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Meine Geschichte

Erstellt 10.04.2020, von PuschelQueen. Kategorie: Off-Topic. Eine Antwort.

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Themen-Startervegan411 PostsLevel 2
Meine Geschichte
10.04.2020
Da ich den Thread nicht mehr mit unnötigen Spam belasten will hatte ich beschlossen einen eigenen Thread dafür zu eröffnen. Ich denke das ist einfach besser bei dieser Masse an Informationen. :angel:

Also ich hab mir jetzt beide Beiträge mal durchgelesen und muss irgendwie beiden Seiten zustimmen da sowohl das eine als auch das andere gut auf mich zutrifft.

Um es mal so zu erklären: Ich kenne bereits die Wurzeln meiner Probleme. Die liegen bei mir tatsächlich tief verankert in meiner Kindheit. Manche würden es wohl auch Vaterkomplexe nennen. :-/ Denn der hat mir tatsächlich zum Teenageralter das Leben sehr schwer gemacht. Das wäre jetzt zu viel um das bis ins Kleinste auszuführen, aber er hat mich damals schon sehr stark unter Druck gesetzt. Und um ehrlich zu sein auch mir immer einen gewissen Leistungssdruck gegeben, bzw. war er auch der Erste der mich für alles beschimpft hatte was so in meinem Leben schief lief. Als ich mit meiner Mutter mit umgezogen bin hatten wir oft noch telefoniert. Für mich verlief das sehr tränenreich...

Er hat mir für alle Fehlschläge in seinem Leben (die Scheidung mit einbezogen) die Schuld gegeben. Das tat echt weh. Ich hatte zudem schon seit der 1. Klasse und im Kindergartenalter Probleme mich zu integrieren. Zuvor hatte ich als Baby oft starke Magenprobleme (ironischerweise hat mir die vegane Ernährung genau gegen diese Probleme geholfen). Das ist jetzt eher physischer Natur. Jedoch hatte das wohl auch minimalen Einfluss auf mein Verhalten gehabt denn ich war schon immer sehr stark Natur- und Tierbezogen gewesen, aber durch die Konditionen zu sehr beeinflusst und irritiert.

Bisher glaube ich eher an Asperger. Ich hatte schon einige Tests hinter mir und ich scheine im Autistischen Spektrum zu sein. Natürlich müsste das ein Profi nochmal genau testen, aber bisher scheinen alle Verhaltensweisen darauf hinzuweisen. :| Ich leide an Reizüberflutung, komme mit Spontanität null klar und bin auch so eher gerne für mich. Im Gegenzug dazu blühe ich in kreativen Dingen total auf. Meine Stärken liegen wohl eher darin mich kreativ und auch sozial auf Dinge zu konzentrieren. Im frühesten Kindheitsalter konnte ich schon Wörter die ich in diesem Alter noch gar nicht hätte wissen können (die standen teils nicht mal in meinen Jugendromanen). Hatte mit 6-7 Jahren zu schreiben angefangen und mir auch sehr schnell selber Dinge angeeignet.

Mein damaliger Psychologe meinte auch, dass ich wohl eine unwahrscheinlich gute Begabung darin hätte "zwischen den Zeilen" zu lesen und die Hauptschule absolut schlecht für mich war da ich dort zu unterfordert war. Die Mittlere Reife hätte mir wohl psychisch gut getan. Die Umzüge und die Konflikte mit meinem Vater hatten wohl dazu beigetragen, dass ich mich immer mehr zurück gezogen habe.

Dann kam noch das physische und psychische Mobbing. Ich wurde wegen meiner oft 'seltsamen Art' gemobbt. Geoutet hatte ich mich damals schon sehr früh da ich nie ein Blatt vom Mund nehme. :crazy: Schwäche und Stärke zugleich würde ich sagen. Dann fing es halt an. Hänseln in der Umkleide, Schubsen, Gerüchte erzählen, bloß stellen, auslachen, Fuß stellen, in die Ecke drängen, mit Messer bedrohen... dadurch hatte ich auch meine Platzangst bekommen. In engsten Räumen und in großen Menschenmassen bekomme ich Panikattacken und Schweißausbrüche.

Tatsächlich war ich auch damals nicht so begeistert mich therapieren zu lassen und hatte quasi selbstständig angefangen meine Verhaltenswesen zu analysieren. Ist das jetzt merkwürdig oder gut? Ich weiß es nicht. Mein Freund fand es schon immer faszinierend wie ich die Probleme gerne "Am Schopf gepackt habe". :red:

Dann hatte ich auch oft sexuelle Belästigung erfahren. Mit 14 wurde ich von diesem Kontrolleur im Schulbus auf dem Weg zur Schule belästigt. Er hat mich zum Glück nicht angefasst, aber hat wohl sein... na ja... ihr wisst schon versucht hinten an mich zu drücken. Das war nicht die einzige verstörende Erfahrung die ich hatte. Die Jahre danach hatten immer wieder meine Onkel und Großväter mich an Stellen als Teenie angefasst (in der Umarmung natürlich <_< ;) wo man seine Finger eigentlich weg lassen sollte. Warum immer alte Männer? Ich weiß es nicht... jedenfalls wurde das sehr oft ausgenutzt.

Ich hatte damals wohl schon ein etwas gestörtes Verhältnis zu diesem Thema denn mein Vater hatte laufend Beziehungen, während meine Mutter jetzt schon seit Jahren glücklich mit ihrem Mann verheiratet ist.


Meine erste Beziehung verlief dann auch sehr unglücklich. Mein erster Freund hat mich jahrelang angelogen und danach sogar betrogen. Der hatte einen Bekannten an den er mich nach der Trennung weiter geschoben hatte. Ich war so in meiner Trauer, dass dieser Kerl das für sich ausgenutzt hat. Dort wäre ich auch fast vergewaltigt worden... zumindest hatte er sehr spontan beschlossen das erste Mal mit mir zu haben und ich hatte das dann doch abgelehnt. Bin wohl immer gimpflich davon gekommen, aber der psychische Druck der von ihm ausging hat mich auch seelisch zerstört.

Danach hatte ich dann meine Zeit in der Geschlossenen (mein erster Ex hat es geschafft mich einzuweisen) und da hatte ich dann auch sehr pikante Erfahrungen mit gewissen Mitleidenden gemacht. Kurz danach hatte ich sehr angenehme Therapiewochen, aber auch dort wollte sich wieder ein Mann an mir vergreifen.

Mann... ich hab ich zu viel schlechte Männererfahrung gemacht. Schon traurig. Ich bin in keinster Weise ein Männerfeind obwohl ich tatsächlich danach meine Phase hatte wo ich einfach nur noch lesbisch sein wollte (bin bisexuell). :rolleyes:

Das ist eine sehr lange Geschichte. Doch auch wenn ich kein Psychotherapeut bin hatte ich schon vieles in Eigenarbeit aufgearbeitet. Ich bin in ein Burn-Out geraten da mein Vater mich fertig gemacht hat als ich meine Kinderpflege Ausbildung und den Führerschein abgebrochen hatte. Selbst in meiner jetzigen Beziehung (die ja jetzt doch bald schon 7 Jahre geht) hatte er mir immer wieder Vorwürfe gemacht.

Ich hatte nach meiner Aushilfszeit in einem Kleidergeschäft den Job aus Verkürzung verloren. Und danach war ich ganze 5 Jahre lang arbeitslos.

Erst vor 2 Jahren hatte ich beschlossen den Kontakt endgültig abzubrechen da er mich psychisch absolut immer wieder gebrochen hatte. Mein Freund hat mich danach jedesmal wieder in den Arm genommen da ich in Tränen geschwommen bin.

Bin ich wütend auf ihn? Ich weiß es nicht... er erinnert mich leider an meinen jetzigen Schwager dessen Kontakt ich heute (ironischerweise) abgebrochen hatte. Er hat mir für all seine Fehlschläge die Schuld gegeben und scheinbar hatte ich in Kindheitstagen diese Macke dann entwickelt. Zumindest war das der damalige Stand meines Therapeuten der auch eine gründliche Untersuchung gemacht hatte.

Ich hatte immer das Gefühl nie gut genug zu sein.

Und ja, diese Macke habe ich immer noch. Obwohl ich dem Minimalismus und dem Veganismus einiges zu danken habe. Dieser innere Frieden hat mir unglaubliche Kraft gegeben. Ich hatte in all den Jahren gelernt die Menschen aus meinem Leben zu trennen die mich nur aussaugen wie Vampire, hatte für mich gelernt mit dem zufrieden zu sein was ich habe (Neid, Hass und Missgunst konnte ich nach und nach ablegen) und schließlich hatte ich meinen Frieden darin gefunden nie Kinder zu bekommen denn meine Kaninchen machen mich glücklich genug. Ebenso wie meinen Partner.

Dieser bescheidene, kleine Lebensstil in dieser Wohnung mit den Kaninchen, meinen Hobbys und dieser gewisse Stillstand im Leben hat mir geholfen.

Wäre aktuell nicht das Problem mit der Beschallung oben ginge es meiner Reizüberflutung auch besser. Ich hatte mehr und mehr gelernt mit diesen Macken umzugehen und ob es jetzt Autismus oder doch etwas anderes ist weiß ich natürlich nicht genau, aber ich hatte gelernt damit umzugehen. Seitdem läuft das Liebesleben in meiner Beziehung auch beständiger und besser. :D

Und es klingt vielleicht etwas komisch, aber diese zwei Fandoms (ein Anime und eine Mystery Serie) tun mir seelisch richtig gut. Gerade Zweiteres hilft mir gerade sehr. Denn der eine Schauspieler den ich so mag hat auch Depressionen und baut mich unglaublich auf. Ein mega lieber Mensch den ich unfassbar schnell ins Herz geschlossen habe. :heart:

Der war auch die Inspiration für meinen neuen Haarschnitt. 8)

Ich weiß nicht wo meine Worte hinführen, aber ich belasse es jetzt bei meinen sehr sehr langen Roman. Hoffe das ich mit diesem Lebensverlauf gut wiedergeben konnte wie sich mein Charakter so entwickelt hat.

Tatsächlich erlebe ich viel mehr Reizenflüsse seitdem ich vegan liebe. Mehr denn je liebe ich die Lebewesen und Natur um mich herum und ich bereue keinen einzigen Tag mich dafür entschieden zu haben.

Ich muss sogar sagen, dass ich mein Leben liebe und manchmal vor Glück weinen könnte das ich so einen tollen Partner, so liebe Freunde und so ein schönes Leben haben. Trotz aller Auf und Abs lebe ich... ich lebe ein Leben was für mich jedesmal wieder unglaublich ist... keine Ahnung... zwickt mich. ^^ Ich bin so happy das zu haben. Fühle mich mega reich im Herzen und das erfüllt mich so aus tiefster Seele, dass ich jetzt auf der Stelle was malen oder schreiben könnte... keine Ahnung...

Mir tuts auch gut hier das so zu schreiben einfach weil ich mich hier in diesem Forum so gut aufgenommen fühle.

Bin jahrelang davor weggelaufen Ich zu sein. Mit nem etwas maskulineren Kleidungsstil (gibt's da ne bessere Definition dafür?) und nen kurzen Haarschnitt fühle ich mich als neuer Mensch und ich hab das Gefühl mit jedem Jahr das vergeht mehr zu mir selbst zu finden. :angel: :heart:

Benutzerbild von imoho
vegetarisch103 PostsweiblichMainzLevel 2Supporter
10.05.2020
Hallo Puschelqueen,

ich habe eben deine Geschichte gelesen. Wir kennen uns nicht, weil ich das Forum erst heute Morgen entdeckt habe.


Aber ich möchte dir sagen, dass ich dir weiter viele liebe Menschen und gute Erfahrungen in deinem Leben wünsche. Du hast dich mit viel innerer Stärke aus dem Mist herausgearbeitet und steht völlig anders da heute. Alles Gute!

Inge

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