AOK warnt vor veganer Ernährung in der Schwangerschaft

Erstellt 25.07.2017, von kilian. Kategorie: News & Aktuelles. 14 Antworten.

26.07.2017
Da hat sich die AOK, dank einer aufmerksamen Facebook-Community, ja mal schön selbst ein Ei ins Nest gelegt. Wenn ich das auf den ersten Blick so sehe, war das wohl einer ihrer "erfolgreichsten" Posts in der letzten Zeit. Selten so viele Kommentare... und die übergroße Mehrzahl negativ bezüglich des Posts der AOK. Das nennt man dann wohl Shitstorm :D

Schade, dass sich gerade die "großen" immer so schwer mit Veränderung von alten Gewohnheiten tun. Ist irgendwie überall so, bestes Beispiel ist wohl der Strommarkt. Aber irgendwann checken sie es dann... nur eine Frage der Zeit. Dennoch schade, dass immer so viele Steine in den Weg gelegt werden...
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27.07.2017
Hallo Nefasu,

"Bitte benenne doch deine (wissenschaftliche) Quelle, dass Eiweiß nicht in veganer Ernährung zu finden ist, da diese Behauptung einigen Naturgesetzen dieser Welt zuwider läuft und für ein spontanes Artensterben verantwortlich wäre :D "

Mit nicht habe ich mich wohl falsch ausgedrückt, es ist leider in viel zu geringen Mengen vorhanden, so dass der Eiweiß Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft kaum gedeckt werden kann, außer man achtet explizit drauf und ernährt sich vorrangig mit Lebensmitteln die viel Eiweiß liefern (dann fehlen aber garantiert wieder andere Vitamine und Nährstoffe weil du so viel auch in der Schwangerschaft gar nicht essen kannst).
Pflanzliches Eiweiß wird vom Körper leider viel schlechter verarbeitet als tierisches, ich würde es dir sehr gerne belegen aber man darf ja keine Links Posten, bzw. noch keine... es wird zudem empfohlen, wenn man nur rein pflanzliches Eiweiß zu sich nimmt, die doppelte Menge zu sich zu nehmen als bei tierischen Eiweiß, weil unser Menschlicher Körper das nur zum teil aufnehmen kann. Es ist sicherlich richtig, dass pflanzliches Eiweiß gesünder ist und weniger Fettleibigkeit auftritt. Jedoch benötigen Kinder durch ihr Wachstum wesentlich mehr Eiweiß als wir Erwachenen, und der Bedarf ist dann ohne Nahrungsergänzungsmittel eigentlich kaum zu decken (bestätigt dir jede Ernährungsberatung). Besonders in der Schwangerschaft sollten Veganer daher regelmäßig ihre Blutwerte überprüfen lassen ob der Eiweißgehalt auch hoch genug ist. Ich denke ich muss dir nicht erklären was bei Eiweißmangel mit einem Kind passiert bzw. was in der Entwicklung nicht passiert.

Nefasu, und jetzt darfst du mir bitte mal erläutern, wie du deinen täglichen Vitamin B12 Bedarf deckst?
und komm mir bitte nicht mit dem Wurzel- und Algenzeugs wo noch geringere Mengen enthalten sind als in Blattläuse.

"Man zwingt jedem Kind immer, prinzipiell und teilw. unbewusst die eigenen Ansichten, Verhaltensweisen und / oder den eigenen Glauben auf.
Ein Kind Fleisch essen zu lassen ist eine genauso aufgezwungene Entscheidung wie ein Kind kein Fleisch essen zu lassen.
Geauso wie es eine aufgezwungene Entscheidung ist ein Kind unbegrenzt, ein wenig oder keine Süßwaren essen zu lassen.
Zumal kein empathatisch gesundes, und unvoreingenommenes, Kind Fleisch isst, wenn man ihm / ihr mitteilt, was Fleisch eigentlich ist und / oder woher es stammt."

Sorry aber das sehe ich anders, wenn ich einem Kind kein Fleisch/Fisch anbiete, enthalte ich ihm etwas vor. Biete ich dem Kind das Fleisch/Fisch an und es schmeckt oder will es nicht, muss es das ja auch nicht essen. Zwang git es bei mir nicht und mein Kind weiß woher das Fleisch kommt und es weiß auch das viele andere Leute (außer die Mami) gerne Fleisch und Fisch essen.

Ich will um Gottes willen nicht behaupten das die Vegane-Ernährung ungesund ist, ganz im Gegenteil, sie ist sogar mit die gesündeste, aber trotzdem sollte man die Augen nicht vor allen und jedem verschließen, besonders nicht wenn man ein Kind zur Welt bringen möchte oder möchte das es kerngesund aufwächst. Wir Menschen sind biologisch gesehen nun mal Allesfresser und darauf ist unser Körper genetisch eingestellt. Als Erwachsener bekommt man das auch gut in der Griff, aber Kinder haben einen weitaus höheren Nährstoffbedarf als wir, das dürft ihr niemals unterschätzen.

Das gleiche mit dem Glauben, um darauf zurückzukommen, ich enthalte meinen Kindern keinen Glauben vor, erkläre es Ihnen sogar, so gut ich kann, aber ich würde mich vehement dagegen wären, dass bevor sie volljährig sind sie nicht in irgendeine Kirche oder sonstwas beitreten (so wie es viele machen, nur weil die Eltern das auch getan haben)... die sollen sich schön ihr eigenes Bild davon machen, wenn sie alt genug sind und den ganzen Kram auch verstehen.

Grüße,
Anna

P.S. keine Ahnung wie das mit dem zitieren richtig funktioniert :D
2x bearbeitet

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27.07.2017
Hallo Kilian,

du hast schon recht damit, dass die AOK sich sehr unglücklich dabei ausgedrückt hat und in ihrem darauffolgenden Statement, erkären sie es ja auch sehr gut was damit gemeint ist bzw. war.

Das Bild dazu geht in jedem Fall nicht! Richtig ist aber, das bei einer rein veganen Ernährung, schon einiges beachtet und überprüft werden sollte (wird es meines Wissens nach in Deutschland aber sowieso durch diverse Bluttests die jede schwangere machen muss), damit eben kein Einweiß oder Vitamin B12 Mangel oder oder oder entstehen kann.

Ich persönlich habe leider noch kein Kind angetroffen, das seit dem schwanger werden rein vegan ernährt wurde. Ich kann mich dahingehend auch nur auf Wissenschaftler und Studien beziehen.

beste Grüße Anna

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27.07.2017
Hallo Anna,

Zitat AnnaDieErste:Mit nicht habe ich mich wohl falsch ausgedrückt, es ist leider in viel zu geringen Mengen vorhanden

Dann würde mich hierzu die wissenschaftliche Quelle sehr interessieren. :thumbup:

Gerade unter dem Aspekt, dass ein 142,5kg schwerer Strongman[*1] (oder auch ein 7,5 Tonnen schwerer Elefant -> auch Veganer) mit ausreichend Nährstoffen (und mehr als genug Protein) durch Pflanzen versorgt wird :D


Zitat AnnaDieErste: Pflanzliches Eiweiß wird vom Körper leider viel schlechter verarbeitet

Ein Defizit von gerade einmal 10% bis 30% kann wohl kaum als "viel schlechter" bezeichnet werden ;)
Zumal auch ein kindlicher oder jugendlicher Körper mit so geringen Mengen wie 1,1g (meist noch im stillenden Alter, also fast vollständig vernachlässigbar) bis 0,85g Protein pro kg Körpergewicht mehr als ausreichend versorgt sind[*2]. :thumbup:

Zitat AnnaDieErste:Nefasu, und jetzt darfst du mir bitte mal erläutern, wie du deinen täglichen Vitamin B12 Bedarf deckst?

Gerne: aus Supplementen.
Was nicht heißt, dass "Wurzel- und Algenzeugs" nicht den B12 Bedarf decken können.
Wer sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, weiß dass B12 von Bakterien gebildet wird und somit auch durchaus über ungewaschenes Gemüse (bzw. Fäkalrückständen auf diesen) ausreichend aufgenommen werden kann (wie es z.B. viele japanische Mönche seit Jahrhunderten praktizieren - Stichwort: Shojin Ryori)


Zitat AnnaDieErste:Wir Menschen sind biologisch gesehen nun mal Allesfresser und darauf ist unser Körper genetisch eingestellt.

Was einfach nur bedeutet, dass wir alles essen können, aber keinesfalls alles essen müssen, um zu (über-) leben ;)
Der menschliche Körper (auch der eines Kindes) ist weitaus flexibler, als ein Großteil der Menschen ihm zugestehen mag :)

Grüße,
Falk

[*1] https://de.wikipedia.org/wiki/Patrik_Baboumian
[*2] http://ajcn.nutrition.org/content/94/6/1545.full

1x bearbeitet

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27.07.2017
Hi Anna,

Richtig ist aber, das bei einer rein veganen Ernährung, schon einiges beachtet und überprüft werden sollte


falsch ist aber, dies so allgemein nur auf vegane Ernährung zu beziehen.

[...]es ist leider in viel zu geringen Mengen vorhanden, so dass der Eiweiß Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft kaum gedeckt werden kann, außer man achtet explizit drauf und ernährt sich vorrangig mit Lebensmitteln die viel Eiweiß liefern (dann fehlen aber garantiert wieder andere Vitamine und Nährstoffe weil du so viel auch in der Schwangerschaft gar nicht essen kannst).


Das ist leider schlicht falsch.

Protein ist in hohen Mengen in Hülsenfrüchten, Getreiden und Nüssen enthalten. Jedes Lebewesen, inklusive Pflanzen, basiert auf Protein.

Zugleich ist der Proteinbedarf sehr gering. Die DGE (ja, ich weiß, sie ist nicht die beste Quelle :red: ) spricht von 0,8 Gramm pro Kilo Körpergewicht am Tag für einen ausgewachsenen Mann. Bitte: http://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/

Das sind bei mir (~80 Kilo) 64 Gramm Soja... Bei Schwangeren ab 4. Monat hätte aber auch ich deutlich mehr Bedarf erwartet :) ... nur 58 Gramm pro Tag?

Es gibt in Deutschland praktisch keinen Proteinmangel, außer bei extremer (krankhafter) Fehlernährung wie z. B. bei Magersucht. Das Vorurteil hält sich seit Jahren und war einfach nie korrekt. Es wird einfach nicht besser, nur weil jeder es weitererzählt.. im Gegenteil :) .
Es schadet natürlich auch den Nicht-Veganern, die deshalb ein ungesundes Produkt verzehren, weil sie glauben, es täte ihnen gut.

Ich glaube auch, dass Tierprodukte eine höhere Protein-Verfügbarkeit haben - zugleich haben sie etliche Nachteile, z. B. das Fehlen von Ballaststoffen, gesättigte Fettsäuren, IGF1-Faktor bei Milch, Krebsrisiko bei rotem Fleisch, usw usf.

Ähnlich wie bei der Thematik um "pflanzliches" Eisen.
Denn Verfügbarkeit ist nicht das Haupt-Kriterium.

Wenn man ausreichend Gemüse mit dreiwertigem Eisen isst, kann das sogar gesünder sein (= hohe Ballaststoffmenge). Veganer(innen) haben daher auch nicht öfter Eisenmangel als Fleischesser(innen). Zugleich haben sie ein geringeres Risiko für zahlreiche ernährungsbedingte Erkrankungen.
https://vebu.de/fitness-gesundheit/naehrstoffe/eisen-mit-eisenhaltigen-lebensmittel-eisenmangel-vorbeugen/

Zum Thema
(bestätigt dir jede Ernährungsberatung).


Diese "Weiß doch Jeder"-Argumentation hilft leider nicht weiter - zumal sie falsch ist. Kaum ein Ernährungsberater (mit etwas Ahnung ("Ernährungsberater" darf sich hier ja fast jeder nennen) sagt sowas unfundiertes. :D

Ich will um Gottes willen nicht behaupten das die Vegane-Ernährung ungesund ist, ganz im Gegenteil, sie ist sogar mit die gesündeste, aber trotzdem sollte man die Augen nicht vor allen und jedem verschließen


Es ist recht unhöflich, zu unterstellen, die Augen vor allem und jedem zu verschließen. Auch wenn Du das sicher nicht böse meinst, versuche doch bitte, Dich auf das Thema einzulassen, statt mit Vorurteilen um Dich zu werfen.

Wenn Dich die Thematik wirklich interessiert, empfehle ich Dir als Film-Tipp die Doku "Gabel statt Skalpell": https://www.amazon.de/Gabel-statt-Skalpell-Ges%C3%BCnder-Fleisch/dp/B008CVISJ4?SubscriptionId=AKIAJ74IRPNRRU2K52TQ&tag=vpiksh0sna-21&linkCode=xm2&camp=2025&creative=165953&creativeASIN=B008CVISJ4

Zum Protein-Thema dieses sehr unterhaltsame und zugleich informative Video empfehlen:

Video anzeigen?

Das Video wird von einem externen Dienst eingebunden. Dabei werden Daten an Dritte übermittelt.


Und diesen Artikel: https://www.vegpool.de/magazin/veganer-protein-quellen.html

Viele Grüße

Kilian
1x bearbeitet

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