Burger haut Gast von Attila Hildmann um

Erstellt 03.07.2017, von kilian. Kategorie: News & Aktuelles. 15 Antworten.

08.07.2017
Kilian - verzeih - ich muss widersprechen - was ist an DER PR denn gut? Ich komm grad nicht hinterher... :crazy: Du meinst im Sinne von "jede negative publicity ist auch publicity"?

Herr Hildmann, der auf sein Leder im Porsche nicht verzichten will, soll mit so einer schwachsinnigen "Challenge" eine positive PR für das vegane Leben erzielen? Das bezweifel ich stark. Und obendrauf noch mit seinem üblen Ton gegenüber seinen Kritikern: "Kackbratzen"? Ernsthaft? Da wünsch ich mir wirklich einen besseren, vernünftigeren, charmanteren, smarteren "Helden" der veganen Szene - hey, wie wär's mit Mahi Klosterhafen? Oder gleich mal ne Frau, die auch vegane Kochbücher erstellt und ein veganes Unternehmen in Berlin gegründet hat: Nicole Just!

Ich lehne dieses krasse, inkonsequente Auftreten von Herrn Hildmann vollständig ab. Als Veganer hat man doch ein Credo: das Wohlergehen anderer Kreaturen - wie kann man sich dann solch einen Schwachsinn als Eigenwerbung ausdenken und damit anderen übel (im wahrsten Sinne) mitspielen?

Außerdem bin ich der Meinung, dass es eben nicht nur die Sache der Leute selber ist, die eine Mutprobe machen: Wenn zu absehbarem Risiko einer idiotischen Handlung (hier sogar das Verführen dazu) das Rufen einer Ambulanz gehört, dann geht es die Gesellschaft definitiv was an, denn diese Sanitäter fehlen dann im Einsatz bei Jemandem, der gerade nicht mutwillig seine Gesundheit riskiert hat. Der umgehauene Student betonte wohl sogar, dass er nie wollte, dass eine Ambulanz gerufen wird. Also war das sogar auch Herr Hildmanns PR-Gier zuzuordnen.

Desweiteren hat die Hirnforschung herausgefunden, warum junge Menschen so idiotische Mutproben machen: ihr Gehirn befindet sich in einer zweiten Umstrukturierung - Synapsen werden abgeschnitten, sodass ihnen unmöglich ist, vollständig die Konsequenzen ihres Handelns zu überblicken und das Risiko realistisch einzuschätzen. Wenn Herr Hildmann nun betont, er würde immer vor dem Verzehr dieses Burgers warnen: Bullshit, denn er macht ja das Angebot - die Warnung kann so manch einer gar nicht vernünftig in Relation setzen.


Und zu guter letzt kommt noch die Sache mit der Lebensmittelverschwendung: klar, "nur" ein Burger, da werfen Supermärkte ganz andere Dimensionen weg, aber wie soll das denn eine positive Werbung für eine Lokalität sein, die angeblich vegane high cuisine anbietet??? Das müßte unter der Würde eines guten Kochs sein, sein Essen dermaßen selber zu versauen!

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08.07.2017
Hallo Berlinerin,
ich sprach ja nicht von guter PR für "die vegane Sache" :wink:
Zitat Berlinerin:Ich lehne dieses krasse, inkonsequente Auftreten von Herrn Hildmann vollständig ab.

Damit bist Du nicht allein. Vielleicht interessiert Dich der Artikel dazu, der immer noch aktuell is: https://www.vegpool.de/magazin/attila-hildmann-kritik.html
Im Grunde spielt es gar keine Rolle. Denn nicht was Attila Hildmann tut, sollte Euer Handeln bestimmen. Sondern das, was Ihr selbst tun könntet!

Viele Grüße
Kilian
1x bearbeitet

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08.07.2017
Schon längst gelesen Kilian ;) !
Ok, wenn Du die PR nicht für die vegane Sache gut fandest - in Deinem Artikel habe ich das aber auch so verstanden - dann sind wir ja vielleicht nicht ganz so weit von einander entfernt ;) . Manche Argumente konnte ich nachvollziehen in Deinem Artikel, manche jedoch nicht.


Deinem Zitat möchte ich aber in Teilen widersprechen, denn Herr Hildmann macht sich ja leider als öffentlicher Stellvertreter der Veganer (aus Sicht der Omnis) angreifbar, und das sind dann Argumente von Omnivoren die mir damit begegnen. Und das spielt dann auch eine Rolle in meinem Leben - leider. Dann tue ich, was ich tun kann, um die Meinung über "die Veganer" wieder zu verbessern.

Mein Handeln hat Herr Hildmann aktuell nun für diese 2 Posts beeinflusst. Mehr Energie und Zeit werde ich definitiv in wichtigeres stecken - nämlich in mein Leben und mein Engagement - da hast Du recht - und hoffen, dass mich Omnis nicht auf diese *PR-Aktion* anquatschen..


Wenn ich nicht in Deinem Thread von der Aktion gelesen hätte, hätte ich ungefragt meine Meinung dazu und zu Herrn H. hier im Web eh gar nicht kund getan...

Das muss ich noch als Neuforen-Mitglied lernen: Meine Zeit und Energie auch hier gut portioniert und gebündelt einsetzen, dort, wo sie wirklich meinem vornehmlichen Zwecke dient. :clap:

Und hier haben wir DEN Konsens: Selber aktiv sein ist wichtiger - hier soll die Energie hinfließen! :thumbup: :thumbup: :thumbup:
Es gibt sooooo vieles, was jeder einzelne tun kann, auch wenn man nicht zur "öffentlichen Rampensau" geboren ist.
Laßt uns aktiv sein - gegen das Quälen von Kreaturen - jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten!

Liebe Grüße




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09.07.2017
Hallo Berlinerin,
dass du Attila Hildmann nicht leiden magst, ist aus deinen Beiträgen deutlich zu lesen. Das ist weder schade noch gut, sondern einfach deine Meinung. Die ist genauso streitbar, wie die Meinung eines jeden einselnen von uns. Da dieses Forum ja auch für Diskussionen gedacht ist, möchte ich gerne einige Aussagen von dir kommentieren, einige (absichtlich offene) Fragen stellen und in Teilen auch meine Meinung widergeben.

Zitat Berlinerin:
Herr Hildmann, der auf sein Leder im Porsche nicht verzichten will, soll mit so einer schwachsinnigen "Challenge" eine positive PR für das vegane Leben erzielen? Das bezweifel ich stark.

Stimmt nicht: Attila Hildmann hat das Leder längst aus seinem Prosche ausbauen lassen; zumindest da, wo es der Hersteller getan hat (gut 80%). Ich finde das ehrlich gesagt sogar weniger sinnvoll: denn das Leder existierte bereits... und jetzt? Liegt es wahrscheinlich auf dem Müll und zusätzlich wurde etwas neues, nämlich Kunstleder, produziert. Mehr Ressourcenverbraucht auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen.

Zitat Berlinerin:
Und obendrauf noch mit seinem üblen Ton gegenüber seinen Kritikern: "Kackbratzen"? Ernsthaft? Da wünsch ich mir wirklich einen besseren, vernünftigeren, charmanteren, smarteren "Helden" der veganen Szene - hey, wie wär's mit Mahi Klosterhafen? Oder gleich mal ne Frau, die auch vegane Kochbücher erstellt und ein veganes Unternehmen in Berlin gegründet hat: Nicole Just!

Im Ton hat sich sicherlich jeder von uns schon mal vergriffen - und da nehme ich mich nicht aus. Gerade bei emotionalen Themen (und das vegane Thema ist definitiv eins, wie man so oft beobachten kann) reagiert man schnell emotional aus dem Affekt heraus... und dann kommt so etwas dabei heraus. Zusätzlich kommt er ja - wenn ich richtig informiert bin - aus einem eher sozial schwächeren Milleu, da redet man nun mal eher so. Ich würde hier nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Und nein, er ist nicht der "Held der veganen Szene" - sondern einfach ein Veganer. Punkt. Und ja, er hat mit seiner Art und Weise wohl das geschafft, was die vegane Bewegung in der Vergangenheit nie gelungen ist: Vegan in der Gesellschaft zu etablieren, ja überhaupt über das Nischendasein hinaus bekannt zu machen. Er hat es geschafft, in einem Land voller Fleischesser und mit einer großen Fleischkultur über 1 Millionen vegane Kochbücher zu verkaufen - das war vorher undenkbar.
Nein, man muss ihn und seine Art und Weise nicht mögen. Niedermachen sollte man ihn deswegen jedoch auch nicht. Er erreicht viele Menschen auf seine ganz eigene Art und Weise und hier gilt für mich: jedes nicht gegessene Tier ist ein Gewinn.

Zitat Berlinerin:
Ich lehne dieses krasse, inkonsequente Auftreten von Herrn Hildmann vollständig ab. Als Veganer hat man doch ein Credo: das Wohlergehen anderer Kreaturen - wie kann man sich dann solch einen Schwachsinn als Eigenwerbung ausdenken und damit anderen übel (im wahrsten Sinne) mitspielen?

Dass du das "krasse, inkonsequente Auftreten" ablehnst, ist selbstverständlich völlig in Ordnung. Nein, nicht alle Veganer haben das gleiche, von dir genannte Credo. Das ist eine Unterstellung, die sich schon lange hält. Gerade Attila hat sehr viel mehr über gesundheitliche Aspekte Menschen von der veganen Ernährung überzeugt als über das Wohlergehen von Mitlebewesen (ich mag das Wort Kreaturen nicht so, ist aber meine persönliche Sache). Die Argumentation zum Wohlergehen der Mitlebewesen hat er erst später mit aufgenommen. Beides zusammen ist sicherlich eine gute Mischung.

Appropos inkonsequent: Zahlst du Steuern? Ich gehe mal davon aus. Dann lebst du ebenso inkonsequent, denn durch deine Steuern werden über Subventionen weiter unter anderem Massentierhaltungsbetriebe sanktioniert. Und wenn du Plfanzenmilch kaufst (19% Mehrwertsteuersatz) dann subventionierst du das über deinen Steueranteil sogar noch stärker als über Kuhmilch (7%).

Nein, ein komplett veganes Leben ist aktuell noch nicht möglich.
Ich sehe das so: Jeder, der sich auf den Weg gemacht hat und sein eigenes Verhalten reflektiert und ändert, ist ein Gewinn für die Tiere. Wie weit und wie schnell jeder seinen eigenen Weg geht, muss jedem selbst überlassen sein. Es steht niemandem zu, das zu bewerten.

Zitat Berlinerin:
Außerdem bin ich der Meinung, dass es eben nicht nur die Sache der Leute selber ist, die eine Mutprobe machen: Wenn zu absehbarem Risiko einer idiotischen Handlung (hier sogar das Verführen dazu) das Rufen einer Ambulanz gehört, dann geht es die Gesellschaft definitiv was an, denn diese Sanitäter fehlen dann im Einsatz bei Jemandem, der gerade nicht mutwillig seine Gesundheit riskiert hat. Der umgehauene Student betonte wohl sogar, dass er nie wollte, dass eine Ambulanz gerufen wird. Also war das sogar auch Herr Hildmanns PR-Gier zuzuordnen.

Dieser Logik zu Folge dürfte als auch niemand mehr auf Bergen klettern (könnte ja auch sein, dass er von irgendjemandem dazu verführt wurde, Werbung, Film etc.), denn das absehbare Risiko ist ja dann doch realtiv hoch. Hat ein Kletter-Anfänger, der sich selbst etwas überschätzt hat und nicht auf die Warnung vom Kletterausrüstungs-Hersteller gehört hat, mutwillig seine Gesundheit riskiert?

Konnte der Burger-Esser im Laden selbst einschätzen, ob die Notwendigkeit eines Rettungsdienstes gegeben ist? Immerhin war er wohl ohnmächtig.
Ist es für einen Restaurantbetreiber nicht definitiv der sicherere Weg, einen Rettungswagen zu rufen als am nächsten Tag in der Zeitung zu lesen, dass er nun wegen unterlassener Hilfeleistung sich öffentlich verantworten muss?
Ich denke wir alle wissen viel zu wenig über diesen Fall, um ihn wirklich beurteilen zu können.

Zitat Berlinerin:
Desweiteren hat die Hirnforschung herausgefunden, warum junge Menschen so idiotische Mutproben machen: ihr Gehirn befindet sich in einer zweiten Umstrukturierung - Synapsen werden abgeschnitten, sodass ihnen unmöglich ist, vollständig die Konsequenzen ihres Handelns zu überblicken und das Risiko realistisch einzuschätzen. Wenn Herr Hildmann nun betont, er würde immer vor dem Verzehr dieses Burgers warnen: Bullshit, denn er macht ja das Angebot - die Warnung kann so manch einer gar nicht vernünftig in Relation setzen.

Und wie lautet die Konsequenz aus dieser Hirnforschung? Nur Menschen über 30 oder 40 Jahren dürfen den Burger essen, weil sie es selbst einschätzen können?
Ich denke wir finden genug Beispiele, wo sich Menschen auch im Alter noch über- oder unterschätzen - man denke nur an ältere autofahrende Menschen.

Jeder Mensch spricht auf etwas anderes an. Man kann in der Fußgängerzone einen Infostand über vegane Fakten machen, zwei Straßen weiteren einen Flashmob mit (kunst-)blutverschierten Tierrechtsaktivisten und wieder zwei Straßen weiter eine Verköstigung veganer Produkte. Der eine bleibt beim Flashmob stehen und ist begeistert, der nächste denkst sich: "so ein Quatsch, die Spinnen alle" und lässt sich dafür vom veganen Probeessen beeindrucken. Wir sind alle Individuen und sprechen auf unterschiedliche Dinge an. Respektieren wir das und nutzen wir das Potential darin. Gemeinsam sind wir stark: mit einem Atilla genauso wie mit den vielen anderen großen und kleinen.
1x bearbeitet

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09.07.2017
Ich lehne Attila Hiltmann auch nicht ab. Jeder der den veganen Weg geht ist willkommen, egal ob er/sie durch den gesundheitlichen oder ethischen Aspekt dahin gekommen ist. Das die Presse diesen Vorfall nun so ausschlachtet, hat auch seine guten Seiten. So manch einer steuert nun sein Lokal an und probiert das ein oder andere Gericht und wird feststellen, dass vegane Gerichte unglaublich lecker schmecken. Und wenn auf diese Art und Weise Menschen dazu bewegt werden, weniger und vielleicht irgendwann auch gar keine Tierprodukte mehr zu konsumieren, dann kann man das nur begrüßen. Nicht jeder kann über das Leid der Tiere auf den richtigen Weg gebracht werden, aber wenn es den Menschen schmeckt, dann versperren sie sich nicht komplett dagegen.
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10.07.2017
Ich hab die Diskussionen zu dem Thema mitbekommen und auch, dass viele Personen den Atilla für den Unfall verantwortlich machen. Ich mag den Atilla nicht sonderlich, jedoch hat er hierbei absolut recht, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Und wenn er die Personen vorher noch explizit gewarnt hat, dann kann man ihn nun wirklich nichts vorwerfen. Halbstarke die wieder was beweisen müssen und sich selbst maßlos überschätzen...selber schuld! Aber vielleicht mal eine Erfahrung, um in Zukunft mehr Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. :)

Was mich wiederum nervt, ist wieder die Fokussierung auf "Vegan". Jetzt hat man wieder gefundenes Fressen, um zu behaupten, dass "Vegan ja nicht gesund sein kann, wenn jemand davon umkippt". Zumindest hab ich dazu ein paar Kommentare gelesen. Wirklich sehr kurz gedacht! Als ob es scharfes Essen nicht auch bei Fleischgerichten gebe. Da gebe ich Atilla völlig recht mit seinem Currywurst-Argument. Und diese Wettbewerbe bieten sämtliche Restaurants an. Ob es zu scharf oder zuviel ist, es lockt viele Menschen nunmal an, wenn man was evtl. umsonst bekommen kann. Daher stimme ich Kilian zu: PR ist top! :)


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