vegan460 PostsmännlichBad Münstereifel Level 4
09.02.2026Früher habe ich einmal alles mit einem gewissen Eifer betrieben, habe aber auch nie etwas "nicht so Gutes" versucht mit etwas "Gutem" auszugleichen. Dieser Eifer ist mir in den letzten Jahren zu Glück (respektive betrachtet) immer mehr abhanden gekommen.
Ich handele idR spontan und aus dem Bauch heraus, habe immer wieder die Stimme "Sei doch bitte nicht so streng mit dir" von meiner Frau im Ohr und drehe (ohne inneren Zwang, ein möglichst "guter Mensch" zu sein um Lob zu ergattern - auch nicht von mir selbst) hier und da an der inneren Stellschraube.
Ich brauche keinen Himmel, keine Karmapunkte, noch sonst was.
Das einzige was mir noch manchmal schwerfällt ist wertungsfrei zu bleiben.
Aber auch das darf sein.
vegan2.333 PostsweiblichBERLINLevel 4
09.02.2026Ich kenne diesen Effekt, wusste aber bis eben nicht den Namen.
Ich habe das krass in meiner früheren Religionsgemeinschaft gesehen, die ich vor 35 Jahren verlassen habe. Diese Christen haben oft unmoralisches und Böses getan, fühlten sich aber anderen Religionen oder Ungläubigen gegenüber überlegen. Ich kam also vor langer Zeit mit diesem Effekt in Berührung.
Ich nannte es Scheinheiligkeit und oft begegnet mir das. Auch bei mir selber natürlich. Auto ist verkauft, es wird vegan gelebt, Eigenheim ist verkauft, Müll wird getrennt, aber meine Urlaube mach ich mit Flugzeug.
vegan3.212 PostsweiblichLinzLevel 4
10.02.2026Kannte ich unter Rebound-Effekt
Und auch hier ist der Seitenhieb auf Aktivismus fehl am Platz
vegan1.066 PostsweiblichLevel 4
10.02.2026Ich kenne es tatsächlich nicht, weder den Begriff, noch die Sache selbst.
Ich kenne es eher so, dass ich, wenn ich einmal angefangen habe, etwas
zum Guten hin zu ändern, eher bestärkt werde, noch mehr in der Richtung zu tun.
Weil ich dann den Lerneffekt nutze, das heißt, wenn ich einmal meinen inneren Widerstand oder meine Trägheit überwunden habe, es mir leichter fällt, es wieder zu tun.