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Partner will dass ich vegan werde

Erstellt 23.03.2021, von Aquila. Kategorie: Off-Topic. 46 Antworten.

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Benutzerbild von Ef70
234 PostsLevel 3
01.05.2021
Hallo,
klar wäre ich auch für vegan, aber wie für die meisten hier war es auch bei mir irgendwann eine bewusste, eigene Entscheidung und kein Zwang durch andere Menschen.
Ich sehe sowas problematisch. Durch den moralischen Druck lässt er dir ja keine Chance mehr, irgendwann vielleicht freiwillig auf vegan umzusteigen.
Es wäre viel schöner, wenn du ihn unterstützt und hin und wieder mitmachst, und er könnte sich die Mühe machen, die tollsten veganen Speisen zu zaubern und dich vegan zu verwöhnen, bis du selber zum Umstieg bereit wärst. Das würde bedeuten, dass er dich liebt, so wie du bist, und versucht, DIR zuliebe das vegane Leben schmackhaft zu machen, in der Hoffnung, dass du irgendwann selber zu der Überzeugung kommst.
Stattdessen scheint er die Werte des Veganismus über die der Beziehung zu stellen. Das hat was von religiösem Eifer. Ich wäre nie und nimmer für meinen Mann oder dessen Familie katholisch geworden und hätte sehr große Vorbehalte ihm gegenüber gehabt, wenn das eine Bedingung oder auch nur quasi Bedingung gewesen wäre.
Ich persönlich habe Beziehungen zu solchen moralisch dominant agierenden Männern intuitiv grundsätzlich vermieden. Bevor ihr noch Kinder bekommt, würde ich dir, da du schonmal drin steckst, sehr zu einer professionellen Beratung raten, um dir klar zu werden, wo hier das Problem wirklich liegt und wie du damit umgehst.
LG Ef70

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
02.05.2021
:green: Ja, ich finde auch, dass ich meinen mordenden Liebhaber einfach tolerant weitermorden lassen muss, um ja nicht moralisch dominant rüberzukommen...nur ja keinen Zwang oder sogar den bösen moralischen Druck ausüben auf Leute, denen ansonste meine Moral vorstellungen links am - ihr wisst schon- völlig vorbeigehen, ja is klar, ne :green:
Konsequent vegan mal wieder in die Sektenecke und als von religiösem Wahn beseelt hin zu stellen - nicht ganz mein Geschmack.

2x bearbeitet

Kein Benutzerbild
27 PostsmännlichLevel 2
02.05.2021
Wenn deine Bedenken so groß sind, scheint dein Liebhaber wohl nicht der richtige zu sein.


Schließlich möchtest du doch nicht nur, das er so handelt wie du es für richtig ansiehst, sondern selbst auch dahinter steht.

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
02.05.2021
Zitat Bochumer:
Schließlich möchtest du doch nicht nur, das er so handelt wie du es für richtig ansiehst, sondern selbst auch dahinter steht.


Es ist mir ziemlich egal, weshalb jemand nicht mordet - Hauptsache, er tut es nicht.
#Dabei geht es nicht um irgendwas, was man jederzeit revidieren kann, denn Tote kann man nun mal nicht mehr lebendig machen.

Benutzerbild von Ef70
234 PostsLevel 3
02.05.2021
Zitat Vegbudsd:

Konsequent vegan mal wieder in die Sektenecke und als von religiösem Wahn beseelt hin zu stellen - nicht ganz mein Geschmack.


Hi, das ist ja der Punkt- es ist nicht „dein Geschmack“, bzw. entspricht nicht deiner Moralvorstellung.
Wir leben aber nunmal in einer Gesellschaft, deren Rechtssystem auf anderen moralischen Grundlagen beruht. Man kann frei entscheiden, für sich selber die Grenzen enger zu ziehen. Man kann sich auch dafür einsetzen, dass die gesetzlichen Grenzen nach und nach enger gezogen werden. Und man kann, wenn man konsequent ist, einen Partner ablehnen, der diese Grenzen nicht akzeptiert. Und das tut nach der Beschreibung der Partner der TE. Folgerichtig ist es also, dass für sie, so wie sie ist,in seinem Wertesystem kein Platz ist.
Man darf sich wünschen, die Partnerin würde es teilen, aber moralisch zwingen geht nicht. Die Gedanken sind bekanntlich frei. Mich würde es sehr befremden, wenn jemand meine Gedanken grundsätzlich ablehnt, aber dann zufrieden mit meinen erzwungenen Handlungen wäre. Das ist keine gleichwürdige Partnerschaft, sondern eben moralische Unterdrückung. Unabhängig, ob es um Veganismus oder eine Religion geht. Daher finde ich nach wie vor den Vergleich berechtigt.
LG Ef70

Kein Benutzerbild
27 PostsmännlichLevel 2
02.05.2021
Aus einer Überzeugung heraus wird es dein Partner auch ohne dich leben. Nur dir zuliebe wohl eher nur, solange du dabei bist.


Aber gut, wenn dir das reicht das du es nicht siehst, dann passt es ja.

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
02.05.2021
Das ist keine gleichwürdige Partnerschaft, sondern eben moralische Unterdrückung.

Ja, so wie beinahe jede Bestärkung von Menschen - und Tierrechten in irgendeiner Form auch eine Art Unterdrückung dagegen stehender Denkweisen ist. Kinderschlagen ist auch verboten und ich würde ebenso Druck ausüben, dass mein/e Partner/in sich dementsprechend verhält, egal, ob er/sie es einsieht, oder nicht. Das Recht, dass ein anderer Mensch nicht geschlagen, verletzt oder getötet wird, wiegt hierbei deutlich stärker, als das ansonsten unbestrittene Recht auf Meinungsfreiheit und eigene persönliche Entfaltung. Genau so verhält es sich für mich, wenn in einer Beziehung einer der Partner für sich in Anspruch nimmt, um den Preis des Ignorierens der Vorstellungen des anderen seine eigene Agenda durchzusetzen, bei der Rechte dritter massiv verletzt werden: Hier haben das Lebensrecht und die Würde der Tiere eindeutig Vorrang - auch wenn das oft nicht wahrgenommen wird und gesetzliche Vorgaben und Verordnungen nach wie vor ein Zuwiderhandeln ermöglichen und sogar forcieren, auch wenn sie durch demokratisch gewählte Vertreter entschieden werden. Siehe Prof. Dr. Bülte, "Institutionelle Kriminalität"
Mensch hat eben nicht nur Verantwortung für sich und seine eigene kleine Familie und den eigenen Geschmackssinn, sondern durchaus auch für andere Lebewesen, die durch Mensch beeinträchtigt, gequält oder gar getötet werden. Dass die Demokratie einem solchen Erkenntnisgewinn immer und zu allen Zeiten hinterherhinkt liegt in der Natur der Sache und bedeutet ja nicht, dass ich mich auch ohne gesetzliche Regelung für alles und jedes bis ins letzte Detail dennoch nach ethischen Prinzipien verhalten kann und sollte. Schwarmintelligenz hat leider nicht immer wirklich etwas mit Intelligenz und Ethik zu tun. Auch steht es Mensch frei, sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Es geht nicht um einen Machtkampf um die moralische Hoheit in dieser Beziehung, sondern es geht um Verantortung für die Handlungen, die als Familie akzeptier werden, oder eben nicht. Wenn die Vorstellungen tatsächlich so weit auseinanderliegen, dass keine Übereinstimmung zu erzielen ist, müssen die Konsequenzen gezogen werden, und sich eine Partnerschaft gesucht werden, bei der auch diese Sachen passen.

Ganz nebenbei: Würde man die oben angeführte Argumentation auch auf die Kinder ausdehnen, die in einer Partnerschaft großwerden, würde sich das Thema Erziehung vollständig erledigen und einem "Mach doch was Du willst" weichen, weil sonst ja "moralische Unterdrückung" unausweichlich wäre.

1x bearbeitet

Benutzerbild von METTA
vegan4.742 Postsweiblich ObertshausenLevel 4Supporter
02.05.2021
Hier ein ganz interessantes Lied von Lulu Henn(Songwriterin und Tierrechtsaktivistin) zu toxischen Beziehungen : Eine Sekunde
https://www.youtube.com/watch?v=hg3ALlj3e30


"Und wir schauen uns an und denken drüber nach ne Sekunde lang
ja ich hab dir nicht zu sagen, weil Du nicht die richtigen Fragen stellst... "


oder auch das: Herzen auf
https://www.youtube.com/watch?v=onuYIgrab-I

1x bearbeitet

Benutzerbild von rapscha
26 PostsmännlichBalingenLevel 2
03.05.2021
Hallo Aquila,
Vegan ist eine Lebenseinstellung. Wenn du und deine Partner das nicht teilt wird es in Zukunft immer wieder zu Problemen kommen. So hart wie es klingt sehr ich keine Zukunft für die Beziehung...

Benutzerbild von Blaustern
vegan161 PostsweiblichSoltauLevel 3
03.05.2021
@Vegbudsd

Grundsätzlich hast du recht, aber auf die Art überzeugst du niemanden. Mir haben es solche Argumente und Einstellungen sehr erschwert. Ich war 12 Jahre vegetarisch. Vegan schien mir als extrem und Veganer habe ich als millitante Menschen erlebt. Dazu wollte ich nicht gehören. Seitdem ich selber vegan bin, weiß ich, dass die Argumente richtig sind. Nur die Art wie sie vorgetragen wurden, haben mich lange abgeschreckt.
Peta hatte damals auf der Seite stehen: Wer vegetarisch lebt ist nicht besser als ein Fleischesser. Na toll, sowas holt mich echt ab. Die wenigsten wurden vegan erzogen und fanden es normal Fleisch, Eier und Milch zu konsumieren. Uns wird eine Einstellung antraniert in der es normal ist Tiere auszunutzen. Das zu hinterfragen braucht erstmal Zeit und Verständnis. Das Eier und Milch für die Tiere nicht gut sind, war mir schon klar. Aber ich fand es umständlich. Hätte mir jemand mit Verständnis begnet und gezeigt wie einfach vegan sein kann, hätte ich schon früher was geändert.

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