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Tagesschau Artikel über veganen Käse.

Erstellt 05.03.2026, von Okonomiyaki. Kategorie: News & Aktuelles. 7 Antworten.

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Benutzerbild von Okonomiyaki
Themen-Startervegetarisch775 PostsmännlichRuhrpottLevel 3
Tagesschau Artikel über veganen Käse.
05.03.2026
Moin.
Heute berichtet die Tagesschau mal über die Herstellung und Zutaten von veganem Käse.

https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/ernaehrung-kaese-vegan-lebensmittelindustrie-100.html

1x bearbeitet

Benutzerbild von kilian
vegan8.372 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
05.03.2026
Leider steckt da wieder eine Menge Unwissen und Vorurteile drin.

Ich gehe mal auf ein paar Punkte ein:


Weltweit wird intensiv daran geforscht, vegane Käsealternativen ernährungsphysiologisch möglichst gleichwertig zu Kuhmilchkäse zu machen

Der gute alte Mythos, dass Tierprodukte ernährungsphysiologisch unersetzbar wären.

Tatsächlich sind vegane Käsealternativen in vielerlei Hinsicht besser, wie der Artikel selbst sagt, nur eben mit falschem Framing:

Viele pflanzliche Käseprodukte enthalten weniger gesättigte Fettsäuren und kein Cholesterin, teilweise dafür Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.


Dee Autor stellt es so dar, als wären Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe schlecht und Cholesterin gut. Dabei geht das aus dem Zitat so nicht hervor.

Antreiber sind Umweltbewusstsein, eine ausgeprägte vegane Kultur und gesundheitsbewusste Verbraucher.

Hier wären auch ein paar Worte zu den künstlichen Verhinderern passend gewesen: politisch und finanziell extreme Benachteiligung nachhaltiger Alternativen. Etwa durch Subventionen aus Steuergeldern, Begriffsverbote usw.

Auch wir Veggies zahlen mit, dass Käse trotz krasser "Veredelungsverluste" teilweise billiger ist als nachhaltigere Alternativen.

Die Umweltschäden tragen wir ebenso, weil sie nicht eingepreist werden.
https://vegpool.de/news/externe-kosten-tierprodukte-22-mrd-euro.html

Beispiele für die krasse Bevorzugung von Kuhmilch: https://vegpool.de/magazin/kuhmilch-bevorzugung-staat-beispiele.html

Wer komplett umsteigt, sollte auf mit Nährstoffen angereicherte Produkte und insgesamt ausgewogene Ernährung achten.

Schon wieder der Jahrzehntealte Mythos. Nährstoffanreicherung kann sinnvoll sein, aber Vitamin B12, Calcium und Co kommen auch bei Tierprodukten zum Teil über künstliche Futterzusätze ins Futter.
Beispiel Calcium in Kuhmilch: https://vegpool.de/magazin/kalzium-milch-mythos.html

Das könnte man der Ehrlichkeit halber auch mal dazu schreiben, weil es sonst klingt, als wären Tierprodukte von Natur aus gute Quellen und alles andere künstlich.

Gerade Käse ist kein Nahrungsmittel sondern ernährungsphysiologisch vor allem ein Genussmittel. Hier so stark auf vermeintliche gesundheitliche Nachteile pflanzlicher Alternativen einzugehen, signalisiert wenigstens Unwissen und vielleicht ein Stück Ignoranz. Nur nicht dass eigene Weltbild hinterfragen?

Gerade ein Redakteur einer Fachredaktion sollte diese Basics kennen.

Sicherlich gibt es schlechtere Artikel, das ist klar.

Aber dafür, dass wir die ARD ebenfalls alles mitbezahlen und der Artikel mit "Wissen" und "Gesundheit" kategorisiert wurde, fehlt mir zu viel Wissen.

Wie seht ihr das? Bin ich zu streng, oder hätte ich noch viel strenger sein sollen? 🤭

2x bearbeitet

Benutzerbild von Sunjo
vegan3.224 PostsweiblichLinzLevel 4
05.03.2026
Die Kritik teile ich. Bei Rundfunkgebühren bin ich persönlich trotz allem froh, dass uns Medien in den Händen einzelner Überreicher hier noch einigermaßen erspart bleiben.

Benutzerbild von Smaragdgruen
vegan1.909 PostsmännlichNähe Trier/MoselLevel 3
05.03.2026
Fairerweise müssten genau genommen der pflanzliche und der tierische Käse in punkto Inhaltsstoffen gegenüber gstellt werden. Der Kuhkäse hat ja etliche Zusatzstoffe, sowie krankmachendes tierisches Eiweiß, Blut, Eiter, Fäkalkeime, Antibiotika, viel Fett, Colesterin und Gentechnik. Es gibt Wissenschaftler die Kuhkäse sogar als geronnenen Kuheiter bezeichnen. In der Milch sind bis zu 400 tausend Eiterzellen pro Kubikzentimeter (kleiner als ein Zuckerwürfel) erlaubt.

Benutzerbild von kilian
vegan8.372 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
05.03.2026
Ich auch, Sunjo. Bei all den Problemen, die auch die deutsche Presse mit Einflussnahme hat.

Ich bin aber auch dafür, dass mit dem Geld gerade bei angeblichen "Wissensartikeln" ein Lektorat finanziert wird, das solche Fehler wenigstens anstreicht.

Benutzerbild von Libio
vegan2.380 PostsweiblichBERLINLevel 4
05.03.2026
Ich glaube, das ist so ein Beispiel von falsch eingeschätzten Gefahren. Die Kuhmilch kennen alle, die hat zum Teil immer noch einen guten Ruf. Mit den Gefahren wurde Jahrhunderte lang gelebt. Und nun kommt etwas anderes, da wird, sozusagen sicherheitshalber warnend, nach Gefahren gesucht.
Die Gefahrenwahrnehmung ist auch bei Journalisten oder Lektorat verschoben.

Auch da geht es um Klicks. Wenn es um Gefahr geht, klicken die Leser drauf. Nachrichten sind kein Ehrenamt, sondern ein knallhartes Geschäft. Gute Nachrichten verkaufen sich schlecht.


Warum wird bei tierprodukthaltiger Nahrung nicht ständig hingewiesen, dass man aufpassen muss, alle nötigen Nährstoffe zu bekommen? Würde ich gut finden, wenn über 50jährigen oder Diabetikern oder Personen nach Narkose was von B12 erzählt werden würde.
So passiert es mir ab und zu, dass wirklich fehlernährte Menschen mir gute Ratschläge zu den Gefahren des Veganismus geben wollen.

Dabei wäre es wirklich eine gute Nachricht für die Presse dass pflanzenbasierte Ernährung im Durchschnitt gesünder und klimafreundlicher ist.


dazu passend Prof. Lesch
YouTube-Video laden?




1x bearbeitet

Benutzerbild von kilian
vegan8.372 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
06.03.2026
Jo. In Deutschland sind mehr als 50 Prozent der Menschen übergewichtig oder adipös (fettleibig). Beides hängt direkt mit falscher Ernährung zusammen. Es sind Symptome einer Fehlernährung. Auch eine Überversorgung mit Nährstoffen macht krank.
Trotzdem geht es auch hauptsächlich um Gesinnung und Identifizierung (also nicht: schadet mir das?, sondern: werde ich dafür verurteilt / habe ich eine ausreichend gute Entschuldigung?)
Als wäre das ganze nur eine Frage von "werde ich gemocht, oder nicht"

1x bearbeitet

Benutzerbild von Friedhelm
vegan489 PostsmännlichBad Münstereifel Level 4
06.03.2026
"werde ich gemocht, oder nicht?" ist der Kern - Leider 😢
Menschen wollen geliebt werden, verwechseln das aber idR mit "gemocht werden". Wenn ich letzteres will, passe ich mich an, schwimme ich mit dem Strom (was ja bekanntermaßen nur tote Fische tun).
Deshalb geht es auch (was vegan sein und multibel verantwortlich zu handeln) alles nur langsam voran. Da willst du nicht nur digitale, sondern auch "Klicks" von deinem lebendigen Gegenüber.
Das ist und war schon immer das Problem: "Ich will dazugehören. Dann werde ich geliebt und habe ein Zuhause".
Im Moment zweifele ich an der Überlebensfähigkeit der menschlichen Spezies.

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