden Fall mit veganem Futter versuchen und sehen wie es ankommt, ob das Tier es annimmt. Katzen sind ja bekanntlich wählerisch. Mit Hunden (den Allesfressern) geht das wahrscheinlich etwas einfacher. Und mit Nagetieren auf jeden Fall.
Wenn das Tier sich dagegen entscheidet muss man das respektieren (wie Thor sagt).
Der Hund oder die Katze würde im Tierheim wahrscheinlich sowieso Fleisch bekommen, also wird mit nicht veganem Futter ja eigentlich nicht mehr zum Tierleid beigetragen als vorher, da das Tier ja genauso ernährt wird wie im Tierheim. Das "Billigkatzen/hundefutter" besteht zudem häufig aus Schlachtabfällen, die sonst eben nicht verwertet werden.
Es ist natürlich am besten wenn es so gut klappt wie bei Mietzikatz oder Vegbudsd.
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01.05.2018
Natürlich stimmt es, dass die Anbieter von Tierfutter das als eine willkommene Möglichkeit nutzen, sich des sonst als Sondermüll teuer zu entsorgenden Schlachtabfalles zu entledigen, bekommen sie doch von den wenig nachdenklichen Tierverfütterern auch noch Geld dafür. Ca 3 Mrd. € jährlich...

Wenn ich ein Tier nicht vegan ernähren kann, sollte ich es nicht halten - das gilt natürlich ebenso für Tierheime! Mal eine frevlerische Frage: Welche Tiere sollten dann aus Tierschutzgründen getötet werden? Die, die in unserem Haushalt oder den Tierheimen mit abertausenden anderen aus "Tierliebe!" zerstörten lebensfrohen Tieren gefüttert werden, oder die Futtertiere, deren Zahl ungleich höher ist? Wie hoch ist denn der Anteil der nur für Futterzwecke getöteten Tiere?

Darf man als Veganer solch eine Alternative überhaupt aufstellen, oder muss man dies vielleicht sogar? Das klingt im ersten Moment sehr befremdlich, aber ist es nicht im Kern so, dass durch das Verfüttern von Tieren die Tierliebe und der Respekt vor dem Lebensrecht von Tieren eh schon den Bach hinunter ist? Dabei ist es übrigens relativ egal, ob es sich um "Schlachtabfälle" handelt oder um ausschließlich für Futter getötete Tiere. Ich finde, wir Fleischfresserhalter müssen uns dieser Frage endlich mal stellen, anstatt das immer wieder mit Hinweis auf angebliche Tierquälerei durch vegane Ernährung wegzuwischen und so zu tun, als sei damit alles in Ordnung. Nein, es ist nicht in Ordnung. Wenn mein Tier sich nicht für vegane Ernährung entscheiden mag, dann muss es sich sein Futter eben selber erjagen. Und zwar in völliger Freiheit. Wobei Freiheit dann eben auch einschließt, dass das Tier nicht erfolgreich für sein Futter sorgen kann und daran eingeht. Aber ich kann doch nicht gezwungen werden, aus meiner Tierhaltung ein Schlachthaus zu machen.

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01.05.2018
Heißt das nun da ich mich Vegan ernähre muss ich es auch zwangsläufig bei meinen Tieren machen?
Ich denke mal das würde dann so ablaufen! Hund/Katze nicht Vegan also Hund/Katze Veganes fressen hinstellen, Hund/Katze fressen nicht. Egal!! hungern lassen bis sie veganes Futter fressen, dann soll ich mich drüber freuen das meine Tiere Veganer sind!! Das ich Ihnen meinen Willen dabei aufgezwungen habe, das ich sie hab Hunger leiden lassen dafür das Blend ich aus!!! So nach dem Motto sie hätten ja was sagen können aber haben sie ja nicht!!! Oder seh ich nun was falsch wenn ich den Tieren ihre Essen Auswahl selbst überlasse?
Lg
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02.05.2018
Hallo Thor,

danke für Deine Antwort.

Du stellst genau die richtigen Fragen.


Denn genau das tun wir ohne Bedenken, wenn wir die bei uns im Haushalt lebenden Tiere mit anderen Füttern, die in unserem Auftrag an anderer Stelle ums Leben gebracht werden, damit die Beantwortung Deiner Fragen für uns nicht so grausam erscheint - sie ist es aber dennoch. Es gibt nur zwei Unterschiede: Der erste: Die für unsere Tiere getöteten leben nicht bei uns, also erleben wir sie nicht und nur deshalb haben sie keine Chance, eine ähnlich sie beschützende Beziehung zu uns aufzubauen, wie die Tiere, an die sie verfüttert werden.Ich finde das unerträglich ungerecht und ich frage mich, mit welchem Recht wir uns derartige Entscheidungen Tag für Tag anmaßen.

Im Ergebnis würde ein von Dir geschildertes Verhalten zu Recht als grausam und tierquälerisch angesehen werden. Aus diesem Grund wird diese Forderung auch selten von Tierschützern oder Tierrechtlern aufgestellt.

Die Schlussfolgerung daraus wird bisher aber ausschließlich so beantwortet: Damit wir die bei uns lebenden Tiere füttern können, so sie kein veganes Futter akzeptieren, bringen wir Woche für Woche, Jahr um Jahr manchmal Jahrzehntelang Tier um Tier um. Diese in unserem Auftrag umgebrachten Tiere werden dabei keineswegs auch nur ansatzweise tiergerecht gehalten, sondern vielmehr meist in der grausamen Massentierzerstörungsmaschinerie der Tierfutterindustrie. Oder sie bestehen aus weggeworfenen Tierkadavern anderer in der Lebensmittelindustrie umgebrachten Tieren.

Warum wird aber trotz dieser absolut unwürdigen Vorgehensweise weiter die Haltung von fleischfressenden Tieren zu Hause und das Verfüttern von anderen Tieren akzeptiert?


Ist die Forderung nach ausschließlicher Haltung von Tieren, bei denen vegane Fütterung möglich ist so abwegig? Oder wäre das nicht die konsequente Umsetzung des weitverbreiteten Wunsches nach Gemeinschaft mit Tieren ohne gleichzeitig anderen, uns nicht ans Herz wachsen könnenden Tieren das Leben zu verunmöglichen?

Mir wäre es sehr recht, wenn wir beginnen würden, diesen Widerspruch in unserem Verhalten nicht mehr unter den Tisch fallen zu lassen, sondern eine gesellschaftliche Debatte darüber zu führen, wie wir mit Tieren im Bereich zu Hause, Zoo, Zirkus und Tierheim umgehen. Ganz abgesehen von den 2,4 Millionen jedes Jahr getöteten Tieren in Tierversuchen usw. usw. usw.

Auch viele Grüße


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02.05.2018
Guten Morgen :clap:
Ich habe mal Testweise 3 Dosen Veganes Hundefutter geholt. Ich bin mal gespannt wie es bei Neymar an kommt. Wenn er es mag, werde ich es wohl langsam gegen normales Futter austauschen und beim Trockenfutter muss ich mich erstmal schlau machen. Ich finde es spricht nix dagegen seinen Hund Vegan zu ernähren solange es keine gesundheitlichen Einschränkungen gibt. Bei Katzen sehe ich das anders.
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02.05.2018
Moin Dandedilia
Als Trockenfutter kann ich dir das von Veggie Dog empfehlen. Es wurde gut angenommen.
Lg Thor

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02.05.2018
Hallo dandedilia,

wieso siehst Du das bei Katzen denn anders? Das von uns verwendete Katzennass - und trockenfutter ist speziell auf die biologischen Notwendigkeiten von Katzen abgestimmt - da fehlt nix. Ganz ohne weiteres Tierleid an anderer Stelle. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Tiere keinerlei Schaden davon nehmen, weder in der gesamten Lebenserwartung, noch in ihrer Gesundheit. Im Gegenteil: Mich würde nicht wundern,wenn die so gefütterten Tiere etliche Krankheiten die durch tierisches Futter gefördert werden (Harngries usw) nicht oder in geringerem Umfang bekämen.


Was nach meiner Auffassung viel schwerer bei ausschließlich im Haus gehaltenen Katzen (egal ob vegan gehalten oder nicht) wiegt ist die Tatsache, dass sie ihrem Jagdtrieb nicht in ausreichendem Maß nachkommen können, außer der Mensch sorgt für ausreichend Spielzeug, was er aber nur selten tut. Aber auch das spricht eher für ein generelles Verbot von Katzenhaltung im Haushalt... Ich ahne, dass ich mir mit solchen Aussagen keine Freunde unter den Katzenliebhabern mache, aber ich finde wir sollten darüber sprechen...

Am besten finde ich persönlich die Variante von Elisabeth (die aber leider bei jedem klappt): Katzen werden zu Hause ausschließlich vegan zugefüttert, wenn sie Fleisch wollen, müssen sie jagen. Da sind alle Bedürfnisse befriedigt und sogar die gefangenen Mäuse usw. haben eine natürliche und reelle Chance der Katze zu entkommen.
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02.05.2018
Zitat Vegbudsd:
Am besten finde ich persönlich die Variante von Elisabeth (die aber leider [nicht] bei jedem klappt): Katzen werden zu Hause ausschließlich vegan zugefüttert, wenn sie Fleisch wollen, müssen sie jagen. Da sind alle Bedürfnisse befriedigt und sogar die gefangenen Mäuse usw. haben eine natürliche und reelle Chance der Katze zu entkommen.

Wie ich weiter oben bereits schrieb, halte ich das für ziemlich unfair gegenüber nichtgepäppelten Wildtieren. Und dann muss man sich das mal vorstellen: in deutschen Haushalten leben zur Zeit schätzungsweise 13 Millionen Katzen. Würden sie aussschließlich auf sich allein gestellt sein, würde sich diese Zahl natürlich schnell verringern, sobald sie ihre Beutetiere ebenfalls entsprechend dezimiert haben. Durch Zufüttern, ärztliche Versorgung und ein geschütztes Zuhause wird sich dieses natürliche Gleichgewicht aber nie einstellen. Das wäre in meinen Augen extrem verantwortungslos.
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02.05.2018
Hallo Sunjo,

vielleicht sind die "nichtgepäppelten" Tiere dennoch die besseren Jäger, da sie sich ausschließlich davon ernähren müssen...

Vielleicht machen wir für das Thema "unfaire Bedingungen für Wildtiere durch das Päppeln unserer Freigänger" ein neues Thema auf...


Diese Diskussion hat relativ wenig zu tun mit der generellen Diskussion über veganes Futter oder das Mästen und Umbringen von Tieren im Auftrag ausschließlich zum Zweck des Verfütterns an unsere zu Hause gefangenen oder freiwillig bei uns bleibenden Tiere.

Viele Grüße

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10.05.2018
Hallo @ all,

wie schön, dass hier auch mal diese Problematik erörtert wird - die Frage nach veganer und artgerechter Ernährung für Katzen wollte ich hier auch schon mal stellen.


Ich habe selbst eine Katze, die eine Bekannte von mir von einem Bauernhof gerettet hat, als der Bauer die Katzenbabies gleich nach der Geburt töten wollte.

Jacky bekommt von mir bisher immer Bio-Dosenfutter aus dem Zoo-Fachhandel - und ich muss mich jedes Mal überwinden, eine Dose aufzumachen. Als Mäusefänger im Garten versucht sie sich regelmäßig, aber eher mit bescheidenem Erfolg ... in 8 Jahren hat sie es erst zwei mal hinbekommen, eine Maus zu fangen, die dann aber die Flucht ergreifen konnten ... ;-)
Klar, extra gezüchtete und tiefgefrorene Futtermäuse oder Eintagsküken kommen sowieso nicht in Frage (was sind das bloß für "Tierfreunde", die so was kaufen ... ???), deshalb finde ich Bio-Futter auf Fleischbasis immer noch das geringste Übel ... ethisch falsch finde ich das trotzdem.

Veganes Katzenfutter vom Veganz hatte ich ihr einmal gekauft, und es schmeckte ihr überhaupt nicht.
Ich gucke mich immer mal wieder um, ob ich irgendwo veganes Katzenfutter finde, habe aber inzwischen aufgegeben. Es erscheint mir irgendwie auch nicht wirklich artgerecht, Jacky fleischlos zu füttern.
Wo gibt es denn veganes Katzenfutter zu kaufen? Internet? Ladengeschäfte in Hessen?
Auch in kleinen Dosen, um verschiedene Sorten auszuprobieren? Wie groß ist überhaupt die Auswahl?
Ist wirklich alles drin, was die Katze braucht?
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