SuperMeat - Echtes Fleisch, ohne Tiere zu töten

Erstellt 11.09.2016, von Sunjo. Kategorie: Off-Topic. 34 Antworten.

18.09.2016
Zitat Kijolah:
Zitat Kijolah:
Statt das Heroin ganz weg zu lassen und einfach gesünder zu leben




Natürlich hinkt der Vergleich ein wenig und eine harte Droge wie Heroin "einfach" weg zu lassen und "einfach" gesünder zu leben, war von mir auch ziemlich ungeschickt formuliert.

Ich hoffe, es ist dennoch angekommen, was ich damit zum Ausdruck bringen wollte..
Es ist einfach am Ziel vorbei geschossen, einfach nicht der richtige Weg, wie ich finde. Die Grundeinstellung der Menschen wird dadurch nicht geändert.

Klar, im Zweifelsfall ist es dennoch das kleinere Übel!


LG


Finde ich gar nicht soooo daneben den Vergleich! Wie gesagt ich wünschte mir auch die Menschen würden die Sache an sich begreifen - klar ist es das "kleinere" Übel - zumindest auf den ersten Blick - ich frage mich nur was dieses Eingreifen in die Genetik dann als "neues Übel" hervor bringt - die Achtung geht einfach immer mehr verloren - erlaubt ist was machbar ist - ob in der Massentierhaltung oder modernster Genetik - der Mensch scheint keine Grenzen zu akzeptieren! Meine persönliche Meinung dazu!

Gruß Fafnir!
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18.09.2016
Der Werbefilm über das SuperMeat hat viele positive Aspekt aufgeführt. Es bleiben jedoch noch einige Fragen offen, die mich beschäftigen.

Vor einigen Monaten habe ich einen Bericht über Laborfleisch gesehen, in dem die Aussage getroffen wurde, daß es für den "Normalverbraucher" erst mal nicht bezahlbar ist. Demzufolge werden einige Firmen viel Geld damit verdienen. Wem dient dieses Fleisch dann wirklich?

Auch ich frage mich wohin das Eingreifen in die Genetik hinführen soll.
Können die "SuperMeat" Wissenschaftler erklären, welche Auswirkungen es auf unseren Organismus und unseren Geist haben. :question: :question:


Seit dem ich mich vegan ernähre haben sich meine Panikattaken und Ängste fast im Nichts aufgelöst. Eine absolut positive Begleiterscheinung über die ich natürlich äußerst erfreut bin. :D
Für mich ist die Nahrungsaufnahme mit natürlichen Lebensmitteln wichtig, denn: Du bist, was Du isst.

Irmgarda

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18.09.2016
Jepp - du bist was du isst! :clap:

Und ich mache mir jetzt schon die Mühe - soweit die Zeit es zulässt das meiste selber zu mache! Einfach Tomaten, Kräuter etc. anbraten und köcheln und ich habe für die nächsten 3-4 Tage einen Brotaufstrich ohne all die Stabilisatoren etc. pp. Man muss nur ein wenig planen und nachdenken!


Geht nicht immer - aber immer öfter! :crazy:

Gruß Fafnir
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18.09.2016
Zitat Sunjo:Deshalb meine Frage, ob ihr für euch Nachteile befürchtet, wenn sich diese Alternativen durchsetzen. Es geht um die Frage, ob jeder das Recht haben sollte, selbst zu entscheiden, was er isst, solange dabei anderen/der Allgemeinheit kein Schaden zugefügt wird bzw. der Nutzen den Schaden überwiegt


Hallo Sunjo, bei Deiner Frage ob wir Nachteile befürchten ist mir nicht ganz klar von welcher Position aus Du die Frage adressierst und was Du als Nachteile betrachtest. :question: :question: :question:
Ich möchte es klar formulieren: Jeder hat das Recht selbst zu entscheiden wie er/sie sich ernährt. Hier im Forum treffen sich jedoch Aufgeklärte, die die gesundheitlichen, ethischen, moralischen, kurz: die globalen Fragen ernst nehmen und folgerichtig die vegane Lebensweise anstreben bzw. praktizieren.
Ich sehe meine Entscheidung, vegan zu leben nicht als einen Orden, den ich mit stolzgeschwellter Brust vor mir hertrage daher sind Diskussionen wie "SuperMeat" Beiträge, die das Tierwohl betrachten sinnvoll, wobei bislang die gesundheitlichen, ethisch und moralischen Aspekte bei dieser Methode noch nicht betrachtet wurden. Die Auswirkungen auf z.B. unsere Gesundheit geht rein intuitiv genauso in eine falsche Richtung. Hier müssen wir uns auf unser Bauchgefühl verlassen, da es keine Langzeitstudien, nicht mal Kurzzeitstudien gibt, die diese Aspekte beleuchten.

Zitat Fafnir:ich frage mich nur was dieses Eingreifen in die Genetik dann als "neues Übel" hervor bringt - die Achtung geht einfach immer mehr verloren - erlaubt ist was machbar ist - ob in der Massentierhaltung oder modernster Genetik - der Mensch scheint keine Grenzen zu akzeptieren! Meine persönliche Meinung dazu!


:clap: :clap: :clap: 100 Punkte

1x bearbeitet

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18.09.2016
Das hat jetzt nicht mit Gentechnik zu tun, die gab es 1973 noch nicht so. Es gibt einen Film von 1973 mit dem Titel " Jahr 2022 ... die überleben wollen . Den sollte man sich mal ansehen.
Wir haben jetzt 2016 und es sind noch 6 Jahre Zeit.
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18.09.2016
Zitat Rudolfo:
Hallo Sunjo, bei Deiner Frage ob wir Nachteile befürchten ist mir nicht ganz klar von welcher Position aus Du die Frage adressierst und was Du als Nachteile betrachtest. :question:

Ich bin gerade in der Phase der Meinungsbildung und würde gern alles, was zum Thema passt gern mit einbeziehen. Mit einer Ausnahme: persönliche Präferenzen, die hier als einziges in aller Ausführlichkeit ständig wiederholt werden, aber kein allgemeingültiges Argument darstellen.
Mögliche Antworten auf meine Frage (Nachteile für Veganer), die mir so einfallen:
- der gerade noch sehr kleine Markt mit Produkten für Veganer wird durch die ethisch(ere) Alternative zu echten Tierprodukten unter Druck gesetzt, verkleinert oder kaputtgemacht
- Veganer würden noch mehr als jetzt als Leute angesehen, die es übertreiben, weil man ja in Zukunft Tierprodukte auch umweltfreundlich und tierleidfrei erzeugen könnte, es also keinen objektiven Grund mehr für reinen Veganismus geben würde
- böse Unterstellung: den Veganern würde die moralische Überlegenheit genommen werden (speziell in Bezug auf die Ablehnung von Gentechnik kann der Spieß sogar umgedreht werden, vgl. offener Brief von Nobelpreisträgern an Greenpeace mit dem Vorwurf das Retten von Menschenleben durch die Ablehnung von "Golden Rice" zu verhindern).
- eventuell auch die fehlende Unterscheidbarkeit und damit das Risiko, doch ein tierleidhaltiges Produkt untergejubelt zu bekommen

Zitat Rudolfo:Hier im Forum treffen sich jedoch Aufgeklärte, die die gesundheitlichen, ethischen, moralischen, kurz: die globalen Fragen ernst nehmen und folgerichtig die vegane Lebensweise anstreben bzw. praktizieren.

Gerade hier in diesem Thread regen sich bei mir leichte Zweifel, ob die nötige Offenheit für Alternativen, die möglicherweise ähnlich gut (in manchen Bereichen besser, in anderen Bereichen schlechter) sein könnten, vorhanden ist. In dem Werbefilmchen wurde ja nur verglichen wieviel besser das künstlich erzeugte Fleisch im Vergleich zu dem vom toten Tier ist. Wenn die Zahlen so stimmen sollten, könnte die künstliche Lebensmittelerzeugung in Bezug auf einige Punkte (z.B. die benötigte Fläche zur Ernährung einer bestimmten Anzahl von Menschen) sogar besser sein als vegetarische und vegane Ernährung.

Zitat Rudolfo: daher sind Diskussionen wie "SuperMeat" Beiträge, die das Tierwohl betrachten sinnvoll, wobei bislang die gesundheitlichen, ethisch und moralischen Aspekte bei dieser Methode noch nicht betrachtet wurden.

Tatsächlich wurden gesundheitliche, ethische und moralische Aspekte schon kurz mit angesprochen. Das größte Problem hier im Forum scheint diesbezüglich aber die Ablehnung von Gentechnik zu sein. Das ist ein umstrittenes Thema und eine Diskussion dazu dürfte hier in den Rahmen sprengen (und sollte, falls das überhaupt gewünscht wird, bitte in einem gesonderten Faden behandelt werden).

Sicher, man kann von einem Ideal träumen, in dem in Zukunft alle Menschen ökologisch und nachhaltig erzeugte vegane Lebensmittel konsumieren. Was aber, wenn das bedeutet, dass man mit der vorhandenen Fläche dann nicht mehr als 2 Milliarden Menschen ernähren könnte?

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19.09.2016
Zitat Sunjo:Ich bin gerade in der Phase der Meinungsbildung und würde gern alles, was zum Thema passt gern mit einbeziehen. Mit einer Ausnahme: persönliche Präferenzen, die hier als einziges in aller Ausführlichkeit ständig wiederholt werden, aber kein allgemeingültiges Argument darstellen.

Es ist für mich ein Widerspruch, wenn Du einerseits "alles was zum Thema passt" einbeziehen willst, eine subjektive Ansicht jedoch ablehnst, weil sie Dir nicht gefällt. Dich interessieren nur objektive Gesichtspunkte, die meiner Meinung nach bei der Deiner Fragestellung lediglich subjektiv beantwortet werden können. Keine Deiner möglichen Antworten auf die Frage der möglichen Nachteile für Veganer würde ich nennen - es ist weiterhin Fleisch mit allen gesundheitlichen Nachteilen. Die Vorteile hat ja bereits Falk in seinen beiden Beiträgen beschrieben - die ich ähnlich sehe.

Zitat Sunjo: Wenn die Zahlen so stimmen sollten, könnte die künstliche Lebensmittelerzeugung in Bezug auf einige Punkte (z.B. die benötigte Fläche zur Ernährung einer bestimmten Anzahl von Menschen) sogar besser sein als vegetarische und vegane Ernährung.

Hier brauche ich mehr Informationen - selbst die SuperMeat-Produktion benötigt Nährstoffe, die ja irgendwo herkommen müssen

Zitat Sunjo: Das größte Problem hier im Forum scheint diesbezüglich aber die Ablehnung von Gentechnik zu sein. Das ist ein umstrittenes Thema und eine Diskussion dazu dürfte hier in den Rahmen sprengen (und sollte, falls das überhaupt gewünscht wird, bitte in einem gesonderten Faden behandelt werden).

:thumbup: - ja bitte (wenn gewünscht)

Zitat Sunjo:Sicher, man kann von einem Ideal träumen, in dem in Zukunft alle Menschen ökologisch und nachhaltig erzeugte vegane Lebensmittel konsumieren. Was aber, wenn das bedeutet, dass man mit der vorhandenen Fläche dann nicht mehr als 2 Milliarden Menschen ernähren könnte?


Ja, es ist schön wenn noch Wünsche und Ideale eine Rolle im Leben eines Menschen spielen. Eine Frage: Wie kommst Du darauf, daß die vorhandene Nutzfläche lediglich 2 Milliarden Menschen ernähren kann? Die Wissenschaftler des umweltwissenschaftlichen Institutes der Universität in Minnesota, USA errechneten, dass durch den Verzicht auf tierische Produkte im Sinne einer pflanzenbasierten, veganen Ernährung die gesamte aktuelle Weltbevölkerung plus 4 Milliarden weitere Menschen mit 2700 Kalorien pro Tag ernährt werden könnte. Hierfür wäre keine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion erforderlich, sondern die derzeitigen Ernten wären hinreichend. Quelle: http://www.vegan.eu/index.php/meldung-komplett/items/vegan-gegen-hunger.html
1x bearbeitet

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19.09.2016
Hallo Rudolfo,

was Sunjo zur Meinubgsbildung haben möchte sind Argumente und Fakten, keine Ansichten oder Einzelschicksale.

Individualschicksale wie das von Friedrich sind zwar tragisch aber weder für eine allgemeine Debatte, noch eine möglichst objektive Meinungsbildung hilfreich.

Hier wird also (mMn) nicht abgelehnt, was "einem selbst nicht passt", sondern was für einen selbst oder die Allgemeinheit schlicht nicht relevant ist.


Das ich ein Problem mit Gluten habe ist zwar für mein wohlbefinden wichtig zu wissen, daraus allerdings allen Menschen zu empfehlen kein / kaum Gluten mehr zu essen (wie durch den Anti-Gluten-Trend aus der USA derzeit häufig zu sehen) ist weder sachdienlich noch objektiv..

Grüße,
Falk
5x bearbeitet

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19.09.2016
Oho, das ist doch ein Job für die Philosophie(eigentlich Ethik, aber ich hab das nie studiert)!
Das mit den Einzelschicksalen und -ansichten kann ich so unterschreiben. Es bringt niemanden weiter, wenn man von seinem Opa erzählt, der sein Leben lang Kettenraucher war und trotzdem 100 geworden ist, genausowenig, wie einem Studien, in denen 2 von drei Leuten vom Rauchen Krebs bekommen, einem garantieren, auch an Krebs zu erkranken. Statistik kann Aussagen über Tendenzen machen, aber nicht über Einzelfälle und umgekehrt geht das auch nicht.


Anbei meine Gedankensammlung

Was darf der Mensch und was nicht?
Diese Frage finde ich immer etwas problematisch, weil oft einfach Dinge als schrecklich und nicht in der Hand des Menschen gesehen werden, einfach weil man es als unnatürlich empfindet. Wir sind ein Teil der Natur, egal was wir tun, denn wir kommen aus der Natur. Was ist schon natürlich? Gruppensex mit unseren Kindern wie bei Bonobos? In Häusern leben? Fleisch essen oder nicht? Vor 100 Jahren noch hat keine Frau ein Schmerzmittel bei der Entbindung bekommen, weil Gott ja in der Bibel sagt, dass die Schmerzen die Strafe der Frau für den Sündenfalls sind. Daher meinte man: Das steht dem Menschen nicht zu, zu tun. Gott will das nicht. Heute sagen viele: Gentechnik ist Gott spielen/ unnatürlich/steht uns nicht zu, weil wir ins Leben eingreifen. Nur: auf die ein oder andere Art haben wir das schon immer getan. Einen Hund züchten ohne Schnauze und ohne Haare? Ist für viele okay, weil das ja durch lange Züchtung passiert ist - aber Züchtung ist einfach nur die unterste Stufe der Genveränderung.


Gentechnik und Laborzüchtung
Unter Gentechnik fallen heute nur die Dinge, bei denen Gene im Labor gezielt durch Menschen verändert und Pflanzen eingesetzt werden, sodass sich ihre Eigenschaften verändern. Was uns beispielsweise nie als Gentechnik verkauft wird und als solche nicht kenntlich gemacht werden muss: Züchtung (wie früher, daher für alle super okay) oder auch radioaktive Mutation, das heißt Pflanzen werden einfach radioaktiv bestrahlt, bis eine Mutation auftritt, die man gut brauchen kann. Keine Pflanze mehr ist heute so, wie sie noch vor 100, geschweige denn 1000 war. Und heute gibts es nichts mehr, was keine veränderten Gene hat, denn: Pollen fliegen, Pflanzen kreuzen sich, alles verändert sich. Wo macht man den Strich? Im Labor? Der Bestrahlung? Oder schon beim geziehlten Kreuzen von zufälligen Mutationen? Theoretisch kann auch in der Natur alles passieren - denn auch Giftpflanzen haben sich natürlicherweise entwickelt. Im Grunde haben wir alle schon in größeren oder kleineren Teilen Gentechnisch verändertes Essen in uns aufgenommen und ein Großteil der Fleischproduktion wird mit gentechnisch verändertem Soja oder Mais gefüttert - da das aber im Fleisch nicht mehr drin ist, muss es nicht deklariert werden.


Die Auswirkungen von genveränderten Pflanzen auf unseren Körper werden als nichtexistent/unbedenklich eingestuft, obwohl es hier, wie überall, auch Gegenstimmen gibt. Bei meiner Recherche hat sich mir allerdings das Bild ergeben, dass es für den Menschen keine Auswirkungen hat, wenn die Pflanze verändert wurde. Es scheint sogar positiv zu sein: weniger Pestizide, Pflanzeneigene Giftstoffe oder bessere Erträge. Dass so Glyphosat sich halt auch auf dem Markt hält, steht auf einem anderen Blatt (Pflanzen wurden ja darauf gezüchtet, auf dieses Pestizid resistent zu sein, deswegen gibts es die nur im Doppelpack). Aber generell sehe ich keine Studie, die zu verheerenden Ergebnissen kommt. Wie man es dann eben verwendet scheint die Frage zu sein. Wenn mich jetzt auch alle lynchen werden: ich sehe das Problem daran nicht, es kommt mir eher so vor, als wäre das einzige Argument, das die Leute umtreibt: aber das ist nicht natürlich! Womit wir wieder bei der Frage sind, die ich immer stelle: was ist denn natürlich? Wo zieht man die Grenze? Ich werde mal meine Kanäle abfragen und schauen, dass ich euch dazu in den nächsten Tagen eine Linksammlung zusammenstelle, sodass ihr auf die wichtigsten, zentralen Dinge selbst zugreifen könnt.


Zum Laborfleisch gibt es noch nichts wirklich. Ob es gesund ist, oder nicht, kann also niemand hier sagen oder belegen. Fakt ist jedoch: massiv viel wird bereits im Labor sythetisiert und keiner muss es wissen. Natürliches blabla-Aroma heißt nur: der Ausgangsstoff muss natürlichen Ursprungs sein, seinerseits also nicht bereits synthetisiert sein. Wenn man jetzt also Erdbeeraroma natürlich herstellen will macht man das aus der Rinde eines Baumes, die man so verändern kann, dass sie nach Erdbeer schmeckt. Laborerdbeere. Oder Vanille, das kommt glaub ich aus irgendwelchen ekligen,ekligen Dingen. Hat nie ne Vanilleschote gesehen, Leute essen es trotzdem. Wir als Laien können denke ich relativ wenig nachvollziehen, was da passiert und was das für Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte.


Best Case: Wir können Fleisch bekömmlicher und weniger schädlich machen, wir müssen dafür kein Tier töten und haben die Probleme der Massentierhaltungen nicht mehr.


Worst Case: Es hat Auswirkungen, die wir uns nicht ausmalen können und schädigt Leute vielleicht noch mehr, hat vielleicht weniger Nährstoffe, bei der Produktion fallen Unmengen an schädlichen Abfällen an, es verschmutzt die Umwelt fast genausosehr
...aber wahrscheinlich irgendwas dazwischen.



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19.09.2016
(Teil 2- Kill mich nicht Kilian)
Was für soziale Auswirkungen kann es haben?
Dazu frage ich mich zuerst: was macht Fleisch denn so jetzt schon? Es ist bei uns immer noch Symbol für den Reichtum der Industrienation und für unsere Gleichheit. Jeder soll sich Fleisch leisten können heißt eines den Mantren: der kleine Arbeiter und der Millionär. Fleisch ist lebenswichtig, ein anderer Konsens. Fleisch ist lecker, ein Stück deutsche Kultur (wie das Schweinefleisch, das manche nicht essen wollen). Es symbolisiert die Herrschaft des Menschen über das Tier, es darf gehalten und gegessen werden. Auch Tierhaltung ist ein Teil Kultur, da hängen Bauernexistenzen dran, es gibt riesige Infrastruktur dafür. Tiere machen Milch und Eier, das wird wohl weiterhin so sein.
Was passiert nun, wenn man Fleisch billig und für alle einfach so ohne Tier machen kann? Es fällt erstmal der Tieraspekt weg: bestimmt gibt es genug Leute, die das Labor-Fleisch ablehnen, weil es nicht normal produziert wurde, weil es den Bauern die Existenz raubt, weil das nicht "die Natur" ist. Wirtschaflich würde das Auswirkungen haben, vielleicht sogar verheerende. Vielleicht werden ja Subventionen gestrichen? Vielleicht wird es eine Fleisch-Zwei-Klassen-Gesellschaft geben: die einen, die unnatürlichen Laborfraß essen müssen, die anderen, die sich noch eine echte Kuh leisten können. Vielleicht werden erstere dann zu Vegetariern (wenn man davon ausgeht, dass es noch Milchvieh und Eierhennen geben wird), aus Protest? Die sich nur zur Hochzeit ein Schwein leisten können?
Und die Veganer? Ich glaube, solange Milch und Eier weiter produziert werden, haben erstmal die Vegetarier zuwachs. Deren moralischen High-Ground geben die dann ab, wird ja kein Tier mehr direkt getötet. Vielleicht werden die dann zu Veganern, weil sie sehen, dass auch so Tiere leiden, vielleicht konzentriert sich das öffentliche Interesse dann darauf?
Sollten alle anderen tierischen Produkte dann auch verschwinden und nur noch nachgebildet wird die rein-pflanzliche Ernährung wohl nur noch eine Frage des gesundheitlichen Glaubens sein. Wer nur und ausschließlich Tierleid verhindern will und in Laborfleisch dieses nicht sieht, wird es vielleicht eher wieder essen. Das morlaische Argument würde dann nur noch auf die Auswirkungen der Herstellung gelten, und dann müsste man jedes Lebensmittel genauso behandeln, auch Gemüse. Es würde also primär auf das gesundheitliche abziehlen, da wäre vielleicht ein größerer Konsens da.

Fazit: Wir wissen noch genug über die Auswirkungen so einer Massenproduktion oder des Konsums dieses Fleisches. Wenn es ist wie Gentechnik: vielleicht gibt es keine direkten Auswirkungen, vielleicht gibt es Spätfolgen und Kollateralschäden in der Natur. Sozial würde ich sagen, dass daran Natürlichkeits- und Gesundheitsfragen diskutiert werden, ob es die Fleischproduktion mindert kann man nicht prognostizieren.

Ist es ethisch? Ich sehe ersteinmal nichts, was dagegen spricht. Es wird die Produktion von Gewebe sein, die dem NAtürlichen ähnelt, aber nicht das selbe ist. Wenn es von Zellen produziert wird ist es nicht anders als viele Geschmacksstoffe, die es bereits gibt. Wir imitieren die Natur bereits im großen Stil und verändern unser Essen, Fleisch wäre nur emotional nächster Schritt
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