V-Label: Relaunch geplant

Erstellt 29.04.2021, von kilian. Kategorie: News & Aktuelles. 35 Antworten.

26.04.2022
Zitat kilian:Hier noch ein Kommentar dazu:
https://www.vegpool.de/news/v-label-vegetarisch-sinn-unsinn-kommentar.html
Zitat Kilian:Aus meiner Sicht wäre es der vernünftigste Schritt, die vegetarische Variante des V-Labels komplett abzuschaffen. Sie macht keinen Sinn.

Wie seht ihr das?

Nun: Vegetarisch ist leider immer noch DIE Einsteiger-Methode für Umdenker. Da es (erstmal) einfacher ist, nur auf Fleisch zu verzichten. Leider sehen diese Menschen (noch) nicht, dass sie den Tieren damit nicht weniger Leid antun. Für den Umstieg/Einstieg wäre also eine differenzierte Kennzeichnung nicht schlecht, aber eigentlich sehe ich es wie Du, Kilian:
Vegetarisch ist NICHT leidvermindernd, und sollte nicht weiter positiv hervorgehoben werden - die vegetarische Blume bitte gerne abschaffen.
1x bearbeitet

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26.04.2022
Zitat kilian:
Oder mit anderen Worten: Womöglich fehlt bislang auch einfach der Wille, es schneller hinzukriegen :)

Ich mutmaße: gemeinnützige Organisationen zahlen oftmals eher unterdurchschnittlich, die Fluktuation der Mitarbeitenden ist hoch, eventuell ist es die Aufgabe von Praktikanten, Bufdis oder anderen Kurzzeitmitarbeitenden, von denen vielleicht auch nicht jeder optimal für so eine Aufgabe geeignet ist. :haehae:

Zitat Kilian:Aus meiner Sicht wäre es der vernünftigste Schritt, die vegetarische Variante des V-Labels komplett abzuschaffen. Sie macht keinen Sinn.

Sehe ich im Grunde auch so. Viele Vegetarier sind zumeist auch keine echten Vegetarier, weil sich meinen, es reiche, auf Fleisch zu verzichten um vegetarisch zu essen. Die weitere Beschäftigung mit Inhaltsstoffen (z.B. Gelatine) und Herstellungsmethoden (Kälberlab bei der Käseherstellung) bleibt aus und die Erkenntnis, dass die vegetarische Ernährung kaum besser, gegebenenfalls sogar schlechter als die Ernährung mit Produkten aus totem Tier ist, wird nicht gewonnen.

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26.04.2022
Ich würde es ehrlich gesagt nicht sinnvoll finden, das „vegetarisch“ Label abzuschaffen. Warum sollte man?
Ja, vegetarisch ist nicht leidvermindernd wie vegane Ernährung. Aber sehr viele Leute (ich auch) steigen über eine vegetarische Ernährung in den Veganismus ein. Und wenn es so leichter fällt, warum sollte man dann noch mehr Stolpersteine in den Weg legen?
Wer vegan leben will, der wird das dann auch tun und eventuell durch Werbekampagnen und Aufklärung positiv hin in Richtung Veganismus beeinflusst werden.
Dagegen bezweifle ich sehr, dass allein das Vorhandensein von „vegetarisch“ Siegeln jemanden „vom Veganismus wegtreibt“.
Es ist nunmal eine Tatsache, dass Veganer in Deutschland noch deutlich in der Minderheit sind. 3,2% der Bevölkerung hier in Deutschland leben vegan, in Nachbarländern sind es weniger (Stand 2020).
Unsere Gesellschaft ist auf Fleischkonsum geprägt, Weißwurscht, Schnitzel, Bratwürstle, Braten, Kassler… sehr sehr viele traditionell deutsche Gerichte enthalten vor allem eines: Fleisch.
Meiner Meinung nach ist es durchaus ein Fortschritt, wenn Menschen sich vom Fleischkonsum abwenden. Es gibt immer mehr Flexitarier und Vegetarier und auch Veganer und die Zahlen steigen. Wer als Flexitarier beginnt wird oft Vege/oder Pescetarier, dann vielleicht Ovo-Vegetarier und schließlich ganz vegan.
Manche entwickeln sich auch nicht weiter, klar, das will ich auch nicht leugnen.

Aber meiner Meinung nach ist jeder Schritt weg von Tierprodukten ein guter Schritt.
Veränderungen geschehen nunmal nicht von Null auf hundert, das zu erwarten wäre mMn utopisch. Stattdessen geschehen sie schleichend. Ziemlich jedes Restaurant bietet inzwischen vegetarische Speisen (nicht nur Pommes und Salat) an und es finden sich allmählich auch vegane Optionen.
In Deutschland gibt es wohl in jedem Supermarkt inzwischen eine Veggie-Ecke und in der Werbung sehe ich ständig vegane Produkte.
Für mich ist das ein Erfolg. Mehr Menschen werden vegan, Menschen, die davor wahrscheinlich schon vegetarisch waren.


Natürlich ist es möglich, von jetzt auf gleich völlig vegan zu werden, es ist in dieser Gesellschaft aber deutlich leichter, vegetarisch zu beginnen und vegan zu werden.
Ich jedenfalls musste mir im Laufe der Zeit oft anhören „bist du jetzt völlig deppert?!“ (dumm), „jetzt reichst aber auch mal!“, „spinnst du jetzt völlig?“, „was ist denn an Eiern nicht okay, die kommen doch von dem guten Bauern hier bei uns im Ort, warum isst du die jetzt nicht?!“ und so vieles mehr.


Wenn ich von einem Tag auf den anderen gesagt hätte, ich werde jetzt vegan, wäre vielleicht alles gut gegangen - vielleicht hätte man auch aber auch komplett geweigert mich zu unterstützen und es wäre von allen Seiten ständig nur Gegenwehr gekommen, denn ich hörte auch oft, wie „extrem“ Veganer denn seien etc. pp. Ich selbst hatte anfangs auch nicht die beste Einstellung gegenüber Veganismus.


Aber: ich habe mich geändert. Im Laufe der Zeit fand ich, angefangen beim Vegetarismus, heraus, wie es Tieren in anderen Teilen der Tierhaltung geht. Und da wurde klar: Vegetarisch ist nicht genug.
Ein Sofortwechsel wurde von meinem Umfeld aber schwer gemacht und ja, ich kann es verstehen, wenn man sich einfach nicht traut, zu tun, was man für richtig hält, weil man Angst vor der Reaktion darauf hat.


Ich bin überzeugt, dass die Zahl der Veganer im Laufe der Jahre weiter steigen wird und nicht durch die Vegetarier „gebremst“, sondern gefördert wird.
Wenn man einmal begonnen hat, die Augen für die Geschehnisse hinter den Kulissen unseres Systems zu öffnen, dann kann man sie auch noch weiter aufmachen.
Und ja, ich bin nicht dafür, bei einer vegetarischen Ernährung zu stoppen und zu denken „so, jetzt mach ich doch genug für die Tiere“. Aber eine vegetarische Ernährung ist besser als eine omnivore Ernährung und wenn man anfangs (nicht dauerhaft!) nicht mehr schafft, dann ist sie zunächst in Ordnung, um allmählich einen Weg zu finden, aus dem System der Tierausbeutung auszusteigen, welches seit Jahrzehnten unser westliche Welt dominiert.
Und dieser Ausstieg halt schon begonnen, es wird aber leider noch eine ganze Weile dauern, bis das System endgültig besiegt sein wird, weil es sich so sehr in die Köpfe der Leute gefressen hat.


Daher kann ich nicht verstehen, warum der Ausstieg aus einer omnivoren Ernährung noch erschwert werden soll, indem man Produkte ohne Fleisch/Gelatine/Kälberlab nicht mehr kennzeichnet.


Quelle Zahlen: https://veganz.de/blog/veganz-ernaehrungsstudie-2020/
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26.04.2022
Meine Erfahrung in den Supermärkten, die ich regelmäßig aufsuche: wenn bekannte Marken neue Produkte rausbringen und zwar vegan und vegetarisch, dann findet man im Supermarkt nur die vegetarischen. Vielleicht, weil das nicht so "extrem" ist, und man ja die Omnis nicht verschrecken möchte. Da schließt man lieber die Veganer aus, statt ein Produkt anzubieten, was für alle geeignet wäre. Die Firmen bezahlen für den Greenwashing-Effekt (Ethik-Washing-Effekt, wie auch immer) gern das Siegel, das kann man ja dem Kunden weiterberechnen, und dem im (falschen) Glauben, dass er damit schon ein besseres Produkt erwirbt, gleich nochmal zusätzlich mehr Geld abknöpfen. Der Siegel-Anbieter verdient auch dran, also Win-Win-Win. Oder? Nicht für die Umwelt, nicht für die Tiere, nicht für die Zukunft der Menschheit auf diesem Planeten. Nur sinnlose Mehrausgaben, die die Welt kein bisschen besser machen.
Ohne das pseudogute Siegel müssten sich alle ein bisschen mehr anstrengen, um sich gut zu fühlen indem sie mehr Geld ausgeben, oder um sich gut darzustellen und dafür dem Kunden mehr Geld aus der Tasche ziehen zu können. ;-)
Denn ganz klar - hier geht es ja in erster Linie trotzdem um überteuerte Ersatzprodukte und nicht um unverarbeitete pflanzliche Lebensmittel - die haben meistens auch kein Siegel.

Den Zwischenschritt über vegetarische Ernährung kann man problemlos auch ohne Siegel machen. Tatsächlich macht es nämlich keinen Unterschied, ob der Käse mit Kälberlab oder mikrobiellem Lab hergestellt wird - das Kalb wird so oder so getötet. Den Rest kann man mit Lesen der Inhaltsstoffe auch ganz gut selbst ausschließen und ein bissl Pareto-Prinzip darf sich ein Umsteiger auch zugestehen.

Fehlkäufe passieren übrigens nicht nur den Veganern selbst, sondern noch viel häufiger denen, die für Veganer miteinkaufen und mit der Unterscheidung von vegan und vegetarisch auch nach der zwanzigsten Erklärung immer noch überfordert sind. Ob da schon ein deutlich anderes Siegel ausreicht?
1x bearbeitet

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03.05.2022
Hallo:
Ich bin ja überzeugt, dass das Label überhaupt nicht für die Veganer/Vegetarier gedacht ist, sondern dass sich Mischköstler nicht vergreifen.
Oft sehen die Fleischalternativen mittlerweile so ähnlich aus…
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17.05.2022
Hallo!
obwohl ich durch diesen Thread "gewarnt" war, bin ich doch erwischt worden. Im Kühlregal stand neben den veganen Falafel-Bällchen neu "Gemüsebällchen" mit dem "v" drauf. Ich hab nicht genau hingesehen und zu Hause entdeckt, dass da Ei drin ist :wallbang: Jetzt kam der Gewissenskonflikt: tausche ich die (mit Gemecker) um - aufwändig, weil ich das entweder den ganzen Tag mitschleppen muss,ehe ich am Nachmittag in den Edeka komme oder extra 15km fahren ... nö. Ist ökologisch nicht sinnvoll. Wegschmeißen kommt nicht in Frage, meinem Mann haben sie nicht geschmeckt, also hab ich die restlichen selbst gegessen. :crazy:
Ärgerlich, so was. Ich verbuche das als Anfängerfehler und betrachte mich trotzdem als vegan :green:
Man könnte doch zum Beispiel das eine "v" rot und das andere grün gestalten, das wäre schon mal ne Hilfe. Aber mal sehen, w as die so planen. Wäre auf jeden Fall für uns einfacher und die Leute, die sich nicht dafür interessieren, bemerken den Unterschied wahrscheinlich gar nicht.
2x bearbeitet

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18.05.2022
Hallo Isalabella
ich denke auch, dass es das beste war, die Gemüsebällchen zu essen, statt sie weg zu werfen. Da wird Dir hier niemand das Vegansein aberkennen. Aber es ist doch auch tricky von dem Laden, sie neben die veganen Falafael zu stellen und mit dem "V" anzulocken (und wenn da nur ein v drauf war ist das schon fast Verbrauchertäuschung), denke da werden noch mehr drauf reingefallen sein.
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18.05.2022
das ist nicht nur "fast" Verbrauchertäuschung, das ist für mich Betrug, der wie so oft leider juristisch nicht zu fassen ist.

Verrätst Du uns, welcher Hersteller so auf Kundenfang geht?
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18.05.2022
Das ist richtig. In dem Regal stehen, wenn ich mich recht erinnere, alle Produkte ohne Fleisch, die irgendwie mit Gemüse in Verbindung gebracht werden: Kartoffelprodukte, Pizzateig und dazu passend Aufbackbrötchen, Sojabratlinge usw., auch veganes Hack (das war das erste Produkt, das ich probiert habe), die erwähnten Bällchen, und seit zwei Wochen auch die vegane Wurst, die vorher woanders war. Ich verstehe die Logik nicht so ganz, und ich habe auch die Vermutung, dass die Leute dort den Unterschied zwischen dem veganen und vegetarischen Label noch nicht beachtet haben. Wenn ich das nächste Mal den Chef sehe, werde ich ihm das sagen. Er ist immer froh, wenn man konstruktive Kritik äußert.


@vegbudsd Das Produkt ist von der Firma GardenGourmet, der Markt war ein Edeka.


Ich hab grad die Verpackung aus dem Altpapier gekramt. Der Markt hat ein "Neu bei uns" auf die Packung geklebt und zwar nach dem "ve" .... gut möglich, dass da vegetarisch stand. 😳 ich konnte es nicht abziehen, ohne den Rest unkenntlich zu machen. Also DAS ist auf jeden Fall nicht korrekt und das werde ich anmerken. Sachen gibts...
3x bearbeitet

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18.05.2022
Du könntest ja mal im Internet nach dieser Verpackung recherchieren , ein Bild machen und das dem Chef zeigen, mit der Bitte, das nächste mal aufzupassen, wo das Schild mit "Neu" hingeklebt wird. Die Angestellten machen ja auf zig Produkte das Schild neu, da kann es schon mal passieren- wenn die Leute keine Zeit haben- dass etwas verdeckt wird.
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