Zitat Salma:
auch von mir willkommen! 👋🏼schön dass du vegan lebst und dir so viel gedanken machst und sogar eine petition verfasst hast!! 👍🏼💚🌱
einen punkt an der petition finde ich jedoch schwierig: der hinweis, eine andere rasse zu nutzen. das fühlt sich für mich nicht gut an...
für die freiheit und würde des einen zu plädieren, dann aber jemand anderen vorschlagen einzuwechseln...hm..🫤
ohne den punkt würde ich unterschreiben...
Dankeschön und Hallo Salma,
ich kann deinen Gedankengang und deine Bedenken verstehen und ich habe auch viel darüber nachgedacht. In meiner idealen Weltvorstellung sollten wir Tiere gar nicht nutzen.
Der Gedanke, ein Lebewesen gegen ein anderes "auszuwechseln", fühlt sich ungut an – das verstehe ich sehr gut. Das Ziel der Petition ist eine reale Veränderung im Hier und Jetzt. Würde ich ausschließlich für eine vegane Ernährung plädieren, würden wir viele Menschen nicht erreichen, und für die Millionen leidenden Tiere würde sich am momentan unerträglichen Zustand nichts ändern.
Deshalb fordere ich nicht einfach ein anderes "Modell", sondern die Rückkehr zur biologischen Integrität. Es geht darum, das Prinzip der Hochleistungszucht zu beenden, das den Körper der Tiere zur Qualquelle macht. Hühner aus ökologischer Zucht sind keine Ersatzprodukte, sondern Lebewesen, die wieder die Chance haben, schmerzfrei und würdevoll zu existieren.
Meine Recherche hat mir gezeigt, dass wir dort ansetzen müssen, wo das Leid beginnt. Eine rein vegane Forderung würde politisch derzeit leider, leider, leider verhallen, während die Quälereien weitergingen.
Mein Anliegen ist daher kein Tausch, sondern die Überwindung der Entfremdung. Wir müssen weg von Tieren, die zu biologischen Rohstoffen degradiert werden, hin zu Hühnern, deren Genetik ihre Würde und Gesundheit achtet. Die Rückkehr zur biologischen Integrität ist der notwendige Befreiungsschlag aus einem System, das Tiere in ihrem eigenen Leib gefangen hält.
Biologische Integrität meint die Rückkehr zur körperlichen Unversehrtheit. Ein Huhn darf nicht länger mit einem Körper geboren werden, der ihm von Natur aus Schmerzen bereitet.
Sie beinhaltet die Rückkehr zur biologischen Selbstbestimmung. Die Tiere sollen wieder in der Lage sein, ihre natürlichen Bedürfnisse schmerzfrei auszuleben und sie umfasst natürliche Widerstandsfähigkeit und Gesundheit.
Ich kann dir nur aufschreiben, was ich in Quellen wie z.B. die Albert Schweizerstiftung recherchiert habe und das wirkte auf mich glaubwürdig.
Dort war zu lesen, dass die Ökologische Tierzucht (wie sie von der Ökologischen Tierzucht gGmbH – ÖTZ – oder bei echten Zweinutzungsrassen praktiziert wird) die körperliche Unversehrtheit und Würde durch einen radikalen Kurswechsel in der Genetik realisiert.
In der konventionellen Zucht gibt es nur zwei Extreme: Hennen, die so viele Eier legen, dass ihre Knochen brechen, oder Masthühner, die so schnell wachsen, dass ihr Herz versagt.
Die ökologische Lösung schaut so aus:
Man züchtet „Zweinutzungshühner“. Diese Hennen legen weniger Eier (aus meiner Sicht immer noch zu viele, doch weniger - das ursprüngliche Bankivahuhn legt etwa 20 Eier im Jahr und die Zweinutzungshühner wohl um die 180), wodurch ihr Kalziumhaushalt stabil bleibt und die Brustbeine nicht brechen. Die Hähne wachsen langsamer und gesund. Die Tiere sind wieder eine biologische Einheit und werden nicht auf einzelne Organe (Eierstock oder Brustmuskel) reduziert.
Ökologische Tierzucht legt den Fokus zudem auf Vitalität und Lebensdauer. Die Tiere werden darauf selektiert, dass sie robust sind, ein starkes Immunsystem haben und sich aktiv im Freiland bewegen können. Tiere, die genetisch in der Lage sind, zwei oder drei Jahre gesund zu leben, haben eine andere Lebensqualität als jene, die nach einem Jahr an Erschöpfung zusammenbrechen und sterben.
Ein schmerzfreier Körper durch ökologische Zucht ist das Fundament – aber erst viel Platz und eine naturnahe Umgebung machen das Leben für ein Huhn lebenswert.
Deshalb fordern wir nicht nur das Ende der Qualzucht, sondern gleichzeitig die Überwindung deren qualvoller Enge.
Ach, ich weiß auch nicht, würde die Forderung nach Zweinutzungsrassen auch am liebsten herausnehmen und dann kommt sofort die Sorge, dass das noch viel schlimmere Leid sich nicht verändern wird.