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Biofach auf Ignoranten-Kurs?

Erstellt 10.02.2026, von kilian. Kategorie: News & Aktuelles. 3 Antworten.

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Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.304 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
Biofach auf Ignoranten-Kurs?
10.02.2026
Habe eben in einer Ankündigung zur Biofach gelesen:
Am Mittwoch, 11.2.2026, 14 Uhr - Das Panel hält gegen die Propaganda für Fake-Fleisch und künstliche Nahrungsmittel sowie gegen Trends, die den Anschein von Nachhaltig erwecken wollen - wie Regional oder Vegan - dabei aber die Arochemie weiter anheizen.


Erstens: Propaganda gegen angebliche Propaganda bleibt Propaganda.

Vegane Fleischalternativen sind nachhaltiger, weil die "Veredelungsverluste" deutlich geringer sind, als die der Tierhaltung (= Gülle). Das betrifft insbesondere Wasser und auch den Einsatz petrochemischer Dünger.
Sehr oft sind selbst konventionelle Fleischalternativen für die Umwelt die deutlich bessere Wahl! Bei Bio erst recht.

Das zu ignorieren macht einen stark verblendeten Eindruck, und keineswegs das, was Presse tun sollte.

Organisiert wird das Paket offenbar von BioPress, einem "Fachmagazin für Bioprodukte".

Schwer erträglich, was die Durchmischung der Themen (Laborfleisch, Verschwendung, Hunger ...) und den völlig zusammenhanglosen Titel des Panels betrifft:
"Ist Tierhaltung schlecht oder wird einem vom Fake-Fleisch schlecht?" 🤯

Von der Rechtschreibung in einer Aussendung ganz zu schweigen (quillen, Arochemie ...)
https://mobil.biopress.de/de/inhalte/details/10761/brauchen-wir-labornahrung-um-die-welt-zu-ernaehren.html

Für mich ist es übrigens das erste nach etlichen Jahren, in dem ich die Biofach nicht besuche. Nicht wegen dem Panel, aber es bestärkt meinen Eindruck.

Benutzerbild von Dana
vegan5.301 PostsweiblichSchwarzwaldLevel 4
10.02.2026
Zitat kilian:

Von der Rechtschreibung in einer Aussendung ganz zu schweigen (quillen, Arochemie ...)

Nicht wegen dem Panel, aber es bestärkt meinen Eindruck.


Nicht weges des Panels.... 😅

Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.304 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
10.02.2026
Dativ frisst Genitiv 🤷😅

Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan8.304 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
11.02.2026
Warum nicht mal einen Leserbrief schreiben? 😀
Vielleicht hilft es ja der Autorin oder jemand anderes, der den Aufruf gelesen hat:

Guten Tag Frau X,

ich bin seit 25 Jahren mit der Bio-Szene verbunden, früher über direktes Anstellungsverhältnis und heute auch als Redakteur von vegpool.de.

Doch was Sie hier in der Einleitung zu der Veranstaltung auf der Biofach schreiben, hätte spätestens im Redigat zur quietschenden Vollbremsung führen müssen.

Ihre Wut ist spürbar, aber sie ist blind.

Einerseits wüten Sie gegen "den Anschein von Nachhaltigkeit" wenn es um Vegan geht, und andererseits wettern Sie gegen Industrie, die Pflanzen an Tiere verfüttern.

  • Tierhaltung braucht Futtermittel. Auch heutige Bio-Kühe bekommen bis zu 70 % der Futterenergie über Futtermittel aus Ackerbau. Das meiste kommt als Gülle wieder raus. Mangels echter Kreisläufe führt das einerseits zur Nährstoffarmut in den Böden des Futteranbaus und andererseits zur Überdüngung dort, wo die Gülle landet.
https://vegpool.de/magazin/tierhaltung-veredelungsverluste.html

  • Dass sich Bio-Milchbauern die Öko-Leistung von Grünland als eigene Leistung auf die Fahne schreiben, ist Trickserei. Das Grünland selbst ist der Klimafaktor - nicht die Haltung von Kühen, die super klimawirksames Methan ausstoßen.
https://vegpool.de/magazin/rinder-gras-veredelung-argument-unwahr.html


  • Was bedeutet denn "Anschein" von Nachhaltigkeit in Bezug zu Vegan?
Sämtliche seriöse Klimaschutzorganisationen empfehlen eine stark pflanzenbetonte Ernährung. Darunter der IPCC und auch das Umweltbundesamt. https://vegpool.de/magazin/umweltbundesamt-statement-vegane-ernaehrung.html

Das als "Anschein" zu beschreiben, kommt mir grob meinungsgetrieben und unsachlich vor - eigentlich faktenwidrig.
Eine weitgehend pflanzenbetonte Ernährung IST in den allermeisten Fällen deutlich weniger abhängig von natürlichen Ressourcen (Anbauflächen, Wasser, Energie), und das gilt auch für konventionelle vegane Produkte, selbst aus dem Labor.

  • Ja, konventionelle vegane Produkte sind nicht so nachhaltig wie ein frischer Bio-Apfel, aber wenn sie extrem umweltschädliche Tierprodukte ersetzen, ist das eindeutig besser (und selbst "deutlich weniger schlecht" ist in diesem Bereich ein riesiger Fortschritt, angesichts der vielen Vorurteile und der Macht der deutschen Agrar-Industrie).

Denn: Auch Futtermittel werden mit chemisch-synthetischen Düngern, Pestiziden und Gentechnik erzeugt - wegen der Verluste nur in viel größeren Mengen.

Wenn Sie also gegen Agrochemie sind - warum verbreiten auch Sie diese Mythen der Agro-Industrie?

Beste Grüße


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