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Möglicher Interessenkonflikt bei Rittenaus neuem Cholin-Paper?20.05.2026Hallo zusammen,
ich bin über einen Reddit-Post zu Niko Rittenaus neuem Cholin-Paper gestolpert und finde den Punkt zumindest prüfenswert.
Kurz zusammengefasst:
Im Paper steht ausdrücklich:
„The authors declare no conflicts of interest.“
Gleichzeitig ist Rittenau - soweit öffentlich ersichtlich - Geschäftsführer von Watson Nutrition/Beyond Food GmbH. Watson verkauft cholinebezogene Produkte wie Cholin-Kapseln, Citicolin und Cholin-Pulver/Lecithin.
Das Paper selbst argumentiert für eine stärkere Relevanz von Cholin, mehr Aufmerksamkeit in Europa und neue bzw. besser abgesicherte Referenzwerte.
Für mich wirkt das zumindest wie ein möglicher Interessenkonflikt, der vielleicht nach gängigen Publikationsstandards offengelegt werden sollte.
Mehr dazu im Reddit-Post:
https://www.reddit.com/r/VeganDE/comments/1thunur/möglicher_nicht_offengelegter_interessenkonflikt/
Was denkt ihr darüber?
LG
Tati
2x bearbeitet
vegan2.467 PostsweiblichBERLINLevel 4
20.05.2026Er konzipert die Rezepte und überwacht, dass alle Chargen in Labors getestet werden.
Besser als Influenzer, die NEM mit nicht zutreffenden Inhaltsstoffen und verbotenen Gesundheitsversprechen überalterten Tests anbieten. Er liefert den Beweis dafür in 30 kurzen Beiträgen auf youtue (zB. Fairy Dusting).
Frag doch ihn zum Interessenkonflikt.
1x bearbeitet
Themen-Starter2 PostsLevel 1
20.05.2026Ich bin da natürlich Laie, aber für mich widerspricht das dem Punkt nicht wirklich. Eher im Gegenteil.
Mir geht es jetzt auch gar nicht darum, ob Watson-Produkte gut oder schlecht sind. Und auch nicht darum, ob Rittenau die Chargen testen lässt oder ob andere Influencer unseriöser arbeiten. Das kann alles stimmen. Aber das beantwortet für mich nicht die Frage, ob hier ein Interessenkonflikt im Paper hätte angegeben werden müssen.
Für mich ist der Punkt einfach: Wenn jemand ein wissenschaftliches Paper über Cholin schreibt, darin mehr Aufmerksamkeit, Referenzwerte und bessere bzw. höhere Cholin-Zufuhren fordert, und gleichzeitig Geschäftsführer einer Firma ist, die Cholin-Produkte verkauft, dann wirkt das für mich zumindest wie etwas, das man offenlegen sollte. Oder sehe ich das falsch?
Und wenn er die Rezepturen selbst konzipiert, ist die Verbindung zu den Produkten ja eher noch direkter, oder?
Im Reddit-Post steht ja auch:
""Ein Interessenkonflikt heißt nicht automatisch, dass die Person lügt oder dass das Paper falsch ist. Es heißt nur, dass Leser:innen diese geschäftliche Verbindung kennen sollten, damit sie das Paper besser einordnen können""
Ich hatte dazu nach dem Lesen des Reddit-Posts auch auf YouTube einen Kommentar einer Ärztin gesehen, die sinngemäß ebenfalls auf die Interessenkonflikt-Frage hingewiesen hat. Dieser Kommentar war für mich erst sichtbar und ist inzwischen nicht mehr sichtbar. Ich will daraus nichts Sicheres ableiten, weil YouTube-Kommentare aus verschiedenen Gründen verschwinden können. Aber es zeigt zumindest, dass diese Frage offenbar nicht nur mir aufgefallen ist.
„Frag doch ihn“ kann man natürlich machen. Aber ehrlich gesagt: Ob er mir als irgendeiner unbekannten Person antwortet, ist halt fraglich. Und die COI-Angabe steht ja nicht irgendwo privat, sondern direkt im Paper. Dort steht ausdrücklich: „The authors declare no conflicts of interest.“ Deshalb fände ich neben einer direkten Nachfrage an ihn auch eine öffentliche Klärung bzw. gegebenenfalls eine Korrektur durch das Journal sinnvoll.
vegan3.240 PostsweiblichLinzLevel 4
20.05.2026Schwierig
Die Uni Bonn ist seriös. Der Professor ist seriös und ich kann mir nicht vorstellen, dass er Nikos Hintergrund nicht kennt oder wissentlich seine eigene Reputation aufs Spiel setzt. Der publizierende Verlag ist nicht eindeutig unseriös, aber auch nicht unumstritten (wird keineswegs von allen Unis unterstützt und oder anerkannt) - siehe Wikipedia mdpi
Aus meiner Sicht besteht ein Interessenskonflikt, der hätte angegeben werden müssen- andererseits haben wir das schon bei vielen anderen Publikationen (besonders zugunsten der Milchlobby) schon häufiger anders gesehen, als es in der Erklärung zum (nicht bestehenden) Interessenskonflikt angegeben wurde