Steilvorlage für alle FFF-Gegner. Und für Gegner von Diskriminierungsgegnern.
Ist das für dich, Kilian, die Bestätigung, dass man lieber nicht an zu vielen Fronten gleichzeitig kämpfen sollte? Falls ja, möchte ich widersprechen: die Diskussion um dieses Thema ist wichtig - das Thema kulturelle Aneignung ist eins, mit dem wir weißen Privilegierten es People of Color schwer machen, mit uns Seite an Seite gegen den Klimawandel zu kämpfen, statt einerseits gegen Klimawandel und andererseits gegen Rassismus (wobei für manche der Kampf gegen Rassismus dann der Wichtigere ist und ihre Kraft im Kampf gegen den Klimawandel fehlt).
Die Art und Weise, sowie der Zeitpunkt für die Entscheidung waren ungeschickt und schaden leider der Bewegung. Wobei: eigentlich springen vor allem Leute darauf an, die FFF schon vorher abgelehnt hatten.
Schließen wir uns denen doch einfach nicht an!
Nachtrag, weil ich mich da nicht deutlich genug ausgedrückt hatte: ich persönlich halte die Entscheidung, die Künstlerin wieder auszuladen, für falsch und für weit über das Ziel hinausgeschossen. Aber ich bin der Meinung, dass man den Jugendlichen, die alles richtig machen wollen, so einen Fehler verzeihen und ihnen deswegen nicht in den Rücken fallen sollte.
Ich finde es eigentlich unpassend diese Musikerin wieder auszuladen oder von ihr zu fordern, die Haare abzuschneiden. Denn ich kenne diese Dreadlocks schon sehr lange auch bei weißen Menschen. Ja gut, es mag ein Zeichen der PoC sein. Aber dann müssten diese sich wenn es innerhalb von Fridays for Future-Gruppen welche gibt - dazu äußern. Nur wenn jetzt weiße junge Menschen anderen weißen jungen Menschen vorwerfen Dreadlocks zu tragen. wird es ein bischen creepy und- da hat Sunjo recht- ein gutes Fressen für die FFF Gegner.
Ehem, die FfF Leute sind super tolle Aktivisten für unser ALLER Klima! Die machen fast alles richtig und verdienen dafür jede Menge Respekt!
Jetzt nur noch überall über diesen im Verhältnis zur Klimarettung minimalen Ausrutscher zu lesen und zu hören, zeigt, dass die Menschen noch immer nicht den Ernst der Klimalage vollumfänglich erfasst zu haben scheinen. Sonst würde übers Klima mehr geschrieben und geredet als über diese (in der Tat etwas unglückliche) Ausladung.
Dass bei FfF AUCH über politische Korrektheit nachdenkt und versucht, sich dementsprechend "richtig" zu verhalten, ist doch durchaus sehr positiv. Und ehrlich gesagt, mit 15 oder 16 war ich ganz sicher auch kein Marketingexperte, der sämtliche - auch negative - Wirkungen meiner Handlungen und Äußerungen durchblickt hatte. Zum Teil - wie jeder hier weiß - bis heute nicht...
Also lassen wir diese tollen Leute auch ihre Fehlerlein machen und bezweifeln dabei nicht ihren grundehrlichen Ansatz, nicht nur dem Klima gut zu tun, sondern für alle Menschen positiv wirken zu wollen.
Dass dabei manchmal die Falschen getroffen werden, die eigentlich an der selben Seite des Tisches Platz haben sollten, finde ich schade, aber bringt vielleicht auch für die Sängerin ganz unbezahlt einen Riesensprung an Publicity. Übrigens vielleicht auch wieder für FfF.
Also evtl. doch ein win win Sytem? Vielleicht doch zusammen ausgedacht und gewollt?
Vielleicht gibt es ja jemand, der die beiden Parteien wieder an einen gemeinsamen Tisch bringen kann und alles Anfang bringt, sodass es vielleicht ein Einvernehmen gibt. Denn es wäre wirklich schade, wenn dadurch Klimagegner Gewinn ziehen würden. Mit Gewaltfreier Kommunikation nach Marshal Rosenberg, ließe sich vielleicht da etwas machen.
Zitat Sunjo: Freut mich aber, dass du dich jetzt von dieser Haltung distanzierst
Ich wäre dir dankbar wenn du die verkappten Anschuldigungen einfach unterlässt. Es gab nichts zum distanzieren.
Ginge es darum, Verständnis für ein Anliegen zu bekommen und etwas zu retten, würde man verständliche Sprache verwenden, die möglichst viele Menschen erreicht.
Genau darum geht es aber offensichtlich nicht. Es ist ein wiederkehrendes Muster in vielen Gruppen, das sich psychologisch erklären lässt.
Im Wesentlichen geht es darum, der Checker in der eigenen Peergroup zu sein. Der, der es am allerbesten weiß und die sozialen Codes und Regeln vorgibt.
Und ja, das kann berechtigte Argumente haben und trotzdem egoistisch sein.
Klimaschutz muss sozialverträglich erfolgen, es ist ja kein Selbstzweck. Daher macht es keinen Sinn, das eine gegen Ziel das andere auszuspielen.
Doch das heißt nicht, dass man dabei naiv rangehen sollte, Hauptsache es fühlt sich gut an.
Also lassen wir diese tollen Leute auch ihre Fehlerlein machen und bezweifeln dabei nicht ihren grundehrlichen Ansatz, nicht nur dem Klima gut zu tun, sondern für alle Menschen positiv wirken zu wollen.
Ja gut, es mag ein Zeichen der PoC sein. Aber dann müssten diese sich wenn es innerhalb von Fridays for Future-Gruppen welche gibt - dazu äußern.
Ich gehe davon aus, dass die Organisatoren, die Ronja Maltzahn und ihre Band ja zunächst eingeladen hatten, erst später von außen auf das Thema hingewiesen wurden, eventuell also tatsächlich von betroffenen PoC. Sollten es aber keine betroffenen PoC gewesen sein, sondern Menschen, die sich mit betroffenen PoC solidarisieren, macht es das Ansprechen der Thematik auch nicht falsch. Und dann standen die Organisatoren vor einer Entscheidung, bei der sie sich bedauerlicherweise für die schlechtestmögliche Lösung entschieden haben.
Ronja Maltzahn und die FFF-Gruppe Hannover sind bereits im konstruktiven Austausch miteinander, den sie auch noch fortsetzen werden. Alle, die jetzt zu diesem Vorfall shitstormen/nachtreten, handeln weder im Interesse von FFF noch im Interesse der Künstlerin.
Ich würde mir wünschen, dass der Auftritt (ohne Frisurveränderung) nachgeholt und der inklusive Ansatz von FFF fortgeführt und weiter ausgebaut wird.
Hallo Sunjo
danke für die news und Anhänge, ein Teil Autor*innen wie Noa Sow oder Tupoka Odette von exit racim, habe ich schon gelesen. Das freut mich sehr, dass sich die beiden Parteien nochmal zusammensetzen wollen, vielleicht dann auch mit PoC zusammen.