Leider steckt da wieder eine Menge Unwissen und Vorurteile drin.
Ich gehe mal auf ein paar Punkte ein:
Weltweit wird intensiv daran geforscht, vegane Käsealternativen ernährungsphysiologisch möglichst gleichwertig zu Kuhmilchkäse zu machen
Der gute alte Mythos, dass Tierprodukte ernährungsphysiologisch unersetzbar wären.
Tatsächlich sind vegane Käsealternativen in vielerlei Hinsicht besser, wie der Artikel selbst sagt, nur eben mit falschem Framing:
Viele pflanzliche Käseprodukte enthalten weniger gesättigte Fettsäuren und kein Cholesterin, teilweise dafür Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
Dee Autor stellt es so dar, als wären Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe schlecht und Cholesterin gut. Dabei geht das aus dem Zitat so nicht hervor.
Antreiber sind Umweltbewusstsein, eine ausgeprägte vegane Kultur und gesundheitsbewusste Verbraucher.
Hier wären auch ein paar Worte zu den künstlichen Verhinderern passend gewesen: politisch und finanziell extreme Benachteiligung nachhaltiger Alternativen. Etwa durch Subventionen aus Steuergeldern, Begriffsverbote usw.
Auch wir Veggies zahlen mit, dass Käse trotz krasser "Veredelungsverluste" teilweise billiger ist als nachhaltigere Alternativen.
Die Umweltschäden tragen wir ebenso, weil sie nicht eingepreist werden.
https://vegpool.de/news/externe-kosten-tierprodukte-22-mrd-euro.html
Beispiele für die krasse Bevorzugung von Kuhmilch:
https://vegpool.de/magazin/kuhmilch-bevorzugung-staat-beispiele.html
Wer komplett umsteigt, sollte auf mit Nährstoffen angereicherte Produkte und insgesamt ausgewogene Ernährung achten.
Schon wieder der Jahrzehntealte Mythos. Nährstoffanreicherung kann sinnvoll sein, aber Vitamin B12, Calcium und Co kommen auch bei Tierprodukten zum Teil über künstliche Futterzusätze ins Futter.
Beispiel Calcium in Kuhmilch:
https://vegpool.de/magazin/kalzium-milch-mythos.html
Das könnte man der Ehrlichkeit halber auch mal dazu schreiben, weil es sonst klingt, als wären Tierprodukte von Natur aus gute Quellen und alles andere künstlich.
Gerade Käse ist kein Nahrungsmittel sondern ernährungsphysiologisch vor allem ein Genussmittel. Hier so stark auf vermeintliche gesundheitliche Nachteile pflanzlicher Alternativen einzugehen, signalisiert wenigstens Unwissen und vielleicht ein Stück Ignoranz. Nur nicht dass eigene Weltbild hinterfragen?
Gerade ein Redakteur einer Fachredaktion sollte diese Basics kennen.
Sicherlich gibt es schlechtere Artikel, das ist klar.
Aber dafür, dass wir die ARD ebenfalls alles mitbezahlen und der Artikel mit "Wissen" und "Gesundheit" kategorisiert wurde, fehlt mir zu viel Wissen.
Wie seht ihr das? Bin ich zu streng, oder hätte ich noch viel strenger sein sollen? 🤭