Tod in der Arena

Erstellt 11.07.2016, von rossie. Kategorie: Off-Topic. 27 Antworten.

12.07.2016
Natürlich gehören Stierkämpfe verboten, aber Leute, die sich über den Tod des Stierkämpfers freuen, stehen für mich moralisch sehr sehr tief. Mit Liebe zu Tieren hat das dann nämlich nichts zu tun, sondern mit Hass gegenüber anderen Menschen (die letztendlich auch Tiere sind).
Für mich zählt trotz allem ein Menschenleben mehr als ein Tierleben. Und darüber darf sich, wenn überhaupt, niemand aufregen, der ein fleischfressendes Tier als Haustier hält.
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12.07.2016
Hi Sunjo,

natürlich freut sich keiner über den Tod eines Menschen. Das ist schlimm, darüber brauche ich nicht zu diskutieren. Und natürlich ist ein Leben wertvoll, absolut!

Nur: wer den Beruf des Stierkämpfers wählt, ist sich des Risikos bewusst, das er beim Kampf eingeht. Genauso wie Leute, die Extremsportarten ausüben. Daher hält sich hier mein Mitleid in Grenzen. Für seine Familie, wenn wer eine hatte, tut es mir leid und für alle trauernden Hinterbliebenen.


Und der Stier tut mir leid, weil er keine Wahl hatte. Der Mensch hat meistens die Wahl. Das macht es umso schlimmer.


Der Torrero folgt seinen Kollegen jetzt in die Annalen des Stierkampfes und wird wohl zum Volkshelden.
3x bearbeitet

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13.07.2016
"Ich freue mich nicht über den Tod des Stierkämpfers, aber..." ist für mich vergleichbar mit "Ich bin ja kein Nazi, aber...". Als in Sachsen Lebende bin ich seit Pegida, Afd und Co sehr sensibel, vielleicht sogar überempfindlich was Sprachgebrauch angeht. Das muss niemand hier persönlich nehmen, aber doch, ich bin mir absolut sicher, dass es unter den Hardcore-Tierschützern einige gibt, die sich teils offen, teils heimlich, über den Tod des Stierkämpfers freuen. Die Aussage, dass sich keiner über den Tod eines Menschen freut, halte ich für sehr gewagt und extrem unwahrscheinlich.
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13.07.2016
Hallo,
finde ich nicht verwunderlich. Unsere Impulse sind ja oft/meist nicht besonders klug, deshalb denken wir ja bewusst über viele Dinge nochmal genauer nach. Die einen mehr, die anderen weniger. unter Veganern bekanntlich mehr (tendenziell) :-)
Viele Grüße
Kilian
1x bearbeitet

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14.07.2016
Hi, also in dem Zusammenhang habe ich erst letztens den Begriff "Naziganer" gelesen. Was mich sehr verstört hat. Hat mir auch etwas Angst gemacht.Manchmal neige ich auch zu missionieren. Aber nur in meinem engsten Umfeld(Mann,Kinder). Doch der Tod eines Menschen oder eine Krankheit von jemanden, egal welche Ernährungsform ,sollte bei uns allen Mitgefühl erzeugen.
Lg. Meltem
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14.07.2016
Klar sollte man Mitgefühl empfinden.
Das ist ja das, was einen Veganer auszeichnet. Dass er Mitgefühl empfinden kann. Im Gegensatz zu manch anderem Menschen.
Aber Fakt ist doch, dass sich der Stierkämpfer bewusst war, welcher "Gefahr" er sich aussetzt. Es ist ja nicht das erste mal, dass einer der Toreros zu Tode kommt.
Aber ebenfalls Fakt ist, dass nicht ein einziger Stier einen dieser (von Haus aus unfairen) Kämpfe überlebt hat. (Oder weiß jemand von euch etwas gegenteiliges?)
Und deshalb denke ich, dass es in der Natur des Menschen liegt, manch garstigen Gedanken zu denken - in Anbetracht der oben erwähnten Fakten.
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14.07.2016
Hallo Falk,
natürlich werden wir ein Stück weit von der Gesellschaft und unserem Umfeld mit geprägt.
Das rechtfertigt aber noch lange nicht jedes Verhalten. Wir bleiben immer noch denkende und handelnde Personen. So traurig ich das ganze finde, mein Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und Freunden, aber er hatte die freie Entscheidung, in die Arena zu gehen. Der Stier nicht.
Henk
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14.07.2016
Hallo Henk,

Zitat Henk:Das rechtfertigt aber noch lange nicht jedes Verhalten. Wir bleiben immer noch denkende und handelnde Personen.

Von Rechtfertigung kann auch keine Rede sein.

Mir tun jedoch prinzipiell Menschen leid, die ihr Verhalten von der dem Reich der Mythen und Legenden verschriebenen Schwarmdummheit einer, auf ethischen Grundsätzen gegründeten aber unmoralisch handelnden, Gesellschaft leiten lassen.
Sei dieser Mensch nun Torrero in der Arena, Bundeswehrsoldat in Afghanistan oder Selbstmordattentäter in Paris.


Zitat Johann Wolfgang von Goethe :In der Gesellschaft sind alle gleich. Es kann keine Gesellschaft anders als auf den Begriff der Gleichheit gegründet sein.

Dieser Torrero war ebenso geprägt durch seine und die Überzeugungen seiner Gesellschaft wie ich dies als Veganer durch meine Überzeugungen und die meiner Gesellschaft bin.
Dem einen sagt man nach es sein seine / ihre freie Entscheidung nicht in die Arena zu steigen oder nicht, dem anderen es seine / ihre freie Entscheidung Fleisch zu essen oder nicht, aber im Endeffekt ist dies nur eine Scheinwahl, dessen Konsequenzen bei Nonkonformität weitreichend und angsterregend sind (sowohl für Torrero als auchveganer).

Wer bin ich also jemand anderem (implizit) vorzuwerfen eine Reflektionsstufe (noch) nicht erreicht zu haben, die ich selbst 25 Jahre lang nicht erreicht habe?
An meinen Händen klebt ebenso Blut wie an den Händen dieses Torrero. Er mordete selbst, ich ließ ermorden. Das Resultat unterscheidet sich nicht.

Für mich zählt was ich ab diesem Tag erreichen kann und wie ich für meine gerade stehen kann. Diese Chance und Einsicht wurde dem genannten Torrero nun unwiderruflich verwehrt und das stimmt mich noch trauriger.

Grüße,
Falk
12x bearbeitet

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14.07.2016
Hallo Falk,
Du sprichst hier von einer "Scheinwahl".
(eine Scheinwahl, dessen Konsequenzen bei Nonkonformität weitreichend und angsterregend sind (sowohl für Torrero als auchveganer)
Das kann man so sehen, oder auch nicht. Ob es bei ihm eine "Scheinwahl" war, werden wir von ihm nicht mehr erfahren können.Der Torrero hatte aber jederzeit die Möglichkeit, sich neu zu entscheiden (mit aller Konsequenz!).
Dies hatte der Stier nicht. Er konnte noch nicht mal eine "Scheinwahl" treffen.
Klaus
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15.07.2016
Hallo Klaus,

Zitat Henk:Dies hatte der Stier nicht. Er konnte noch nicht mal eine "Scheinwahl" treffen.

Da hast du natürlich recht.

Willst du damit auf erwas bestimmtes hinaus, oder war das als Feststellung gedacht?

Grüße,
Falk
2x bearbeitet

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